Fotografieren auf Reisen

Welche Kamera ist die richtige für meinen Urlaub?

Zu den wichtigsten Aktivitäten auf Reisen gehört für viele das Fotografieren, hält man doch mit Fotos die schönsten Momente und Situationen des Urlaubs fest. Nur: Wie gelingen die besten Fotos? Reicht mein Smartphone oder brauche ich eine professionelle Kamera? TRAVELBOOK gibt Tipps, welche Fotokamera die richtige für welche Reise ist.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Um zu entscheiden, welche Kamera in den Urlaub mitgenommen wird, sollte man sich zunächst folgende Fragen beantworten: Welche Ansprüche haben ich an die Fotos, und was möchte ich später damit anfangen?

Wer die Fotos nur bei Facebook oder Instagram posten und vielleicht mal eine digitale Postkarte verschicken will, für den reicht unter Umständen die Kamera im Smartphone oder Handy. Wer dagegen einen Reise- oder Fotoblog betreibt, die Bilder später fürs Album entwickeln oder einrahmen lassen möchte, der sollte auf eine professionelle oder semi-professionelle Kamera im Urlaub nicht verzichten.

Wir zeigen die Vor- und Nachteile verschiedener Kameras auf Reisen und geben damit eine kleine Entscheidungshilfe, welches Modell für wen am besten geeignet ist. Außerdem verraten wir ein paar Tricks und Kniffe für unterwegs.

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Smartphone- / Handykamera

Die Vorteile liegen, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Hand: Das Handy hat man ohnehin immer und überall dabei, der Ballast einer zusätzlichen Kamera im Gepäck fällt weg. Mit dem Handy lassen sich schnell und einfach Schnappschüsse machen: ob am Strand, im Hotelzimmer oder in der Kneipe. Bei den Handys der neuesten Generation legen die Hersteller großen Wert auf die eingebauten Kameras, sodass sich damit recht anständige Fotos in hoher Auflösung schießen lassen. Ein integrierter Blitz gehört heute ebenso zur Standardausstattung wie ein moderner Bildprozessor und relativ gute Blendenzahlen.

Was aber bei fast allen Handykameras fehlt, ist ein optischer Zoom. Bei Vergrößerungen führt das immer zu einem Verlust der Bildqualität. Schwierig wird's auch in dunkler Umgebung, denn die Sensoren in Handykameras sind nicht so lichtstark wie bei einer normalen Kamera. Die Möglichkeiten der kreativen Bildgestaltung sind nur sehr begrenzt oder gar nicht vorhanden.

Neuere Smartphones machen recht brauchbare Fotos

Foto: Getty Images

Besonders praktisch ist dafür die Möglichkeit, Fotos direkt vom Handy posten oder teilen zu können – vorausgesetzt natürlich, die entsprechende Internetverbindung ist vorhanden. Die Fotos landen direkt auf der Speicherkarte des Handys und lassen sich bei Bedarf bequem in der Dropbox, der iCloud oder ähnlichen Clouds zwischenspeichern.

Fazit: Wer es leicht und bequem haben möchte und nicht die höchsten Ansprüche an die eigenen Urlaubsfotos hat, wird mit der Handykamera wunderbar zurechtkommen. Sie eignet sich für schnelle Schnappschüsse und macht, vor allem am Tage, brauchbare Erinnerungsfotos zum schnellen Posten bei Facebook oder fürs digitale Fotoalbum.

Kompaktkamera

So manche Kamerahandys der neuesten Generation stehen einer Kompaktkamera in kaum noch etwas nach. Klar, eine digitale Kompaktkamera bietet deutlich mehr Funktionen, und auch hier gibt es Modelle, die eine deutlich bessere Bildqualität erzeugen als andere, was sich dann aber auch im Preis niederschlägt. Es gibt Kompaktkameras, die so klein sind, dass sie in die Hemd- oder Hosentasche passen – wobei sich hier wiederum die Frage der Notwendigkeit der Kamera gegenüber dem Smartphone stellt. Da lohnt sich schon eher die edlere Kompaktvariante mit größerem Sensor, die mit Bildqualität punkten kann. Bei schlechten Lichtverhältnissen allerdings stoßen Kompaktkameras an ihre Grenzen. Außerdem hat man relativ wenig Gestaltungsmöglichkeiten, da Kompaktkameras immer ein festes Objektiv haben, das sich nicht austauschen lässt. 

Fazit: Digitale Kompaktkameras sind praktische Urlaubsbegleiter und eignen sich tagsüber für Fotos mit ausreichender Qualität. Wenn man ohnehin schon ein Handy mit eingebauter Kamera besitzt, braucht man sich aber nicht mehr zwingend eine zusätzliche digitale Kompaktkamera zu kaufen. Wer tiefer in die Fotografie einsteigen will, sollte eher über den Kauf einer Systemkamera nachdenken, die wir weiter unten vorstellen.

Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR)

Digitale Spiegelreflexkameras, kurz DSLR, sind was für Profis und solche, die es werden wollen. Gerade auf Abenteuer- oder Kulturreisen, bei denen man auf viele spannende Motive trifft, lassen sich mit der DSLR tolle Aufnahmen machen.

Einsteiger sind mit dem Automatik-Modus auf der sicheren Seite, während Fortgeschrittene mit den ausgereiften Kameraeinstellungen schier grenzenlose Möglichkeiten haben, kreative Bilder zu schießen. Und gerade auf Reisen bieten sich dafür so viele Gelegenheiten: Mit einer langen Belichtungszeit lassen sich zum Beispiel Wasserfälle in ihrer ganz Pracht und mit „verschleiertem“ Wasser darstellen. Umgekehrt kann man die Bewegung des Wassers durch eine kurze Verschlusszeit „einfrieren“. Tiere oder weit entfernte Objekte, die mit der Handykamera allenfalls als Punkt erscheinen würden, lassen sich mit der DSLR je nach Objektiv optimal heranzoomen.

Mit kleinen Kameras oder dem Handy ist das Foto-Ergebnis bei entfernteren Objekten oft enttäuschend. Gerade auf Safari-Touren lohnt sich der Einsatz einer digitalen Spiegelreflexkamera

Foto: Getty Images

Der Nachteil einer DSLR ist, neben dem hohen Preis, das zusätzliche Gewicht und der Platz, den sie im Gepäck einnimmt. Wenn man auch noch ein zusätzliches Objektiv und womöglich sogar ein Stativ mitnehmen möchte, wird es umständlich. Dazu kommt die Sorge, dass die teure Kamera unterwegs womöglich geklaut wird. Wer aber wirklich Wert auf hochwertige Fotos legt und diese zum Beispiel für einen (professionellen) Reiseblog oder Ähnliches verwenden möchte, wird all das sicher gern in Kauf nehmen.

Fazit: Mit DSLR-Kameras gelingen unterwegs garantiert hochwertige Aufnahmen, und sie eignen sich für Einsteiger genauso wie für Fortgeschrittene. Nachteil ist das zusätzliche Gewicht. Carina Herrmann, die den Reiseblog „Pink Compass“ betreibt, fasst es so zusammen: „Meine persönliche Erfahrung ist: Mir ist es meine Canon 600D definitiv wert, und ich möchte sie auch nicht mehr missen. Und die Qualität der Fotos und das Freuen darüber, was ich damit erschaffen kann, machen die negativen Anteile sofort wett!“ Und wenn die Bloggerin doch mal keine Lust hat, die schwere DSLR zum Ausflug mitzunehmen? Dann bleibt das gute Stück im Hotelsafe. Schließlich gibt es ja noch die Handykamera.

Spiegellose Kamera (DSLM)

Digitale Systemkameras sind die perfekte Zwischenlösung für Reisende, denen eine DSLR zu unhandlich und zu teuer ist, die aber dennoch qualitativ hochwertige Bilder schießen wollen. Der entscheidende Unterschied einer Systemkamera zur DSLR: Sie ist spiegellos. Platzraubende Bauteile wie Spiegelkasten und optischer Sucher fallen somit weg, und die Systemkamera kommt deutlich kompakter daher. Stattdessen landet das Fotomotiv direkt auf dem Sensor.

Tests haben gezeigt, dass die neuen spiegellosen Systemkameras, die es seit etwa 2008 auf dem Markt gibt, den Modellen mit Spiegel in kaum etwas nachstehen. Das Objektiv lässt sich ebenso austauschen, und die technischen Möglichkeiten sind genauso ausgereift wie bei bei einer DSLR. Dateien lassen sich sogar ohne Qualitätsverlust im RAW-Format speichern. Deshalb setzen auch immer mehr Profi-Fotografen inzwischen auf die handlicheren DSLM, die meist auch sehr gute Videos aufzeichnen.

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Vom Aussehen her ähneln Systemkameras den normalen Kompaktkameras und kommen mitunter im schicken Retro-Design daher. Preisliche Unterschiede gibt es natürlich auch im Bereich der Systemkameras. Dabei gilt: Je größer der lichtempfindliche Sensor, desto besser (und teurer) die Kamera. Viele Hersteller verkaufen das Kameragehäuse im Paket mit einem einfachen Zoomobjektiv, was für den Anfang völlig ausreicht. Weitere Objektive kann man dazukaufen, allerdings nur vom gleichen Hersteller. 

Fazit: Systemkameras eignen sich für ambitionierte Fotografen, die es kompakter mögen und nicht ganz so viel Geld ausgeben wollen wie für eine DSLR. Je nach Modell und Objektiv gelingen mit der spiegellosen Systemkamera genauso hervorragende Bilder wie mit einer Spiegelreflexkamera.

Analoge Fotoapparate

Die gute alte Analogkamera, in die man einen Film einlegt, den man nach dem Urlaub zum Entwickeln bringt, wird im heutigen digitalen Zeitalter so gut wie gar nicht mehr genutzt. Allenfalls leidenschaftliche Profi-Fotografen haben neben ihrer DSLR auch eine professionelle analoge Kameraausrüstung, mit der das Zusammenspiel von Zeit und Blende zur kreativen Herausforderung wird.

Dabei hatte das Fotografieren mit der analogen Kamera, das noch in den 90er-Jahren Gang und Gäbe war, durchaus seine Reize: Man machte viel weniger Fotos, und die Spannung war groß, was am Ende dabei herausgekommen war. Man freute sich beim Abholen der Bilder über viele zufällige Schnappschüsse und behielt auch solche Fotos, die man auf der Digicam längst gelöscht hätte. Wer sich in diese Zeit zurückversetzen möchte, sollte beim nächsten Urlaub einfach mal wieder den analogen Fotoapparat mitnehmen, der bestimmt noch irgendwo in einer Schublade rumliegt. Nostalgiker und inzwischen erwachsen gewordene Kinder der 90er werden sicher großen Spaß dabei haben.

Fast 200 Millionen Filmrollen wurden noch im Jahr 2000 in Deutschland verkauft. 2012 waren es nur noch 11,3 Millionen Stück

Foto: Getty Images

Einfache analoge Kameras eignen sich auch perfekt, um Kinder an das Fotografieren heranzuführen. Wer keinen analogen Fotoapparat mehr zu Hause hat, kann seinem Kind auch eine Einwegkamera aus dem Drogeriemarkt besorgen. Zum einen gibt es da keine Knöpfe und empfindlichen Teile wie bei der Digitalkamera, an denen Kinder etwas kaputt machen könnten. Und es macht auch nichts, wenn die Kamera mal in den Sand fällt. Außerdem ist es für Kinder ein schönes Erlebnis, den Film nach dem Urlaub zum Entwickeln zu bringen und die fertigen Fotos wieder abzuholen.

Fazit: Analoge Fotoapparate sind eher was für Nostalgiker. Im Vergleich zu digitalen Kameras ist die Bildanzahl bei analogen Fotoapparaten stark begrenzt. Man kann das Ergebnis nicht vorab auf einem Display ansehen, um es gegebenenfalls zu korrigieren. Analoge Kameras eignen sich aber sehr gut, um Kinder mit dem Fotografieren vertraut zu machen.

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