Zustand: gruselig, Startgebot: 630.000 Euro

US-Geisterstadt kommt an Halloween unter den Hammer

In Johnsonville wohnt seit 16 Jahren keine Menschenseele – nachdem ein Feuer in der Fabrik den Menschen die Arbeit genommen hatte. Acht historische Gebäude, darunter ein Gemeindehaus, ein Shop und Wohnhäuser, bilden den verlassenen Ort. Jetzt, in den Tagen um Halloween, wird die Geisterstadt im Internet versteigert.

Marlen Gruner Von Marlen Gruner

Stellen Sie sich mal vor, Sie würden für 630.000 Euro kein schickes Häuschen, sondern gleich einen ganzen Ort kaufen. Geht nicht? Geht doch! Und zwar in den USA. Dort kommt jetzt in den Tagen um Halloween das gesamte Johnsonville unter den Hammer. Aber Vorsicht: Es handelt sich um eine Geisterstadt.

Johnsonville liegt mitten im US-Bundesstaat Connecticut zwei Stunden südwestlich von New York und wird von einer US-Immobilienfirma vom 28. bis 30. Oktober im Internet versteigert, berichtete der amerikanische TV-Sender ABC. Das Gruselige daran: Der Ort ist seit 16 Jahren unbewohnt. Keine Menschenseele läuft hier noch durch die Straßen, niemand macht in den viktorianischen Häusern abends das Licht an. Keiner geht mehr in die einst herrschaftliche Kapelle.

Doch ein Spaziergang durch den Ort zeigt: Was einem nachts wohl einen kalten Schauer über den Rücken jagen würde, entpuppt sich tagsüber als Idyll mit Seeblick. Das frühere Gemeindehaus, der ehemalige Einkaufsladen und mehrere Wohnhäuser versprühen bei Sonnenlicht noch immer den Charme, den sich englische Einwanderer an der Nordostküste der USA um 1840 aufgebaut hatten.

Niemand geht in den viktorianischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert mehr ein oder aus – sie sind menschenleer

Foto: Auction.com/RM Bradley

„19th century village with 21st century living“ (zu Deutsch: „19.-Jahrhundert-Dorf mit 21.-Jahrhundert-Flair“) – so wird Johnsonville in der Online-Auktion beschrieben. Touristen bevölkern die Geisterstadt bei Tag und hauchen dem toten Ort ein wenig Leben ein. Sogar eine Facebook-Seite hat das schaurigschöne Städtchen.

Die am besten bewerteten Hotels in den USA!
 
Tatsächlich muss in Johnsonville noch bis 1998 das Leben gebrummt und die Wirtschaft floriert haben – bis 1972 ein Blitz die Garnfabrik traf und ein verheerendes Feuer ausbrach, welches die bis dahin drittälteste Produktionsstätte der USA zum Erliegen brachte. Als 1998 dann auch noch ihr Besitzer Raymond Schmitt starb, zogen die Einwohner fort: Der 250.000 Quadratmeter große Ort wurde plötzlich menschenleer. Und sollte es für mehr als 16 Jahre bleiben.

Johnsonville soll in einer Auktion ausgerechnet zu Halloween einen neuen Besitzer finden. Das Makler-Video zeigt die geisterhafte Stadt in schönstem Sonnenlicht.

Foto: Auction.com/RM Bradley

Im Jahr 2001 verliebte sich die US-Immobilienfirma RM Bradley in das historische Stück Land samt See und kaufte es. Doch als ob ein Fluch über dem Ort läge: Zwei Rezessionen infolge des 11. September machten Johnsonville nahezu wertlos. Jetzt soll die Geisterstadt zu neuem Leben erweckt werden – und zwar ausgerechnet an Halloween. Denn das Datum, so hofft die Immobilienfirma, könnte angesichts des geheimnisvollen Ortes zusätzlich Interesse wecken.

Ein Camp, Hotels, Seniorenunterkünfte sowie Restaurants, Shops und eine Schule könnten entstehen. Muss nur noch ein Käufer gefunden werden. Na, Interesse an einer Geisterstadt? Hier geht es zur Versteigerung:

Auf auction.com können Interessenten die Geisterstadt ersteigern. Das Startgebot liegt bei 800.000 Dollar (630.000 Euro).

Foto: Auction.com/RM Bradley

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