Tourismusmesse

Aktuelle Meldungen von der ITB 2015

Am Mittwoch startete in Berlin die ITB, die weltgrößte Tourismusmesse. Destinationen, Veranstalter, Airlines, Hotels und viele weitere aus der Reisebranche präsentieren hier die neuesten Studien sowie Trends. Die aktuellen Meldungen:

+++ Karibikinsel Aruba gewinnt National Geographic World Legacy Award

Insgesamt sind mehr als 150 Bewerbungen aus 56 Ländern und sechs Kontinenten für die World Legacy Awards eingegangen. Nominiert wurden nicht nur besonders nachhaltige Unterkünfte, sondern auch Tourismusunternehmen und -organisationen sowie Reiseziele. Ein internationales Team von 18 Juroren hat aus den Bewerbern die Finalisten ausgewählt. Die Gewinner in den einzelnen Preiskategorien wurden nun bei der ITB in Berlin bekanntgegeben.

In der Kategorie „Destination Leadership“ ging die niederländische Karibikinsel Aruba als Gewinner hervor. Die Insel plant unter anderem, ihre Stromerzeugung bis 2020 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen. Hierfür kooperiert die Regierung seit 2012 mit dem Carbon War Room (CWR), einer private Institution, die einst von Sir Richard Branson ins Leben gerufen wurde und Konzepte gegen den weltweiten Klimawandel entwickelt.

Weitere Preisträger:

„Earth Changers“: Orange County Resorts, Indien
„Sense of Place“: Cavallo Point Lodge, USA
„Conserving the Natural World“: Huilo Huilo Biological Reserve, Chile
„Engaging Communities“: Tropic Journeys in Nature, Ecuador

Lesen Sie hier mehr über die Finalisten: National Geographic World Legacy Awards – Diese 7 Hotels & Resorts sind gut für die (Um)Welt

+++ Stimmung auf Trinidad und Tobago

+++ Auch ohne die Krim: Die Ukraine wirbt um Urlauber

Gerade einmal sechs kleine Stehpulte bilden die Außenwand des Stands. Ein blau-gelber Banner weist darauf hin, dass es sich um den Stand der Ukraine handelt, zwei Roll-ups stehen daneben, im Hintergrund zwei Poster. Das war's. Neben den überlebensgroßen Bildern, der strahlenden Beleuchtung und der Live-Musik vieler anderer Stände wirkt die Ukraine auf der Reisemesse ITB etwas verloren.

Einen Besucher hat es trotzdem schon frühmorgens an den Stand verschlagen. „Ist das alles, was Sie haben?“, fragt er. „Ja, aber wir haben jetzt Krieg“, antwortet Lesia Boguslavska. Der Besucher stellt noch ein, zwei Fragen, zieht weiter. Boguslavska kann es verstehen. „Es ist schwierig, die Urlauber zu überzeugen“, sagt die Vertreterin von Chervona Ruta, einer Kreuzfahrtgesellschaft. Der Krieg wirkt abschreckend. Dabei beschränke er sich auf den Osten: „Der Westen ist ganz sicher.“

Die Touristen bleiben trotzdem fern. Normalerweise hat das Kreuzfahrt-Unternehmen rund 4000 bis 5000 Gäste aus Deutschland pro Saison, erzählt Boguslavska. Letzte Saison habe es gar keine Kreuzfahrten gegeben. Die Route führt von Kiew nach Odessa. „Normalerweise hatten wir die Kreuzfahrten bis Krim.“ Selbstverständlich könne man Fahrten auch ohne Krim anbieten. Aber: „Natürlich ist die Krim die Perle der Ukraine.“

So sieht es auch Orest Furhala, Projektmanager des Veranstalters Reisewelt Ukraine. „Die Krim war ein Highlight.“ Der Ukraine-Spezialist hat keine Reisen auf die Halbinsel im Programm. „Wir bieten nichts an“, sagt Furhala. Und fügt direkt hinzu: „Fragen Sie mal bei Russland, ob die was anbieten.“

Die Stände der russischen Agenturen und Veranstalter liegen in der gegenüberliegenden Halle, ein Stockwerk tiefer. Die Krim wird hier nicht beworben. Zumindest nicht offensichtlich. Das Außenministerium habe nahegelegt, die Halbinsel in Deutschland und im restlichen Europa nicht zu promoten, erklärt Ekaterina Smirnova von der Russian Federal Agency for Tourism.

In Asien habe die Tourismusbehörde der Krim die Russische Föderation aber schon auf Messen begleitet. Vielleicht  – wenn die politische Situation sich ein wenig beruhige – könne sie das im nächsten Jahr auf der ITB auch, sagt Smirnova. Und dann wäre sie Teil des Russlands-Stands? „Natürlich“, sagt Smirnova. Versteckt ist die Krim aber auch schon in diesem Jahr dabei. „Reiseführer Russland“ steht auf den Karten, die auf Smirnovas Stehtisch ausliegen. Darin finden sich Beschreibungen über die touristischen Highlights Russlands. „Krim – wunderschöne Halbinsel Russlands“ ist auch dabei.

Zurück am Ukraine-Stand. Auch ohne Krim habe das Land viel zu bieten, sagt Furhala. Städte wie Lviv, Odessa, Kiew oder Regionen wie Donautal und Karpaten – „die sind sicher, die sind normal zugänglich“. Außerdem sei die Stadt Lviv – zu deutsch Lemberg – weit weg vom Kriegsgeschehen: Von München nach Lemberg seien es rund 1000 Kilometer, von Lemberg zum Kriegsgeschehen seien es ebenfalls etwa 1000 Kilometer, so Furhala. Und nach Lemberg kommen auch noch einige Touristen: Häufig aber nur noch für eine Tagestour aus dem nahen Polen. „Die Leute wollen doch rein, aber schnell raus.“

Auch in Kiew spürt man die Angst der Urlauber aus dem Westen. „Wir sind negativ besetzt“, sagt Frank Ludwig von der Tourismusvertretung der Stadt. „Wir haben nicht mal die Hälfte von dem, was vorher war.“ Dabei gebe es keine politischen Unruhen mehr, der Maidan sei schon seit August geräumt. Zumindest die russischen Geschäftsleute kommen weiterhin nach Kiew. „Der deutsche Markt ist fast tot.“

+++ DER-Touristik: In Griechenland werden die Betten knapp

Ägypten und Griechenland liegen bei DER Touristik derzeit hoch im Kurs. Im Vergleich zum Vorjahr habe es dort im Sommer 2014 ein Plus von zehn Prozent gegeben – auf Kreta lag es sogar bei 40 Prozent. Im bevorstehenden Sommer werden bereits die Betten knapp, erklärte René Herzog, Geschäftsführer DER Touristik Köln (ITS und Jahn Reisen), anlässlich der Reisemesse ITB in Berlin. In Ägypten sei man wieder auf Vorkrisenniveau angelangt.

Besonders die Ziele Hurghada und Marsa Alam am Roten Meer laufen wieder gut. Bei den Fernreisen hat es einen leichten Schwenk von Ost nach West gegeben: Ziele in der Karibik, Nord- und Südamerika seien bei den Gästen beliebter gewesen als zuvor, Thailand habe einen leichten Rückgang erlebt. „Der Indische Ozean lief gut“, sagte Michael Frese, Geschäftsführer DER Touristik Frankfurt (Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen). Dazu zählen etwa Mauritius, die Seychellen und die Malediven. Neu mit dabei ist wieder Sri Lanka. „Nach dem Tsunami wurde sehr viel investiert“, so Frese. Mittlerweile sei der Indische Ozean die stärkste Baderegion im Fernbereich bei der DER Touristik Frankfurt.

Neue Ziele zu erschließen, das gestaltet sich laut Frese schwierig. Der Veranstalter decke bereits sehr viele Destinationen ab. Kuba könnte sich aber mit der Lockerung des US-Embargos als touristisches Ziel weiterentwickeln.

In vielen Ländern weltweit gibt es derzeit politische Krisen. Passiert etwas in Europa, seien das oft nur Momentaufnahmen, die das Reiseverhalten nicht beeinflussen, erklärte Frese. Geschehe aber etwas weiter weg, etwa in Ägypten und Tunesien, dann merke man das sofort im Reiseverhalten. Von den Terroranschlägen im nahen Paris hat man beim Buchungsverhalten tatsächlich nichts gespürt, stimmt auch Herzog zu.

+++ Reisen in autoritäre Staaten: Hilfreich oder skrupellos?

Ob China, Kuba oder der Iran: Viele spannende Reiseländer werden von einem autoritären Regime geführt. Sind Reisen in solche Länder moralisch vertretbar? Wenn Kulturstätten unweit von Gefängnissen liegen, in denen Oppositionelle eingesperrt werden? Diese Frage wurde auf der Reisemesse ITB in Berlin diskutiert.

„Tourismus macht Begegnungen möglich und kann dabei helfen, dass Länder sich öffnen“, sagte Wolf-Dieter Zumpfort auf dem Podium. „Ein Richtig oder Falsch gibt es da unserer Meinung nach nicht“, stellte der stellvertretende Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung fest. Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Denn längst nicht jede Reise in eine Diktatur ist verantwortungslos. Im besten Fall kann sie viel Positives bewirken.

„Durch den Tourismus haben die Menschen vor Ort ein kleines Fenster zur Welt“, so formuliert es Peter-Mario Kubsch, Geschäftsführer von Studiosus. Austausch, Begegnung, Information und Öffentlichkeit: All das kann langfristig zu einer positiven Veränderung der Menschenrechtssituation beitragen. Prof. Hartmut Rein von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde bestätigt diese Einschätzung: „Viele Systeme haben sich durch den Kontakt mit ausländischen Besuchern verändert. Die Möglichkeit der Begegnung ist eine gute Sache.“

Wichtig ist der Hinweis, dass sich viele autoritäre Staaten kaum miteinander vergleichen lassen. Nordkorea ist ein stalinistisches Folterregime, China ein hierarchischer Ein-Parteien-Staat und Myanmar eine Post-Militärdiktatur im demokratischen Frühling. „Die Frage ist, was man unter einem autoritär regierten Staat versteht“, sagt Ury Steinweg, Geschäftsführer von Gebeco. Der Reiseveranstalter hat zum Beispiel China, Vietnam, die Emirate, Marokko, Kuba, Iran und Myanmar im Programm – alles Staaten, die dem westlichen Demokratieverständnis nicht entsprechen.

Nach Ansicht von Prof. Rein geht es in allen Fällen um eine entscheidende Frage: Wen unterstützt der Tourist mit seiner Reise – eher das Regime oder die lokale Bevölkerung? Wer dem System nicht finanziell in die Hände spielen will, sollte keine touristische Infrastruktur nutzen, die sich im Besitz des Staates befindet, erklärt Kubsch. Wichtig sei es, die Begegnung mit Einheimischen zu ermöglichen und nicht nur Sehenswürdigkeiten abzuhaken.

Trotzdem gibt es für die Touristen natürlich Grenzen. Die freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit ist eingeschränkt, was man bei Diskussionen über Politik berücksichtigen sollte. Die Reiseleiter geben in der Regel Ratschläge, was erlaubt ist und was nicht. „Touristen, die sich nicht offenherzig politisch oder religiös in der Öffentlichkeit betätigen, werden keine Einschränkungen bemerken“, sagt Steinweg. Auf dem Marktplatz lauthals den Rücktritt des Herrschers zu fordern – auf diese Idee kommen wohl ohnehin nur die wenigsten Reisenden.

Kann man also ohne moralische Bedenken in autoritäre Staaten oder sogar knallharte Diktaturen reisen? „Diktaturen sind nicht die richtigen Zielgebiete, um in der Sonne zu liegen. Aber verantwortungsvoller Tourismus bietet dem Land große Möglichkeiten“ – das ist das Fazit von Petra Thomas vom Verband Forum Anders Reisen. Der Urlauber muss sich bei seinem Veranstalter genau über die Organisation der Reise erkundigen. So erfährt er im besten Fall, wer von seinem Urlaub profitiert.

+++ Frankreich setzt noch bis 2018 auf Gedenktourismus

Noch bis 2018 wird es in Frankreich Veranstaltungen zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg geben. Im nächsten Jahr stehen etwa die Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Schlacht von Verdun an, erklärte der französische Botschafter Philippe Etienne auf der Reisemesse ITB in Berlin. „Verdun ist natürlich die größte Schlacht des Krieges, aber vielleicht auch der Geschichte“, hob er dessen Bedeutung hervor. Über mehrere Monate sollen anlässlich des Jubiläums verschiedene Veranstaltungen stattfinden.

In der Region Nord-Pas de Calais wird im November 2015 neben dem Soldatenfriedhof bei Neuville-Saint-Vaast ein Gedenkstein fertiggestellt, kündigte Christian Berger an, Direktor der Tourismusvertretung von Nord-Pas de Calais.

Schon im vergangenen Jahr war im November ein neues Mahnmal in der Region eingeweiht worden: L'Anneau de la mémoire, der Ring der Erinnerung. Er befindet sich gegenüber des Militärfriedhofs von Notre-Dame-de-Lorette nahe der Gemeinde Ablain-Saint-Nazaire. Im Gegensatz zum Friedhof, auf dem deutsche und französische Gefallene getrennt voneinander liegen, listet das Mahnmal alle Namen der Toten in alphabetischer Reihenfolge auf. Es sei ein Projekt der Verbrüderung, betont Berger.

+++ Österreich-Urlauber wollen betreute Bergabenteuer

Weitwanderwege, regionale Produkte und Touren in die Berge unter professioneller Führung: Von diesen Urlaubstrends berichtet der Deutschland-Chef von Österreich Werbung, Oskar Hinteregger, im Interview auf der Reisemesse ITB. Außerdem erklärt er die Bedeutung des Sommertourismus und was sich hinter dem Prinzip „Keine Entspannung ohne Anspannung“ verbirgt.

Zuletzt wurde viel über die Schneesicherheit in den Alpen diskutiert. Wie beurteilen Sie langfristig die Aussichten für den Wintersport in Österreich?
Hinteregger: In absehbarer Zeit bekommen wir keine Probleme. Unsere Gäste haben da eine andere Zeitrechnung. Die Urlauber planen maximal ein bis zwei Winterurlaube voraus. Aber natürlich setzen wir uns langfristig mit dem Thema auseinander.

Ist es notwendig, langfristig den Sommertourismus zu stärken?
Hinteregger: Wenn wir den Städteurlaub rausrechnen, zeigt der Winter stärkeres Wachstum. Aktuell ist der Anteil 50:50. Die Investitionen in die Infrastruktur im Sommer werden forciert. Das macht schon deshalb Sinn, weil der Sommer mehr Monate hat. Aber wir wollen im Sommer und im Winter weiter wachsen.

Was können Sie Urlaubern im Sommer bieten?
Hinteregger: Weitwanderwege sind aktuell ein großes Thema. Im Bregenzerwald gibt es zwölf neue Themenwege. Oder entlang des Salzalpensteigs geht es vom Chiemsee nach Obertraun in 18 Tagesetappen. Im Kurzreisebereich werden zum Beispiel Alpenüberquerungen in vier Tagen mit Wanderführer als Komplettpaket stark nachgefragt. Es gibt diese Tendenz: keine Entspannung ohne Anspannung. Der Urlaub wird ein Stück weit aktiver. Zum einen entdecken die Jüngeren den klassischen Alpinismus neu. Zum anderen bewegen sich die Urlauber ab 50 häufiger an der frischen Luft.

Welche Outdoor-Trends beobachten Sie?
Hinteregger: Das Erlebnis steht heute noch mehr im Vordergrund. Dazu gibt es maßgeschneiderte Betreuungsleistungen. Man sagt also nicht mehr: Da ist der Berg, und jetzt hab' Spaß! Erlebnisse wollen heute arrangiert und betreut sein, aber trotzdem individuell. Nehmen Sie die im Moment stark nachgefragten Schneeschuhwanderungen: Es passiert selten, dass jemand so etwas alleine macht. Solche Touren werden mit Bergführern gemacht. Die Leute suchen Profis, die sie begleiten und ihnen die Bergwelt näherbringen. Es gibt eine Renaissance des Schneesportlehrers.

Woher kommt das Bedürfnis nach solchen speziellen Ausflügen?
Hinteregger: Ich erkläre mir das mit der Reiseerfahrung der Urlauber. Der ist heute auf der ganzen Welt unterwegs, macht kaum eine Sache zweimal. Wenn er etwas tut, dann anständig und effizient. Es wird mehr Zeit für die Vorbereitung eingeräumt. Das hat von der Wertigkeit mächtig zugenommen.

Was können die einzelnen Regionen Urlaubern bieten?
Hinteregger: Das große Thema ist Regionalität in all seinen Ausprägungen. Im Pitztal gibt es zum Beispiel einen neuen Zirbenpark. Die Zirbe ist ein Baum, aus dem Cremes und Öl gemacht werden. Regionalität lässt sich nicht mehr auf die Kulinarik reduzieren. Es geht um mehr als Essen und Trinken, der Gast möchte im Urlaub möglichst viele lokale Ressourcen kennenlernen.

Merken Sie eigentlich schon den teuren Schweizer Franken?
Hinteregger: Wir merken das natürlich, die Buchungsanfragen in Österreich steigen. Die deutschen Gäste sind sehr preisbewusst.

+++ Niederlande mit Rekordzahlen und Imageproblemen

Die Zahlen sehen gut aus: Mehr als 3,9 Millionen Deutsche sind 2014 in die Niederlande gereist, Tagesbesucher nicht mitgezählt. Bereits 1955 zählte die Statistik 275.000 deutsche Gäste – seitdem hat sich die Zahl mehr als vervierzehnfacht. Und so wird es wohl weitergehen. Anouk Susan vom Niederländischen Büro für Tourismus (NBTC) hält es für realistisch, bald die 4-Millionen-Marke zu knacken. Trotzdem: Die Niederlande haben ein Imageproblem.

Viele Deutschen verbinden mit dem Nachbarland „Tulpen, Windmühlen und Holzpantinen“, sagte Anouk zum Auftakt der Reisemesse ITB in Berlin. Das ist so realistisch wie die Vorstellung mancher Amerikaner, die glauben, Deutsche liefen mit Lederhose und Sepplhut herum. Das eindimensionale Bild, das viele Deutsche von den Niederlanden haben, hat aber Auswirkungen aufs Urlaubsverhalten.

Eine Image-Studie vom NBTC ergab, dass die Deutschen mit ihrem Nachbarn vor allem Käse, Küste, Meer und Fahrradfreundlichkeit assoziieren und besonders Urlaub an der Nordsee schätzen. Das ist aus Sicht der niederländischen Tourismusexperten ein bisschen wenig. Schließlich habe Holland noch andere Seiten, wie Anouk Susan betont. Tiere in freier Wildbahn zum Beispiel und kaum berührte Natur.

Das weiß in Deutschland bloß kaum jemand – und deswegen ist Susan froh über den Dokumentarfilm „Die neue Wildnis“, der am 9. April in Deutschland ins Kino kommt. In den Niederlanden war er mit 750 000 Zuschauern ein riesiger Erfolg.

Der Film zeigt Bilder aus den Niederlanden, die die meisten Deutschen nicht erwartet hätten: Eine riesige Herde wilder, galoppierender Pferde, spielende Füchse und kreisende Seeadler. Zwei Jahre lang hat das Filmteam dafür vor allem in den Oostvaarderplassen in der Provinz Flevoland östlich von Amsterdam gedreht, wo alle diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen sind. Für Anouk Susan der beste Beweis dafür, dass es in den Niederlanden noch viel zu entdecken gibt.

Das sieht Axel Rüger ähnlich. Das Herzensanliegen vom Direktor des Van Gogh Museums in Amsterdam ist es aber weniger, den Deutschen die wilden Seiten der Niederlande nahezubringen. Ihm geht es um die Kunst. Schließlich gebe es wie bei den Wildtieren auch in den Museen die „Big Five“ – „Rembrandt, Vermeer, Van Gogh, Mondrian und Escher“, zählt er auf. Sein Museum zeigt vom 25. September bis 17. Januar 2016 eine Ausstellung zum Van-Gogh-Jahr aus Anlass von dessen 125. Todestag. Noch bis zum 17. Mai ist im Rijksmuseum in Amsterdam eine große Rembrandt-Ausstellung zu sehen.

Das Gemeentemuseum in Den Haag zeigt bis zum 6. September eine Ausstellung mit Werken der Den Haager Schule. Das Museum Escher im Palast in Den Haag widmet sich bis zum 31. Dezember den Bezügen zwischen realen Orten im Leben Eschers und seinen Werken.

Die Niederlande unter Kunst- und Kulturtouristen bekannter machen will auch die Initiative „Kunst Holland“, zu der sich die vier genannten Museen des Landes zusammengeschlossen haben. Bei der ITB hat sie mehrfach die Trommel für ihr Anliegen gerührt. Das Ziel ist klar: Wenn deutsche Urlauber über die Niederlande nachdenken, soll ihnen künftig mehr einfallen als Windmühlen und Holzpantinen.

+++ Regensburg statt Regenwald: Deutschland-Urlaub ist trendy

Deutschland liegt als Reiseland im Trend: Seit Jahren steht hinter den Gästezahlen konstant ein Plus. Im vergangenen Jahr zählte das Statistische Bundesamt 424 Millionen Übernachtungen – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Und das Volumen ist eigentlich noch höher, erklärt Claudia Gilles vom Deutschen Tourismusverband (DTV) anlässlich der Reisemesse ITB in Berlin. Denn in der Übernachtungsstatistik zählen etwa keine Reisen zu Verwandten oder Urlaube im Ferienhaus.

Das Besondere: Für die hohe Zahl an Übernachtungen in Deutschland sorgen vor allem die Deutschen selbst. So gehen von den 424 Millionen Übernachtungen 82 Prozent auf das Konto inländischer Gäste, erzählt Gilles.

„Zwei Drittel aller Deutschen machen im eigenen Land Urlaub“, fasst es Martin Katz zusammen. Er ist Vorsitzender im Ausschuss Deutschlandtourismus und deutschsprachige Länder beim Deutschen Reiseverband (DRV). Die GfK Marktforschung zählt bei den Inlandsurlauben im vergangenen Jahr sogar ein Plus von 9,9 Prozent. Katz hat dafür eine einfache Erklärung: „Mehr und mehr wird auch Deutschlandurlaub als wertig erachtet.“ Heute könne man sich – anders als in früheren Jahren – mit dem Urlaub in der Heimat sehen lassen. Teilweise gelte man nun sogar als trendy.

Außerdem macht der Deutsche mittlerweile mehr Urlaub als je zuvor – und stückelt ihn stärker. Statt einmal für drei Wochen geht es dreimal für eine Woche los, beschreibt Katz. Diese Aufteilung des Zeitbudgets stärkt den Tourismus in Deutschland ebenfalls.
In der Rangliste der Destinationen gibt es je nach Statistik teils unterschiedliche Ergebnisse. Werden nur die Übernachtungen gezählt, liegt Bayern stets an der Spitze. 2014 gab es hier 85 Millionen Übernachtungen von in- und ausländischen Gästen, erzählt Gilles. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen liegen mit jeweils knapp 50 Millionen Übernachtungen auf den Plätzen zwei und drei.

Ein bisschen anders sieht das Ranking aber aus, schaut man sich die Urlaube an, also Reisen ab fünf Tagen: Hier gewann im vergangenen Jahr Mecklenburg-Vorpommern gegen Bayern, berichtet die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Dann folgen Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

+++ Hongkong leuchtet

+++ TRAVELBOOK testet qatar airways
+++ Turkish Airlines weiterhin auf starkem Wachstumskurs

Wie Turkish Airlines im Rahmen der ITB am Donnerstag mitteilte, konnte die zweitgrößte Fluglinie Europas ihren Umsatz um 13 Prozent steigern – im Vorjahr hatte der Zuwachs 9,5 Prozent betragen. Ahmet Olmustur, Chief Marketing Officer (CMO) der Airline, gab auf der Messe bekannt, dass der Betriebsgewinn 638 Millionen US-Dollar erreicht. Der Netto-Erlös konnte sich zudem mit 845 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahresergebnis von 357 Millionen sogar mehr als verdoppeln.

Eine neue Bestmarke meldete Olmustur auch beim Passagieraufkommen: 54,7 Millionen Fluggäste wurden 2014 an Bord von Turkish Airlines begrüßt. Das entspricht einem Plus von mehr als 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Rekordrate – deutlich über dem Branchenschnitt von 5,6 Prozent – brachte auch das Kapazitätswachstum mit 16,3 Prozent. Der globale Marktanteil von Turkish Airlines ist damit von 1,6 auf 1,8 Prozent gestiegen.

Auch für Deutschland kündigte die Airline Expansionskurs an: In Kürze soll mit Baden-Baden der 14. Abflughafen ab Deutschland nach Istanbul eröffnet werden.

15 Prozent Wachstum in 2015

Olmustur sieht die Ziele in diesem Jahr zudem optimistisch: „2015 wollen wir die Kapazität um weitere 15 Prozent steigern“, sagte er. Die Anzahl der Passagiere soll auf 63,2 Millionen zunehmen. Wachstum steht auch auf der Agenda für das Streckennetz: Ab März fliegt Turkish Airlines mehrmals wöchentlich das taiwanesische Taipeh, Manila auf den Philippinen und Abuja in Nigeria an.

+++ Wohlfühl-atmosphäre im sunshine state
+++ Ägypten setzt auf Nachhaltigkeit
+++ ein besuch in der stadt der sünden
+++ zu gast bei turkish airlines
+++ unterwegs in gouda und nrw
+++ Ägypten beschwört Sicherheit – Tunesien will mehr Qualität

Die beliebten Urlaubsländer Ägypten und Tunesien haben den Arabischen Frühling sehr unterschiedlich hinter sich gebracht. In Ägypten kam es immer wieder zu Anschlägen, zuletzt in Assuan. Tourismusminister Hisham Zaazou verbürgt sich aber für die Sicherheit von Touristen. „Alle touristischen Orte sind sicher“, sagte Zaazou auf der Reisemesse ITB in Berlin. Im Fokus terroristischer Attacken stünden Armee und Polizei, nicht aber Touristen.

Der Terror werde nicht über Nacht verschwinden.  In Assuan war vor wenigen Tagen ein Sprengsatz in der Nähe einer Polizeistation explodiert. Dabei starben zwei Menschen. Assuan ist eine der touristischen Hauptorte entlang des Nils. Ägypten versucht seit einiger Zeit, Flusskreuzfahrten und Kulturreisen am Nil wieder beliebter zu machen. Das Geschäft war nach der Revolution deutlich eingebrochen und erholt sich derzeit langsam. Das starke Gästeplus bei den deutschen Reiseveranstaltern geht vor allem auf die Badeorte am Roten Meer zurück.

Beim Badeurlaub will auch Tunesien ansetzen und die Qualität der Hotels verbessern. Außerdem sollen touristische Produkte abseits der klassischen Pauschalreise ausgebaut werden. „All-inclusive ist eigentlich nicht sehr gut für den Tourismus“, sagte die neue tunesische Tourismusministerin Selma Elloumi Rekik auf auf der ITB. Wer eine Woche zu einem sehr geringen Preis in das Land reist, könne nicht erwarten, fantastische Küche zu bekommen.

Stetig sinkende Preise hätten dazu geführt, dass das Produkt Tunesien-Urlaub schlechter geworden ist, erklärte die Ministerin. „Für uns sind Pauschalreisen nicht interessant.“ Ziel sei es, alternative Tourismuskonzepte zu etablieren – was freilich schon länger versucht wird. Dazu zählen zum Beispiel der Sahara- und Kulturtourismus, aber auch Wellness-Angebote wie Thalasso. Ein nationales Qualitätslabel für Hotels werde derzeit in Kooperation mit Frankreich und Österreich entwickelt. Denkbar ist auch ein Investitionsgesetz, das touristische Projekte fördert, die dann etwa im Süden des Landes umgesetzt werden könnten.

Um das Hinterland zu erschließen, fehlt es derzeit vor allem an schnellen Flugverbindungen. „Der Luftverkehr ist ein Handicap für den tunesischen Tourismus“, sagte Rekik. Tunesien werde mit den Airlines zusammenarbeiten, um die Lage zu verbessern. Beim Thema Umwelt und Sauberkeit habe es in den vergangenen vier Jahren ein gewisses Laissez-faire gegeben. „In der Tat sind die lokalen Behörden ein bisschen nachlässig “, sagte die Ministerin. Das Land will dem Problem nun schon in der Schule mit Sauberkeitskampagnen für Kinder entgegenwirken.

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+++ Auslandsflüge aus Deutschland boomen

Von deutschen Flughäfen sind im vergangenen Jahr so viele Reisende wie nie zuvor ins Ausland geflogen. 81,6 Millionen Passagiere starteten von deutschen Flughäfen zu einer Auslandsreise, wie das Statistische Bundesamt anlässlich der Tourismusbörse ITB in Berlin berichtete. Das waren 2,7 Millionen Menschen oder 3,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit 2010 beobachtete Wachstumstrend fort.

Die allermeisten Fluggäste, nämlich 60,9 Millionen, flogen zu einem Flughafen in Europa (plus 3,7 Prozent). Beliebtestes Ziel blieben mit 7,2 Millionen die Mittelmeer-Inseln, wo insbesondere die griechischen Urlaubsorte zulegen konnten. Hier stieg das Passagieraufkommen aus Deutschland um fast 20 Prozent auf knapp 1,4 Millionen. Auch zum griechischen Festland waren deutlich mehr Passagiere unterwegs.

Unterteilt nach Nationen verteidigte Spanien mit 12,1 Millionen Fluggästen (plus 5,8 Prozent) souverän seinen Rang als beliebtestes Flugziel der Deutschen. Ein gutes Drittel des Spanienverkehrs (4,4 Millionen) entfiel auf die Balearen, ein weiteres Viertel (2,9 Millionen) auf die Kanaren. Zweitbeliebteste Destination in Europa war vor Großbritannien die Türkei mit 6,8 Millionen Fluggästen.

Bei den Überseezielen konnten die USA mit einem geringen Plus von 1,2 Prozent auf 5,8 Millionen Gäste ihren ersten Rang halten. China mit Hongkong legte um 8,5 Prozent auf 1,5 Millionen Fluggäste zu.

+++ Billigflüge nach dubai – Niedrige Hotelpreise im Big Apple
+++ ein neuer tag auf der itb beginnt
+++ unsere praktkantin alex ist auf ihrer weltreise auf bali angekommen :)
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+++ So viel geben die Deutschen für Urlaub aus: die reiseanalyse 2015

Wenn es um Urlaub geht, sitzt das Geld bei den Deutschen ziemlich locker. Immer mehr wird fürs Reisen ausgegeben, sowohl für kurze, als auch für längere Aufenthalte fernab der Heimat. Das ergab die Umfrage unter 5000 Personen zwischen 14 und 70 Jahren, die die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) im vergangenen Jahr in deutschen Haushalten durchgeführt hat.

Das Ergebnis: Nie haben die Deutschen mehr für Urlaubsreisen (5 Tage und länger) ausgegeben als 2014. Durchschnittlich 958 Euro zahlten sie pro Person für eine Reise – 52 Euro mehr als noch im Vorjahr. Etwa 12,5 Tage dauert der Urlaub im Schnitt. Zudem lassen sich immer mehr Menschen die schönsten Wochen des Jahres so richtig was kosten. Urlaubsreisen mit Ausgaben von mehr als 3000 Euro pro Person haben sich im letzten Jahrzehnt auf 2,4 Millionen verdoppelt. Das entspricht einem Anteil von gut 3 Prozent an allen Urlaubsreisen. Kurzreisen (2 bis 4 Tage) unternahmen die Deutschen 2014 im Schnitt 2,32 Stück und gaben pro Reise 261 Euro pro Person aus.

Einen ausführlichen Bericht zur Reiseanalyse finden Sie hier: Neue Studie zum Reiseverhalten – Am liebsten machen die Deutschen im Urlaub...

Präsentation der Ergebnisse der großen Reiseanalyse 2015. #itb #itbberlin #Urlaub #Reisen #Statistik #berlin

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+++ spanische tapas und Engel aus der Türkei

Fantastische Tapas am Stand von #Spanien. #itb #itbberlin #berlin #kulinarik #Reise #Urlaub

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+++ Verleihung der To Do! Awards

Im Rahmen der Tourismusbörse wurden die TO DO! Awards in Halle 4.1 vergeben. Der seit 1995 bestehende Wettbewerb zeichnet jedes Jahr internationale Projekte aus, die sich an den Prinzipien einer sozialverantwortlichen Tourismusentwicklung orientieren.

Die Gewinner 2014:
ACTUAR, Costa Rica
Mitan Responsible Tourism Project, Usbekistan
Reality Tours & Travel, Indien

+++ iran belegt erstmals eine gesamte halle

Die Niederlande sind mit rund 45 Ausstellern auf 280 Quadratmetern in Halle 10.1 so stark vertreten wie nie. Erstmals sind in diesem Jahr auch die Benelux-Länder in Halle 10.2 vereint. Der Iran belegt erstmals auf der ITB eine ganze Halle komplett (Halle 7.2 a). Afghanistan ist auch wieder auf der Messe vertreten – ebenso wie der Irak und Nordkorea. Der Pavillon von Sri Lanka steht dieses Jahr unter dem Motto „Eine Insel, acht Versprechen”. Messebesucher können auf mehr als 280 Quadratmetern Fläche einen Eindruck von den acht Erlebniswelten gewinnen

#Tänzer #spaß #Erfahrung #Tradition #Weltreise #wish2travel #picoftheday #happy #sri_lanka

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+++ Etwas Entspannung auf der ITB

So eine #itb ist auch ganz schön anstrengend. Gut, dass es #Massagen gibt. #berlin #Reisemesse #spa #wellness

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+++ Griechenland-Urlauber lässt die Krise kalt

Sparen? Bei den niedrigen Zinsen? Nein danke! Die Deutschen sind konsumfreudig und wollen in diesem Jahr mehr Geld für Reisen ausgeben. Das trifft sich gut: Die Urlaubsländer Griechenland und Ägypten zum Beispiel haben ihre Probleme hinter sich gelassen. Auch sonst boomt das Reisen. Die Tourismusbranche auf der Reisemesse ITB (4. bis 8. März) ist in diesem Jahr also wieder einmal fröhlich gestimmt. Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), erklärt im Interview, wohin die Reise geht und warum er sich um junge Urlauber sorgt.

Welchen Urlaub buchen die Deutschen in diesem Jahr gerne?
Fiebig: Was sehr gut läuft, sind die klassischen Badeziele rund ums Mittelmeer und Kreuzfahrten. Das Angebot an Schiffen ist noch größer geworden. Was sich außerdem gut entwickelt, sind die Balearen. Die Türkei wird im Moment eher noch verhalten gebucht, aber das kann sich noch ändern. Sehr erfreulich ist die Entwicklung in Ägypten. Dort verzeichnen wir in den ersten Monaten des laufenden Touristikjahres für die Vorausbuchungen ein prozentual zweistelliges Plus. Insgesamt stimmt uns der aktuelle Buchungstrend für die Sommermonate sehr positiv.

Warum sind die Balearen wieder so stark?
Fiebig: Es gibt zwischen den einzelnen Urlaubsländern immer mal wieder leichte Verschiebungen. Im vergangenen Jahr haben Länder wie Griechenland und die Kanaren von dieser Verlagerung der Urlaubspräferenzen profitiert. Die Balearen - und allen voran Mallorca - gehören schon seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Auslandsreisezielen der Bundesbürger und überzeugen in diesem Jahr mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Deutschen schätzen die gute Hotelqualität sowie die umfangreichen Flugverbindungen.

Gibt es in Griechenland wegen der politisch unsicheren Zukunft einen Dämpfer bei den Buchungen?
Fiebig: Bislang sehen wir keine Anzeichen, dass sich aufgrund der neuen politischen Führung an dem Aufwärtstrend bei den Besucherzahlen etwas ändert. Während der Krise ab 2010 wurden die Deutschen vor allem in der griechischen Presse nicht gerade freundlich dargestellt. Das ist vorbei. Ich sehe auch jetzt keine Anzeichen dafür, dass die deutschen Urlauber negativ gesehen werden.

Ist Tunesien nach dem arabischen Frühling wieder interessant?
Fiebig: Tunesien hat sich nach dem arabischen Frühling sehr positiv entwickelt. Nach anfänglichem Einbruch der Gästezahlen sind diese inzwischen wieder fast so hoch wie vor der Krise. Was den Urlaub abseits der klassischen Badeziele angeht, gibt es sicher noch Nachholbedarf. Potenzial sehe ich im Hinterland, das bisher touristisch noch nicht so gut erschlossen ist. Das ist mit Investitionen verbunden, die ihre Zeit brauchen.

Hat die Reisebranche ein Problem, junge Urlauber anzusprechen?
Fiebig: Es ist tatsächlich teilweise nicht so einfach, junge Leute für Pauschalreisen zu begeistern. Viele von ihnen bewegen sich im Netz und suchen sich selbst ihre Reisen zusammen. Das ist eine Herausforderung, denn viele wissen nicht um die Vorteile und die Absicherung, die eine professionell organisierte Urlaubsreise mit sich bringt. Mir hat aber gerade erst kürzlich eine junge Frau unter 30 erzählt, wie sie nach zwei, drei Tagen zeitintensiver Suche im Internet verzweifelt aufgegeben hat und ins Reisebüro gegangen ist.

Was ist der Vorteil eines Reisebüros?
Fiebig: Es ist schwierig, sich online an einem bestimmten Punkt zu entscheiden. Im Reisebüro bekommt der Urlauber kompetente Beratung und wertvolle Tipps und zahlt nicht mehr als im Netz. Darum gehen wieder mehr Kunden auch ins Reisebüro - der Umsatz über die stationären Büros hat deutlich zugelegt und auch deren Anzahl wächst.

Die Generation „65plus“ verreist so gerne wie nie zuvor. Werden die touristischen Angebote künfitg vor allem auf Senioren zugeschnitten sein?
Fiebig: Nein, denn die wollen Urlaub machen wie jeder andere auch, solange sie nicht auf besondere Betreuungsleistungen - etwa auf ärztliche Begleitung - angewiesen sind. Keiner der Älteren will spezielle Seniorenreisen machen. Von daher unterscheiden sich die Reisen nicht groß von dem Angebot für alle anderen. Was sich aber durchaus gut bei der älteren Generation entwickelt, sind Busreisen. Diese Reiseform ist auch gerade bei den Menschen beliebt, die ihren Lebenspartner verloren haben und Kontakt zu anderen Reisenden suchen. Außerdem ist das eine sehr komfortable Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen.

+++ Mallorca legt bei Alltours zu – Türkei deutlich günstiger

Der Urlaubsklassiker Mallorca ist bei Alltours derzeit besonders gefragt. Für den Sommer rechnet der Veranstalter mit einem Buchungszuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich – obwohl das Plus im vergangenen Sommer bereits bei 10 Prozent lag. Das teilte Alltours auf der Reisemesse ITB in Berlin mit. Im Winter entfielen sogar 20 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr auf Mallorca. Die Baleareninsel entwickelt sich damit immer mehr zu einer Ganzjahresdestination bei Alltours.

Auch die Gästezahlen auf den Kanaren haben den Rekordwinter 2013/14 noch einmal übertroffen. Einen deutlichen Zuwachs gab es auch in Ägypten. Tunesien hat sich dagegen nicht so stark entwickelt. Auf der Fernstrecke legten im Winter vor allem die Dominikanische Republik und die Vereinigten Arabischen Emirate deutlich zu, teilte Alltours mit.

Im kommenden Sommer ist Griechenland besonders gefragt: Die Buchungen liegen bislang rund 20 Prozent im Plus. Bereits im vergangenen Sommer hatte sich die Zahl der Gäste um 17 Prozent gesteigert. Kroatien verzeichnet in diesem Jahr sogar einen Zuwachs um 30 Prozent. Die Türkei hingegen liegt derzeit hinter den Vorjahreswerten zurück. Wegen der Rubelkrise bleiben in dem Land die russischen Gäste aus, so dass die Hoteliers ihre Preise gesenkt haben. Urlaub in der Türkei wird bei Alltours darum um bis zu 24 Prozent günstiger als im vergangenen Sommer.

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+++ Deutsche weiter in Reiselust: Branche erwartet Rekordjahr

Die deutsche Reisebranche nimmt Kurs auf weitere Rekorde. Zwar seien die internationalen Rahmenbedingungen mit Krisen beispielsweise in der Ukraine und in Griechenland nicht gerade förderlich. Alles spreche aber dafür, dass 2015 wieder „ein exzellentes Reisejahr“ werde, sagte Michael Frenzel, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), vor Eröffnung der Reisemesse ITB in Berlin. Ein Umsatzplus von 1,5 bis 2 Prozent sei in der neuen Saison möglich. Gebremst werde das Wachstum derzeit aber durch den Luftverkehr. Die deutschen Flughäfen drohten im internationalen Vergleich abgehängt zu werden.

Das Bedürfnis der Deutschen nach Urlaub und Reisen ist ungebrochen hoch – dazu tragen nach Einschätzung der Branche vor allem sichere Arbeitsplätze, steigende Löhne, niedrige Zinsen und eine hohe Konsumbereitschaft bei. „Die Deutschen haben ihre Koffer für die neue Reisesaison gepackt“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig.
Die Buchungssaison sei zu Jahresbeginn gut angelaufen. Für das wichtige Sommergeschäft hätten die Reisebüros bis Ende Januar ein Umsatzplus von rund fünf Prozent verzeichnet.

Besonders deutlich legten mit einem hohen zweistelligen Plus Buchungen für Ägypten zu. Das nordafrikanische Land gehörte allerdings auch zu den Verlierern der vergangenen Saison (minus 15,1 Prozent). Besser laufe es auch wieder für Tunesien und Sri Lanka, sagte Fiebig. Das zeige, dass politische Krisen und Naturkatastrophen immer nur einen kurzzeitigen Effekt hätten. Hoch im Kurs stehen derzeit auch Griechenland und die Balearen.

Erst 2014 hatten urlaubsfreudige Bundesbürger den Reiseveranstaltern und -büros zu Bestmarken verholfen. Die Nachfrage nach organisierten Reisen erreichte einen Rekordwert. Die Reiseveranstalter steigerten ihren Umsatz um rund eine Milliarde auf 26,3 Milliarden Euro. Getragen wurde das Wachstum stark von Kreuzfahrten. Es würden aber auch immer mehr teure Urlaube gebucht, sagte Fiebig. „Die Deutschen sind bereit, mehr Geld für den Urlaub auszugeben.“

Zu den Gewinnern unter Europas Reisezielen zählte Griechenland mit einem Plus von 17,2 Prozent. Bei den Fernreisen legten vor allem die Karibik (plus 13,9 Prozent) und Lateinamerika (plus 10,3 Prozent) sowie der Indische Ozean (plus 4,5 Prozent) zu.

Beliebtestes Reiseziel bleibt allerdings das eigenes Land. Hier ist noch offen, wie sich die Einführung des Mindestlohns auswirkt. Derzeit gebe es aber noch keine Anzeichen für negative Effekte, sagte Frenzel. Probleme sieht der BTW dafür im Luftverkehr: Die deutschen Flughäfen seien im internationalen Vergleich zuletzt deutlich zurückgefallen. Das liege an der Luftverkehrssteuer, an Nachtflugverboten und einer hohen Streikbereitschaft. „Die Luftverkehrssteuer hinterlässt deutliche Bremsspuren im Wachstum“, betonte Frenzel. Deutschland sei dadurch in wichtigen Bereichen international nicht konkurrenzfähig.

Die Preis- und Wechselkursentwicklung mit der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und der Abkopplung des Schweizer Franken vom Euro-Kurs macht den deutschen Reiseveranstaltern nach eigener Aussage wenig Sorgen. Individuell gebuchte Flüge und Übernachtungen könnten deutlich teurer werden. Das gelte aber nicht für die Produkte der Katalogveranstalter. Diese hätten sich in der Regel gegen schwankende Fremdwährungen abgesichert.

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Wichtige Infos für ITB-Besucher

Öffnungszeiten für Fachbesucher: 4. bis 8. März, 10 bis 18 Uhr

Öffnungszeiten für private Besucher: 7. und 8. März, 10 bis 18 Uhr

Eintritt für private Besucher: 15 Euro pro Tag, 12 Euro vorab im Internet, 8 Euro für Schüler und Studenten, 8 Euro für alle am Sonntag ab 14 Uhr, kostenlos für Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener.

Eintritt für Fachbesucher: vorab im Internet 35 Euro pro Tag, für alle Tage 50 Euro; auf der Messe 52 Euro pro Tag und 75 Euro für alle Tage.
Bus-Shuttle vom Parkplatz Olympiastadion, Flughafen Tegel, Hauptbahnhof, Unter den Linden/Friedrichstraße und Wittenbergplatz jeweils zum Eingang Süd der Messe.

Anfahrt mit Bus: M49, X34, X49, 139 bis Haltestelle Messe Nord/ICC oder 104 und 349 bis Haltestelle Messedamm/ZOB oder 218 und 349 bis Haltestelle Theodor-Heuss-Platz.

Anfahrt mit S-Bahn: S75 und S9 bis Messe Süd oder S41, S42, S46, S7, S9, S75 bis Westkreuz oder S41, S42 und S46 bis Messe Nord/ICC.

Anfahrt mit U-Bahn: U2 bis Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz.

Anfahrt mit Auto: von der A 10 (Berliner Ring) auf die A 100, A 111 oder A 115 (Avus) bis Dreieck Funkturm, Abfahrt Messegelände.

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