„Das Kalifornien Deutschlands“

5 gute Gründe für eine Reise nach Fehmarn

Die Ostsee-Insel Fehmarn hat es dem Regisseur Christian Alvart ganz schön angetan. Seine neue Komödie „Halbe Brüder“, unter anderem mit Sido in einer der Hauptrollen, ist schon der zweite Film, den er auf Deutschlands drittgrößter Insel gedreht hat – in dem Roadmovie erscheint die Insel gar als das Sehnsuchtsziel und hat eine wichtige Bedeutung für die Protagonisten. Auf TRAVELBOOK verrät der Erfolgsregisseur, was Fehmarn so besonders macht.

Von Christian Alvart
1. das Kalifornien von Deutschland

Für uns Filmleute ist ja – neben der Schönheit der Landschaft – immer das Wetter interessant. Fehmarn hat über 2100 Sonnenstunden im Jahr. Aus ähnlichen Gründen ist seinerzeit die Filmwirtschaft nach Hollywood gezogen. Fehmarn ist also in diesem Sinne das „Kalifornien von Deutschland“. Ich selbst habe 2012 „Banklady“ und 2014 „Halbe Brüder“ auf Fehmarn gedreht. Das gute Wetter kommt natürlich auch Touristen zugute.

Und manchmal sorgt die Sonne dafür, dass das Meer brennt – Sonnenuntergang auf Fehmarn

Foto: getty

2. Die Spuren von Jimi Hendrix

„Halbe Brüder“ ist ein Roadmovie, ein Reisefilm. Uns war es wichtig, für diese Reise möglichst unterschiedliche Orte Deutschlands abzubilden. Nun gibt es sicherlich viele schöne Küstenregionen in Deutschland, aber nur Fehmarn war die Austragungsstätte des „Love & Peace“-Festivals, bei dem 1970 Jimi Hendrix seinen letzten Konzertauftritt hatte. Dieser Wallfahrtsort für Jimi-Hendrix-Fans spielt eine wichtige Rolle im Film.

Jimi Hendrix auf Fehmarn

Foto: getty

3. Der Wind trägt alle Sorgen weg

Wir sind natürlich alle einmal zu dem Originalschauplatz des Festivals gefahren und haben uns mit Jimis Gedenkstein fotografieren lassen. Allerdings haben wir für den Film unseren eigenen, filmischeren Gedenkstein gebaut und auch eine Location ausgesucht, bei der die Küste, der Stein und ein Leuchtturm die ideale Filmkulisse bilden. Bei der Locationsuche haben wir oft das Auto stehengelassen und sind kilometerweit gelaufen. Das waren dann geniale Spaziergänge, bei denen einem trotz knallender Sonne der Wind um die Nase wehte und alle Sorgen davontrug.

Keine Frage: Hier machen Strandspaziergänge Spaß

Foto: getty

4. Die leckeren Fischbrötchen

The Chau Ngo, der Kameramann von „Banklady“ ist ein besonderer Feinschmecker, der mich schon bei unseren Kieler Tatorten immer zielstrebig zum besten Matjesbrötchen der Stadt führen konnte. Auch bei einem Fehmarn-Besuch muss man natürlich Fischbrötchen essen. Dank meinem früheren Dreh kannte ich also einen tollen Tipp und konnte beim „Halbe Brüder“-Team zum ersten Mal in meinem Leben mit einer kulinarischen Empfehlung glänzen. Wahrscheinlich gibt es jedoch keinen einzigen nicht frisch gefangenen Fisch auf Fehmarn und ich hätte auch blind auf irgendeines der zahlreichen Fischrestaurants zeigen können und denselben Erfolg gehabt.

Fischbrötchen schmecken natürlich auf Fehmarn besonders gut

Foto: getty

5. Bei Sturm werden Ausblicke zu Kunstwerken

Es gibt auf Fehmarn zahlreiche Wohn- und Übernachtungsmöglichkeiten direkt am Meer. Bei einem unserer Drehtage gab es einen starken Sturm und der Blick aus dem Wohnzimmerfenster unseres Motives war eines der eindrucksvollsten Kunstwerke, die ich je gesehen habe. Deswegen ist Fehmarn auch außerhalb der Saison eine Reise wert: Einen Herbst- oder Frühlingssturm sollte man einmal erlebt haben.

„Halbe Brüder“ auf Fehmarn: Fahri Yardim als Yasin, Paul Würdig als Julian und Tedros Teclebrhan als Addi

Foto: ConradFilm Bavaria Picture/Bernd Spauke

Der Film: In der Komödie Halbe Brüder von Christian Alvart geht es um die drei Halbbrüder Julian, (Paul „Sido“ Würdig), Yasin (Fahri Yardim) und Addi (Tedros „Teddy“ Teclebrhan), die sich auf einen Roadtrip durch Deutschland begeben, um ihre Väter zu finden. Kinostart: 9. April.

Der Trailer von „Halbe Brüder“:

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Über Christian Alvart

abc

Christian Alvart (im Bild zweiter von links) wurde bereits für seinen ersten Film, den Thriller „Curiosity & the Cat“ für den Max-Ophüls-Preis nominiert. Sein Serienkiller-Film „Antikörper“ (2005) wurde auf mehreren internationalen Fantasy- und Thrillerfestivals preisgekrönt. Danach rief Hollywood an: 2009 drehte er den Horrorthriller „Case 39“ („Fall 39“) mit Renée Zellweger und im selben Jahr die britisch-deutscher Koproduktion „Pandorum“ mit Ben Foster und Dennis Quaid in den Hauptrollen. Für das deutsche Fernsehen realisierte Alvart das Beziehungsdrama „8 Uhr 28“, den Krimi „Wolff - Kampf im Revier“und für die Tatort-Reihe: „Borowski und der coole Hund“, „Borowski und der stille Gast“sowie die Til-Schweiger-Folgen „Willkommen in Hamburg“ und „Kopfgeld“. Im März 2014 startete der Kriminalthriller „Banklady“ in den Kinos, deren Hauptdarstellerin, Nadeshda Brennicke, beim Chicago International Film Festival dafür mit dem Darstellerpreis geehrt wurde.

Auf dem Foto oben von links nach rechts: Fahri Yardim, Christian Alvart, Paul Wuerdig (Sido) und Tedros Teclebrhan. Credit: Getty

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