Piloten, Eisenbahner, Airport-Security, Flugbegleiter…

Warum auf Reisende ganz harte Streik-Zeiten zukommen

Streiks treffen fast immer Reisende, hat man den Eindruck. Nach dem Streikjahr 2014 gibt es kaum Hoffnung, dass es weniger wird. Ein Überblick!

Wer mit dem Flugzeug oder der Bahn unterwegs ist, kennt die Sorge vor dem nächsten Streik. Schlagkräftige Gewerkschaften suchen sich immer wieder Betriebe der Infrastruktur für Arbeitskampfmaßnahmen aus, um ihren Forderungen durchzusetzen – oft auf Kosten von Reisenden. Besonders heftig geht es seit dem vergangenen Jahr bei der Deutschen Bahn und der Lufthansa zu. Ein Überblick darüber, wo demnächst wieder mit Streik-Chaos zu rechnen ist:

Piloten

Die Piloten haben zu Beginn des vergangenen Jahres einem Arbeitskampf bei der Lufthansa zugestimmt. Elfmal hat die Vereinigung Cockpit seitdem zu Streiks bei Lufthansa oder der Tochter Germanwings aufgerufen und nur einmal den Ausstand kurzfristig abgesagt. Derzeit sind wieder die Germanwings-Piloten im Ausstand (mehr dazu in den Info-Kästen rechts).

Rund 7400 Flüge wurden gestrichen, etwa 850.000 Passagiere waren betroffen. Die Fronten im Lufthansa-Konzern sind verhärtet, zumal das Management eigentlich noch schärfer sparen will und intensiv nach neuen Billignischen sucht. Bei den Streiks geht es offiziell um die Übergangsrenten der Piloten, doch eigentlich um den künftigen Kurs von Europas größtem Luftverkehrskonzern.

Prognose: Dem Streik am 12. und 13. Februar bei Germanwings folgen weitere.

Lokführer

Die Lokführer stehen mit ihrer Gewerkschaft GDL seit Juli 2014 in einer zähen Tarifauseinandersetzung mit der Deutschen Bahn. Die wichtigsten GDL-Forderungen: Fünf Prozent mehr Geld, Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden, weniger Überstunden. Übergeordnet geht es der GDL um einen Tarifabschluss, der auch Beschäftigte des Zugpersonals jenseits der 20.000 Lokführer einschließt. Dafür hat die GDL bis November zwei Warnstreiks und vier Streiks organisiert. Zwischenstand: Einigung auf eine Einmalzahlung von 510 Euro für das Jahr 2014 für alle GDL-Mitlieder.

Prognose: Die GDL hätte gerne einen Tarifabschluss bis Anfang April. Aber noch fehlt eine Verständigung auf eine neue Tarifgrundlage. Neue Streiks drohen.

Eisenbahner

Die Eisenbahner, auch ein kleiner Teil der Lokführer, werden sonst von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten. Die EVG verhandelt seit August mit der Deutschen Bahn. Sie fordert für ihre 100.000 Mitglieder in dem Unternehmen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Im Gegensatz zur GDL pocht die EVG darauf, dass es keine konkurrierenden Tarifregelungen für eine Berufsgruppe gibt. Zwischenstand: Einigung auf eine Abschlagszahlung von 750 Euro für die meisten Beschäftigten.

Prognose: ungewiss. Die EVG rechnet damit, dass die Verhandlungen noch einige weitere Monate in Anspruch nehmen werden. Die Gewerkschaft hat bislang nicht gestreikt. Ein Ausstand ist aber durchaus im Bereich des Möglichen.

Flugbegleiter

Die Flugbegleiter der Lufthansa galten lange als gar nicht streikfähig. Doch die sonst so netten und serviceorientierten Stewardessen und Stewards zeigten dem Konzern im Sommer 2012 ein anderes Gesicht und ließen 1500 Flüge ausfallen. Wie die Piloten kämpft die Spartengewerkschaft Ufo um die Besitzstände der Beschäftigten. Bei einer im Januar abgeschlossenen Urabstimmung stimmte eine große Mehrheit für den Arbeitskampf, es hatte aber nur knapp jeder Zweite teilgenommen.

Prognose: In den bisherigen Verhandlungen hat sich Ufo flexibler gezeigt als die kampfstarken Piloten. Allerdings tun ihren Mitgliedern die geplanten Einschnitte bei Zusatz- und Übergangsrenten mehr weh als bei den Bestverdienern im Cockpit. Auch hier sind Streiks möglich.

Sicherheitsleute

Die Sicherheitsleute haben die Flughäfen als ideales Kampffeld für ihre Tarifforderungen entdeckt. Wenn die von Verdi organisierten Luftsicherheitsassistenten nicht mehr zu den Gepäck- und Personenkontrollen im Auftrag der Bundespolizei antreten, gehen den Fliegern schnell die Passagiere aus. Zu chaotischen Zuständen kam es jüngst zum Beispiel in Hamburg und Stuttgart. Gestreikt wird wie im vergangenen Jahr jeweils regional, weil auch die Tarifverträge nicht bundeseinheitlich sind.

Prognose: Die Streiks gehen weiter.

Sonstige Berufsgruppen 

Dazu zählen unter anderem das Flughafenpersonal oder die Fluglotsen. Die halten im Moment tarifpolitisch still. Verdi ruft allerdings selbst schon bei Warnstreiks im Öffentlichen Dienst besonders gern die Truppen an den einstmals öffentlichen Flughäfen auf.

Prognose: gelegentliche Streiks möglich.

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Alle Infos zum Germanwings-Streik

Die Nerven von Flugreisenden werden wieder strapaziert: Bei Germanwings fallen wegen eines Streiks die ersten Flüge aus. Die Piloten wollen zwei Tage lang die Arbeit niederlegen.
Wegen streikender Piloten müssen Passagiere der Fluggesellschaft Germanwings am Donnerstag und Freitag (12. und 13. Februar) mit Problemen rechnen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder zum Ausstand aufgerufen. Gestritten wird unter anderem über die Übergangsversorgung der Piloten vor dem Renteneintritt.


Nach Angaben von Germanwings sollen dennoch mehr als 60 Prozent aller Flüge stattfinden. „80 Prozent der Passagiere erreichen ihr Ziel“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Gestrichen wurden für Donnerstag rund 160 Verbindungen, am Freitag sollten etwa 180 Flüge ausfallen.


Ein Sprecher riet Passagieren, im Internet zu prüfen, ob ihre Verbindung ausfällt. Betroffene könnten ihren Flug dann kostenlos stornieren oder umbuchen.

Der Ausstand soll vor allem die Flughäfen Berlin, Köln/Bonn, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart treffen. In Frankfurt und München wird ein weitgehend normaler Betrieb erwartet, weil Germanwings diese Drehkreuze nur selten anfliegt.

Düsseldorf und Köln/Bonn: An den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn blieben die ersten Maschinen am Morgen am Boden. Zu größeren Komplikationen kam es nach Angaben der Flughafensprecher aber nicht. Für Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mehr als 80 Flüge in Nordrhein-Wetfalen gestrichen, darunter 40 Starts und Landungen am Flughafen Köln/Bonn und 44 in Düsseldorf. Die Passagiere seien im Vorfeld in der Regel sehr gut informiert gewesen. Außerdem sei nur ein kleiner Teil der Flugbewegungen am Airport von dem Streik betroffen, hieß es aus Düsseldorf.


Suttgart:
Am Stuttgarter Flughafen sollte fast die Hälfte der Flüge ausfallen. 34 von 80 Starts und Landungen wurden nach Angaben des Flughafens gestrichen.


Hamburg: Am Hamburger Airport fallen voraussichtlich 21 Abflüge und 21 Ankünfte aus. Man rechne aber kaum mit Behinderungen, sagte eine Sprecherin. Durch den Umbuchungsservice des Flugunternehmens sollten die meisten Fluggäste einen Ersatzflug gefunden haben.


Berlin: In Berlin sollten 48 von normalerweise 72 An- und Abflügen ausfallen. Laut Informationen des Flughafens bleibt es bei diesen geplanten Streichungen, die ersten Flüge seien ausgefallen.


Hannover: In Hannover fallen vier von sieben Germanwings-Flügen aus.


Service: Germanwings-Call-Center: 0180 6 320 320 (0,20 €/Anruf aus dem Festnetz - Mobilfunk maximal 0,60 €/Anruf)

Germanwings-Flüge gratis stornieren

Ist ihr Flug gestrichen, dürfen Passagiere online oder über das Call Center kostenlos umbuchen oder stornieren, teilt Germanwings mit. Fluggäste auf innerdeutschen Verbindungen bekommen einen Gutschein für die Bahn.


Verspätet sich ein Flug oder fällt ganz aus, steht Passagieren jedoch keine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu. Denn ein Streik gilt als höhere Gewalt. Normalerweise bekommen Passagiere bei einem Flugausfall oder einer Verspätung von mehr als drei Stunden eine Entschädigung. Dabei sieht die EU-Fluggastrechte-Verordnung je nach Flugstrecke eine Summe von 250, 400 oder 600 Euro vor.


Allerdings muss sich die Airline bei einem Pilotenstreik um die Passagiere am Flughafen kümmern. Wenn diese dort längere Zeit auf einen freien Platz in einer späteren Maschine warten müssen, stehen ihnen zum Beispiel Essen und Getränke zu. Meist erhalten sie Gutscheine, um sich am Flughafen versorgen zu können. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen. Den Transport vom Flughafen zum Hotel muss die Airline ebenfalls zahlen.

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