Geheimtipps für die Banken-Metropole

Frankfurt, wie es nicht im Buche steht

Die Stadt am Main gilt als Deutschlands größtes Dorf. Doch Frankfurt ist alles andere als verschlafen und langweilig – gerade zur Buchmesse: Ein Mix aus 104 Hochhäusern (davon 31 über 100 Meter hoch) und altem Fachwerk, aus Bankenwelt und Wasserstraße, voller Luxuskarossen und Nobelläden – und gemütlichen Stadtteilen mit urigen Kneipen. Die Kollegen der BILD-Redaktion Frankfurt verraten Insider-Tipps – und natürlich ein paar Klassiker.

Willkommen in Frankfurt! Den Zusatz „am Main“ lassen die offiziell 685.172 Einwohner aus 170 Nationen selbstverständlich weg. Da gibt's kein WENN, kein ABER – und vor allem kein ODER ...

Mainhattan kennt man als Symbolbild für die Bankenkrise, als Stadt mit dem wichtigsten Flughafen Europas (über 57 Mio Passagiere pro Jahr), als Messe-Gigant (IAA, Buchmesse), Fußball-Zentrum (DFB, DFL, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, 1. FFC Frankfurt) – und Apfelwein-Hochburg.

So weit, so klar. Doch was darf ich nicht verpassen, wenn ich nur 48 Stunden in Frankfurt bin?

Stadtspaziergang voller Sehenswürdigkeiten (3 BIS 6 Stunden)

Start an der Alten Oper, Deutschlands wohl schönstem Konzerthaus mit traumhafter Gastro-Terrasse („Opéra“). Die benachbarte Große Bockenheimer Straße ist die Flaniermeile „Fressgass“, hier drängen sich Feinkostläden, Cafés, Restaurants. Ein Abstecher zur Börse, vor der Bulle und Bär steigende und sinkende Kurse symbolisieren. Weiter zur Hauptwache (früher Hinrichtungsstätte), DEM Treffpunkt für City-Besucher. Auf der Südseite steht die evangelische Katharinenkirche, wo schon die Familie Goethe betete. Ganz nah, im Großen Hirschgraben, ist das Geburtshaus von Johann Wolfgang von Goethe (Eintritt: 7, ermäßigt 3 Euro).

Über die Bethmannstraße geht's zur Paulskirche, dem Symbol der Demokratie. Hier trat am 18. Mai 1848 erstmals die Nationalversammlung zusammen (Paulsplatz 11). Von dort aus ist es nicht weit bis zum Römerberg, dem Zentrum der Altstadt. Seine Mitte schmückt der Gerechtigkeitsbrunnen, der bei Krönungsfeierlichkeiten auch schon mal Wein statt Wasser spendete. Hier steht das Rathaus Römer (Schwarz-Grün regiert). Berühmt ist der Balkon: Früher standen hier Könige, heute grüßen hier Staatsmänner oder siegreiche Fußballer. Nebenan ist die renommierte Schirn Kunsthalle, der Archäologische Garten, der Kaiserdom – und Deutschlands wohl einmaligste Baustelle: Der Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt auf 7000 Quadratmeter.

Hoch hinaus

Einziger Wolkenkratzer mit Publikumsverkehr ist der Maintower (Neue Mainzer Straße 52, 200 Meter hoch). Hier sitzt die Landesbank Hessen-Thüringen und (noch) ein hr-Fernsehstudio. Die Aussichtsplattform (54. Etage) ist sonntags bis donnerstags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Eintritt: 6,50, ermäßigt 4,50 Euro.

Weitere Ausblick auf Stadt und Skyline: Restaurant-Terrasse von Galeria Kaufhof (7. Etage, Zeil 116), Bar-Balkon vom „Fleming's Hotel“ am Eschenheimer Turm, „22nd“-Lounge im 22. Stock im Eurotheum (Neue Mainzer Straße).

Von der Burgruine Königstein-Falkenstein und dem Dettweiler Tempel hat man einen tollen Blick auf Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet. 360 Grad-Blick übers Rhein-Main-Gebiet: Aussichtsturm im Regionalpark Weilbacher Kiesgruben (41 Meter hoch), Aussichtsplattform in 27 Meter Höhe (Frankfurter Straße 76, Flörsheim). Der große Feldberg, höchste Erhebung im Taunus (878 Meter) und vor den Toren Frankfurts bietet DEN Panorama-Blick über die Rhein-Main-Region. Besonderes Highlight: Ein Heli-Rundflug vom Flugplatz Egelsbach (23 km weit weg), ab 99 Euro.

Museen

Am Sachsenhäuser Mainufer zwischen Eisernem Steg und Friedensbrücke liegt auf 1,5 Kilometern Deutschlands einzigartige Museumsmeile. Das gibt's zu sehen:
Museum für Angewandte Kunst, Weltkulturenmuseum, Deutsches Filmmuseum, Deutsches Architekturmuseum, Museum für Kommunikation,Städel (Kunstwerke aus sieben Jahrhunderten), Liebieghaus Skulpturensammlung, Museum Giersch. Nicht am Ufer, sondern im Westend: Senckenberg, das größte Naturkunde-Museum Deutschlands.

Ins Grüne

Paradies Palmengarten: 22 Hektar Botanik, 13 000 Pflanzen, Eintritt: 7 Euro, bis 13 Jahre: 2 Euro (Siesmayerstraße 61). Abenteuerspielplatz im Günthersburgpark. Kostet nichts, man kann gegen Pfand eine Werkzeugkiste ausleihen und dann nach Herzenslust bauen und hämmern.
Obsthof Schneider in Nieder-Erlenbach (Am Steinberg 24): 180 Sorten auf 15 Hektar (www.obsthof-am-steinberg.de) Alter Flugplatz in Bonames: Früher US-Militärstandort, heute Mekka für Inlineskater, Fahrrad-Anfänger, Naturfreunde – kostenlos.

Shoppen in Frankfurt

Meeres-Schätze: Im „Venos“ kaufen Top-Wirte ein (Rödelheimer Landstr. 75, Bockenheim).

Zeil: Zentrale Shoppingmeile. Hingucker: My Zeil (Zeil 106) auf 8 Ebenen mit Europas längster freitragender Rolltreppe (City).

Edel: Die Goethestraße ist Frankfurts „Fifth Avenue“ (City).

Ausgefallen: Berger Straße (Bornheim): Viele kleine Läden, Cafés, Kneipen, Veganes.

Schnäppchen: In der Hanauer Landstraße (Ostend) gibt's Autos, Möbel, Designerschnäppchen, Outlets.

Nobel: Schweizer Straße (Boutiquen, Fachgeschäfte).

Multikulturell: Leipziger Straße (Schmuck, Esoterik, Gemüse).

Kreativ: Brückenstraße (Kunst, Design).

Travel-Tipps von

Essen & Trinken

• In Frankfurt trinkt man Apfelwein („Stöffsche“) und isst Handkäs mit Musik (Sauermilchkäse mit Zwiebeln) – daran gewöhnen sich Magen und Darm mit der Zeit...

• Im Stadtteil Sachsenhausen gibt's etliche Apfelweinwirtschaften – eine mit angeschlossenem Theater steht im Nordend: „Zur Stalburg“ (Glauburgstraße 80), hier wird noch selbst gekeltert. 1 Schobbe (0,3-Glas Apfelwein): 1,80 Euro.

• 156 Stände, über 63 Händler: Die Kleinmarkthalle ist ein überdachtes Schlemmer-Paradies (8-18 Uhr, Hasengasse 5-7, Altstadt).

• Stern Kaffee in der Leipziger Straße, auf einen Espresso in der Kaffeerösterei – Familienbetrieb seit 1948.

• Eiscafé Michielin: Bei Aldo gibt's Frankfurts bestes Eis (1 Euro/Kugel, Eschersheimer Landstraße 46).

Ausgehen

„Zum Bitburger“ an der Alten Oper: Eisige Kühlschläuche bringen die Biergläser (0,2 Liter für 2 Euro) auf Temperatur. Dazu: Frische Mettbrötchen mit Zwiebeln.

„The Parlour“ in der Meisengasse 6 (City): Kleine Karte mit 8 bis 10 Cocktails (10-15 Euro).

Autoren-Bar im Steigenberger „Frankfurter Hof“: Anlaufpunkt Nr. 1 während der Buchmesse. Hier trifft man ab 19 Uhr Schriftsteller und Prominente.

Fußball-Kneipen: Upper Westside (An der Welle 7), Waxy's (Taubenstr. 11), „Champions“ im Marriott (Hamburger Allee 2), Pilsstube Pfiff (Kaiserstr. 61), Sams (Adlerflychtstr. 41).

„Gibson“ (Zeil 85-93): Club, TV-Studio und Konzert-Halle, Eigentümer sind u.a. die „Söhne Mannheims“.

„Yolo“ auf dem Grüneburgweg 86 (Nordend): Gemütliches Abendbrot bei einer Gastgeberin, die früher mal Nachrichtensprecherin war.

„Chinaski“ an der Alten Oper (ab 22 Uhr): Ob die Bar zum Club wird, entscheidet die Stimmung.

„BB“-Bar (Kaiserhofstr. 18): Absacker im Leopardenfell-Look. Wirtin Biggi ist Kult.

„Orange Peel“ (Kaiserstraße 39): Live-Musik, dienstags gratis Blues-Session ab 21 Uhr.

Für Norddeutsche: Nordhochzwei (Sandweg 64).

Travel-Tipps von

Besonderes, das nix kostet

• „Street-Art Brazil“: Elf Künstler haben die Stadt verschönert. Orte u.a.: Schirn, Römerberg, Hauptwache, Niddastr. 64, Zwillingstürme Deutsche Bank, Sparkasse Junghofstr., Bockenheimer Landstr. 102-104, Neue Mainzer Str. 57 und 59.

• Ausflug ins Mittelalter: Kapuzinerkloster Liebfrauen. Toll: Der „Hof der Stille“, in dem hunderte Teelichter leuchten. (Schärfengäßchen 3, immer offen).

• Für Lese-Ratten: Gratis-Bücher in 25 „offenen“ Bücherschränken. U.a.: Leipziger Straße 54, Berger Straße 253, Werftstraße 15, Oeder Weg 43, Andreasplatz, Am Weißen Stein, Schneidhainer Straße 1.

• EZB-Neubau: Giga-Baustelle im Ostend (1,2 Milliarden Euro), aus der ehemaligen Großmartkhalle wächst der neue Sitz der europäischen Zentralbank. Noch bis Ende 2013.

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