Seit Jahrzehnten streiten sich zwei Bars

Wer hat die wahre Piña Colada erfunden?

Piña Colada ist einer der bekanntesten Cocktails der Welt. Er wurde in Songs verewigt und 1978 in seiner Heimat Puerto Rico vom damaligen Gouverneur Rafael Hernández Colón offiziell zum Nationalgetränk erhoben. Seither ist auf der kleinen Karibikinsel, die zu den USA gehört, jedes Jahr am 10. Juli der National Piña Colada Day. Doch wer hat den Cocktail erfunden? Seit Jahrzehnten tobt ein Streit zwischen zwei Bars.

Wer hat ihn nun wirklich zuerst gemixt, die berühmten Piña Colada? Auch wenn es vielen Liebhabern des Cocktails egal sein dürfte, in Puerto Rico streiten sich seit vielen Jahren zwei Bars darum, offiziell als Geburtsort des Drinks anerkannt zu werden: La Barrachina in der Altstadt und das Caribe Hilton, einem 5-Sterne-Hotel am Meer.

Die Bar Barrachina in der Altstadt von San Juan

Foto: La Barrachina

„Es war 1963“, erzählt Barkeeper George vom Barrachina, der täglich über 2000 Piña Coladas an durstige Gäste, meist von Kreuzfahrtschiffen, ausschenkt, „die Firma Lopez hatte eine neuartige, cremige Kokosnussmilch in der Dose auf den Markt gebracht und schrieb einen Rezeptwettbewerb aus.“

Barmixer George vom La Barrachina mit einer Piña Colada

Foto: Maggie Riepl

Der damalige Barkeeper, ein Spanier namens Don Ramon Portas Mingot gab Ananassaft und Rum dazu und kreierte damit den berühmten Cocktail. So steht es auch auf einer Steintafel vor dem Restaurant in der Calle Fortaleza. Und das beschwört auch Cailus, ein langjähriger Freund des Barrachina-Besitzers.

Caius, die gute Seele des Barrachina, vor der berühmten Tafel

Foto: Maggie Riepl

„Alles Lüge“, kontert Miguel aus dem Caribe Hilton, „es war bei uns und zwar schon 1954, als das Hilton noch Beachcomber hieß und die Hollywood-Stars hier Urlaub machten. 2004 hat man das 50-jährige Jubiläum groß gefeiert und auch einen Ramon geehrt, aber einen anderen: Der Hilton Barmann Ramon Marrero Perez, Spitzname Monchito, soll den Drink erfunden haben. Allerdings behauptete dies jahrelang auch sein damaliger Kollege: Ricardo Gracía. Er habe den Coco Loco mixen wollen, da seien ihm die Kokosnüsse, in denen er serviert wurde, ausgegangen. Stattdessen servierte er einen Drink in ausgehöhlter Ananas.

Das Caribe Hilton in San Juan

Foto: Caribe Hilton

War ein Pirat der wahre Erfinder der Piña Colada?

Am wahrscheinlichsten ist, dass keine der Geschichten stimmt. Denn Getränke mit Ananassaft, Kokos und Rum – drei Ingredienzien, die es traditionell in der Karibik gibt – tranken schon die Piraten im 19. Jahrhundert. Roberto Cofresí, eine Art puertoricanischer Jack Sparrow soll den hochprozentigen Mix, damals noch namenlos, nach erfolgreichen Beutezügen an seine Besatzung ausgeschenkt haben. Der Begriff Piña Colada taucht erstmals in den 1920er-Jahren in US-Zeitschriften auf.

Den Insulanern ist der langjährige Streit ohnehin ziemlich egal. Hauptsache, die Piña Colada ist lecker.

Die Altstadt von San Juan ist seit 1983 Unesco-Welterbe

Foto: Getty Images

Wo schmeckt der Cocktail am besten?

George vom Barrachina lässt Kokosmilch und Ananasaft wie Daiquiri in einem großen Gefäß unter ständigen Rühren gefrieren, dann gießt er den einheimischen braunen Rum, den Ron del Barralito, dazu. Wichtig sei, niemals Eis hineingeben, das verwässere den Drink, warnt George. Miguel im Hilton dagegen nimmt Bacardi Gold, Kokoscreme und Ananassaft und schüttelt das Ganze mit zerstoßenem Eis. Beide sind sich einig: Sahne darf auf keinen Fall hinein, sonst wird’s eine süße Plörre – mehr Dessert als Drink.

Der Innenhof der Bar La Barrachina

Foto: La Barrachina

Fazit: Der Cocktail vom Barrachina kostet 6 US-Dollar, ist sehr fruchtig, man schmeckt aber wenig Alkohol. Im Hilton ist die Piña Colada cremiger, weniger fruchtig, dafür kräftiger, kostet aber auch 12 Dollar.

Für Ivan Reyos vom San Juan Water and Beachclub ist der Piña-Colada-Krieg eine olle Kamelle. Er hat vor ein paar Monaten eine moderne Variante erfunden. Und die geht so: Rum der Sorte Zacapa und Cherry Bitter werden auf Eis gerührt, nicht geschüttelt, dann abgeseiht. Dazu kommt eine golfballgroße Eiskugel aus Kokosmilch, obendrauf ein Schaum aus Ananas und Eiweiß, garniert mit Kokosraspeln. Und serviert wird in einem kleinen Tumbler. Ganz anders,  ganz schön teuer (15 Dollar), aber ganz köstlich.

Ivan Reyos mit seiner modernen Version der Piña Colada

Foto: Maggie Riepl

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