Hätten Sie das gewusst?

Das Klettern haben die Sachsen erfunden! Und zwar hier.

Vor 150 Jahren gelang fünf Turnern aus Sachsen, den Falkenstein im Elbsandsteingebirge zu besteigen. Damit hatten sie nicht nur Mut und Kraft bewiesen, sondern mal eben eine neue Sportart erfunden. Und das in einer wahrhaft beeindruckenden Kulisse, die schon Maler, Komponisten und Könige inspirierte. Ein Ausflug in die Sächsische Schweiz

Kein Wunder, dass Hans Christian Andersen dieses Felsenreich an der Elbe liebte. Mit den bizarren Gesteinen und geheimnisvollen Schluchten erscheint das Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz als der ideale Ort für einen Märchendichter – so mystisch wie märchenhaft, so fantastisch wie melancholisch.

Andere fanden das Gebirge südlich von Dresden vor allem romantisch, im ganz klassischen Sinne. Caspar David Friedrich malte hier im Jahr 1818 das wohl berühmteste Gemälde der Deutschen Romantik: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Und er war bei weitem nicht der einzige Maler, der die bizarren Felsen auf die Leinwand brachte. Heute verbindet der Malerweg all die Orte, wo die Künstler einst ihre Staffeleien aufstellten, es ist einer der schönsten Wanderwege Deutschlands.

Hat das Elbsandsteingebirge berühmt gemacht: Caspar David Friedrichs Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer” (1818)

Foto: Getty Images

Doch auch andere Künstler ließen sich im Elbsandsteingebirge inspirieren. Richard Wagner für seinen Lohengrin, Carl Maria von Weber für die Wolfsschluchtszene im Freischütz. Und Mary Shelley, Autorin von „Frankenstein“, wanderte hier schon durch den Uttewalder Grund, einem dichten Märchenwald, in dem Felsbrocken fantastische Schluchten und Tore bilden.

Auch das Freeclimbing wurde hier erfunden

Und dann gab es da noch die fünf Turner aus Schandau, dem heutigen Bad Schandau, die sich von den Felsen ihrer Heimat ebenfalls inspirieren ließen: nämlich zu einer gänzlich neuen Sportart. Als es ihnen am 6. März 1864 gelang, den Gipfel des Falkensteins zu bezwingen, hatten sie nicht nur Mut bewiesen, sondern mal eben den Klettersport erfunden – der sich von Sachsen schnell ausbreitete in der ganzen Welt.

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Doch nicht genug: Zehn Jahre später bestiegen zwei Steinmetze den Felsen Mönch bei Rathen erstmals ohne Hilfsmittel – woraus sich bis 1910 das Freiklettern entwickelte. Dabei dürfen Seil, Ring und Karabiner lediglich als Sicherung dienen. „Freeclimbing” nannte man diese felsschonende, aber nicht ungefährliche Form des Kletterns in den USA, wo es sich bald großer Beliebtheit erfreute – wie auch in vielen anderen Ländern der Erde.

Bis heute verzichten sächsische Bergsteiger übrigens auf Hilfsmittel für den Aufstieg, wie Klemmkeile aus Metall oder Magnesia. Stattdessen legen sie Schlingen über hervorstehende Zacken, in enge Risse oder um Auswaschungen. Das, so finden sie, fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie – und lassen Sie sich verzaubern von der märchenhaften Landschaft des Elbsandsteingebirges.

Anlässlich des 150. Jubiläums gibt es 2014 in Bad Schandau und in Neustadt je eine Sonderausstellung zur Geschichte des Kletterns.

Kletterkurse als Schnuppertag oder Grundkurs vermittelt der Tourismusverband Sächsische Schweiz. Information und Buchung unter Telefon +49 3501 4701-47 oder hier im Internet.

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Die Tafelberge in Sachsen

Als Tafelberg bezeichnet man ein Gipfelplateau, das flach ist wie ein Tisch und fast senkrechte Steilhänge aufweist. Im Elbsandsteingebirge gibt es mehrere Dutzend Tafelberge mit Höhen zwischen 300 und 730 Metern.

Lilienstein: Bereits August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, war fasziniert von dem Tafelberg, den er mit 38 Jahren auch selbst bestieg. Dafür wurden eigens Stufen in den Fels gehauen. Noch heute erinnert ein meterhoher Obelisk an dieses sportliche Ereignis.

Hoher Schneeberg: Er ist mit 723 Metern der höchste Tafelberg des Gebirges und liegt in der Böhmischen Schweiz, etwa sechs Kilometer südöstlich von Rosenthal-Bielatal. Schon 1864 wurde hier ein Aussichtsturm errichtet.

Der Große Zschirnstein: Der 562 Meter hohe Berg liegt vier Kilometer südlich von Reinhardtsdorf-Schöna und ist der höchste Tafelberg der Sächsischen Schweiz.

Zirkelstein: Er ist mit seinen 389 Metern vergleichsweise klein, aber durch seine ebenmäßige Form besonders schön. Vielleicht deswegen hat ist er auch auf Caspar David Friedrichs berühmtes Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ verewigt.

Königstein: Auf seinem Plateau befindet sich die gleichnamige, weit sichtbare Festung, ein eindrucksvolles Ensemble von Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts.

Pfaffenstein: Er wird auch „Sächsische Schweiz im Kleinen“ genannt und ist bekannt für seine Felsnadel „Barbarine“. Hier wurde schon in der Steinzeit gesiedelt.
 
 


 
 

Informationen für die Reise

Anreise: Mit der Bahn oder dem Auto über Dresden bis Pirna oder Bad Schandau. Von dort geht es weiter mit S-Bahn, Bus, Fähre oder zu Fuß. Hauptverkehrsader der Region ist die S-Bahn-Linie S1. Sie verbindet das Elbsandsteingebirge mit der Landeshauptstadt Dresden und Meißen. Wer direkt zu Fuße der Bastei übernachten möchte, mietet sich ein Zimmer im Kurort Rathen.

Der Nationalpark: Bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden einzelne Berge, später ganze Bereiche des Elbsandsteingebirges zu Schutzgebieten erklärt. 1990 wurde der Nationalpark Sächsische Schweiz gegründet. Zehn Jahre später erklärte auch Tschechien einen Teil der Böhmischen Schweiz zum Nationalpark. Heute besteht der Nationalpark Sächsische Schweiz aus zwei Teilen und umfasst insgesamt etwa 94 Quadratkilometer Fläche. Weitere Informationen im Internet.

Mit dem Fahrrad: Das Elbsandsteingebirge lässt sich auch wunderbar vom Rad aus erkunden. Einfach dem Elberadweg folgen – und die Tour ab und an für eine kleine Bergwanderung unterbrechen. Auch durch das Gebirge gibt es Radwege, allerdings sind diese mitunter sportlich anspruchsvoll. Viele Gastgeber haben sich auf die Radfahrer eingestellt und bieten Übernachtungen in radfreundlichen Unterkünften an. Informationen zum Radfahren in der Sächsischen Schweiz finden Sie hier.
 

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