Mit Rezept!

Wie schmeckt eigentlich „Berliner Luft“?

„Berliner Luft“: Das riecht schon beim Lesen nach Großstadt-Mief und allem, was dazu gehört. Sie kann aber auch anders: süß, klebrig, schaumig. Nämlich dann, wenn die „Berliner Luft“ in Form eines Desserts auf den Tisch kommt. Was es mit der Nachspeise auf sich hat und wie man sie zubereitet, lesen Sie in unserer Food-Kolumne „Friederikes Weltspeisen“.

FriederikeKoenig.jpg Von Friederike Koenig

Als ich vor einigen Jahren nach Berlin zog, fehlte mir vor allem eines: die gute Luft. Als Landei vermisst man den Duft von frisch gemähter Wiese, den Geruch von Baumharz wenn man durch den Wald läuft und ja, selbst den Mief von Kuhmist-Dünger habe ich mir das ein oder andere Mal herbeigewünscht. Berlin ist cool, ohne Frage. Aber hätte ich beschreiben müssen, wie Berliner Luft riecht, hätte meine geliebte neue Heimat ziemlich schlecht abgeschnitten. Bis jetzt.

Foto: Travelbook/ Getty Images

Denn vor Kurzem habe ich „Berliner Luft“ probiert. Nicht den Pfefferminz-Likör, der den gleichen Namen trägt (laut meinem Kollegen muss man im Club dafür nur „Einmal Zähneputzen“ bestellen), sondern eine schaumig-lockere Süßspeise aus Eiern, Zucker, Weißwein und Zitronen.

Das kleine Gläschen Creme war Teil des englischen Nachmittagstees im Hotel Adlon. Nach Blutwurst-Bällchen, Schinkenbrot, Quiche, Scones, Pfannkuchen und Macarons  in Miniaturformat war das sozusagen der krönende Abschluss – und definitiv auch das Letzte, was man als normaler Mensch an nur einem Nachmittag verdrücken kann.

Eine Etagere voll mit kleinen Leckereien gibt es zum „High Tea“ im Hotel Adlon in Berlin

Foto: Friederike Koenig

Landei hin oder her: Fragt man mich heute, wie Berliner Luft riecht und schmeckt, antworte ich: süß, sehr süß. Und unglaublich lecker.

Das Original-Rezept von Jürgen Bemmerl, Küchenchef im Adlon, gibt es hier:

Zutaten

  • 100 ml Weißwein
  • 175 Gramm Zucker
  • 175 ml Zitronensaft
  • 150 Gramm Eigelb ( Eigelb von 7,5 Eiern)
  • 12 Blatt Gelatine 
  • 400 Gramm Eiweiß ( Eiweiß von 12 Eiern)

Zubereitung

  1. Weißwein, Zucker, Zitronensaft und Eigelb zusammen in einen Topf geben und unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen.

  2. Gelatine zum Quellen in Eiswasser legen, danach das überschüssige Wasser auspressen und die Gelatine unter die warme Masse rühren.

  3. Eiweiß steif schlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Das feste Eiweiß danach direkt unter die warme Masse heben.

  4. Die Creme in das gewünschte Geschirr füllen und zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen.

So sieht sie aus: die „Berliner Luft“ im Gläschen

Foto: Friederike Koenig

Tipps

1. Wem die Creme alleine zu langweilig ist, kann sie statt als Haupt-Nachtisch wunderbar als Topping verwenden – zum Beispiel für rote Grütze oder Frucht-Mousse (zum Beispiel Himbeer oder Zitrone).

2. Besonders lecker im Sommer: ganz fein geraspelte Zitronen-Schalen unter die Creme rühren.

Adresse: Hotel Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, 10117 Berlin

Weitere Informationen zur Autorin finden Sie hier: www.friederike-koenig.de

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Hier kocht Friederike

Am Anfang war der Apfelkuchen. Ein ganz besonderer: mit Karamell, Quark und Streuseln – viermal gebacken, damit jede Schicht perfekt wird. Selbst schuld, wenn man so etwas lauwarm den Kollegen an einem Montagmorgen serviert. Denn seither gehören nicht mehr nur Tastatur, Stift und Zettel zu meinem Redaktionswerkzeugen, sondern auch Kochlöffel und Schürze.

In meiner Kolumne „Friederikes Weltspeisen“ koche ich Rezepte aus aller Welt nach, teile mit euch Fotos von den coolsten Streetfood-Märkten und verrate euch, in welchen Restaurants ihr mich zurzeit antreffen könnt.

Kommt mit auf kulinarische Weltreise: von Berlin in die köstliche Welt. Bon appétit!

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