Die Wandersaison hat begonnen

Gehen Sie in diesem Herbst doch mal neue Wege!

Herbstzeit – das ist traditionelle Wanderzeit. Die Temperaturen sind angenehm und der Anblick leuchtend-bunter Wälder ein Traum. Da passt es gut, dass der Deutsche Wanderverband kürzlich neue Wanderwege zertifiziert hat. Also: Wanderschuhe an – und los!

Von Beate Krause

Wer in Deutschland die Landschaft zu Fuß erkunden will, hat die Qual der Wahl: Vom Strandvogt-Törn auf der Nordseeinsel Amrum zum Lechweg im Süden Bayerns, vom Mosel-Our-Weg im Westen bis zum Schlaubetal-Wanderweg im Osten – insgesamt rund 300 000 Kilometer Wanderwege gibt es bei uns. Gut 200 000 davon werden von den örtlichen Wandervereinen betreut, die übrigen von Gemeinden, Landkreisen oder Nationalparks.

Und es kommen ständig weitere dazu: Der Deutsche Wanderverband (DWV) zertifiziert regelmäßig neue Wege, die das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ tragen. Erkennbar sind sie am Logo des dunkelgrünen W's auf einer Deutschlandkarte. Die Kriterien für die Routen: Sie sind abwechslungsreich und möglichst naturbelassen und so deutlich markiert, dass sie auch ohne zusätzliche Karte abgelaufen werden können.

Nach der letzten Präsentation im Januar hat der DWV jetzt sieben neue Wanderwege zertifiziert. TRAVELBOOK stellt sie vor.

BERGMANNSROUTE: Region Lahntal  (26 km)

Sie hat es in sich – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Steinreich ist sie, an Eisenerz. Zur Blütezeit der Industrialisierung wurde das Metall in 210 Gruben abgebaut. Ein guter Start für die Wanderung ist die Goethe- und Optikstadt Wetzlar. Über das Kloster Altenberg erreicht man das einzige klassische Eisenerzbergwerk Deutschlands im Originalzustand: das Besucherbergwerk Grube Fortuna in Solms. Durch fürstlichen Forst und viele verschlungene Pfade geht es weiter in den Luftkurort Braunfels. Rückreise: nach Wetzlar mit dem Bus oder auf 13 km Lahnwanderweg.

Die Bergmannsroute startet in Wetzlar

Foto: Tourist-Information Wetzlar

Mehr Informationen über: Lahntal Tourismus Verband
Regionale Wandervereine: Taunusklub Gesamtverein, Westerwald-Verein

HOLZLANDWEG: Region Pfälzerwald  (38 km)

Dichte Wälder, imposante Felsen, verwunschene Täler, glasklare Bäche, fantastische Fernsichten – wer Stille und Abgeschiedenheit sucht, ist auf dem „Holzlandweg“ in der Urlaubsregion Pfälzerwald richtig. Highlights des 38 Kilometer langen Weges sind die keltisch-römische Bergbefestigungsanlage „Heidelsburg“, das Seelenfelsenmassiv, der Grauhansenfelsen und die netten Ortschaften, durch die der Holzlandweg den Wanderer führt.

Der Holzlandweg

Foto: Tourist-Information Waldfischbach-Burgalben

Weitere Informationen über: Tourist-Information Waldfischbach-Burgalben
Regionaler Wanderverein: Pfälzerwald-Verein

KELTEN-RÖMER-PFAD: Region Lahntal  (23 km)

Der Kelten-Römer-Pfad wurde als Wanderschleife am Lahnwanderweg konzipiert und verbindet archäologisch bedeutsame keltische und römische Stätten in der Region. Die rund 23 Kilometer lange Wanderschleife „Kelten-Römer-Pfad“ verläuft durch eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft, durch Wald und Wiesen – und bietet zahlreiche schöne Ausblicke und Einblicke in das keltische Leben am Dünsberg und die Bauweise einer römischen Stadtgründung am Römerforum Waldgirmes.

Auf dem Kelten-Römer-Pfad

Foto: Heike Bader/Landkreis Gießen

Weitere Informationen über: Landkreis Gießen
Regionale Wandervereine: Oberhessischer Gebirgsverein, Westerwald-Verein

MOSELSTEIG: Region Mosel (365 km)

Mit 365 Kilometern Länge und 24 Etappen gehört der Moselsteig zu den längsten und abwechslungsreichsten Fernwanderwegen Deutschlands. Er führt durch eine der schönsten Kulturlandschaften und begleitet den kompletten deutschen Mosellauf vom deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzort Perl bis zur Mündung am Deutschen Eck in Koblenz. Ein einzigartiges Wandererlebnis. 

Romantische Ausblicke am Moselsteig

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus

Mehr Infos über: Mosellandtouristik GmbH
Regionale Wandervereine: Eifelverein, Hunsrückverein

PADERBORNER-HÖHENWEG: Region Paderborner Land (21 km)

Eindrucksvolle Buchenwälder, kulturhistorische Sehenswürdigkeiten wie das Kleine Viadukt mit 12 gemauerten Bögen, das romantische Beketal, der höchste Punkt Paderborns (mit Gipfelkreuz!) und immer wieder fantastische Ausblicke sind die charakteristischen Merkmale des Paderborner Höhenweges. Der gut 21 Kilometer lange Panoramaweg verläuft beiderseits des Beketals überwiegend auf angenehm zu gehenden Waldwegen. Wanderer, die es weniger anstrengend mögen, profitieren von einer Querverbindung, die den Rundweg in eine knapp 14 Kilometer lange Nord- und eine 10 Kilometer lange Südschleife teilt.

Der Paderborner Höhenweg führt auch am 230 Meter langen Kleine Viadukt vorbei. Seine 11 Bögen überspannen das Tal der Dune in 33 Metern Höhe. Es wurde 1851-53 als Teil der Eisenbahnstrecke Paderborn-Kassel erbaut.

Foto: Tourist-Information Paderborn

Weitere Informationen über: Tourist Information Paderborn
Regionaler Wanderverein: Eggegebirgsverein

SICKINGER HÖHENWEG: Region Pfälzerwald (23 km)

Die Sickinger Höhe ist eine Region im westlichen Rheinland-Pfalz, die ihren Namen dem „letzten deutschen Ritter“ Franz von Sickingen (1451-1523) verdankt. Herrliche Weit- und Ausblicke und der Wechsel der verschiedenen Landschaftstypen charakterisieren diese Region und im Besonderen den Sickinger Höhenweg. Der geübte Wanderer kann den ca. 23 Kilometer langen Wanderweg als Tagestour bewältigen. Es empfiehlt sich aber, die anspruchsvolle Strecke über 619 Höhenmetern in zwei Tagesabschnitten zu erwandern. Ein absolutes „Muss“ sind die Felsformationen des Ramerfelsen, die Hermersberger Straußenfarm und der zu jeder Jahreszeit herrliche Blick über den Pfälzerwald.

Mehr über: Tourist-Information Waldfischbach-Burgalben
Regionaler Wanderverein: Pfälzerwald-Verein

URDONAUTALSTEIG: Region: Altmühltal/Donaumoos (60 km)

Vom südlichen Naturpark Altmühltal bei Dollnstein führt der neue Urdonautalsteig über Wellheim und Rennertshofen hinein in das Donaumoos bis Oberhausen und Neuburg a.d. Donau. Die fünf Etappen des neuen Wanderwegs erschließen auf 60 Kilometern die faszinierende Landschaft des Urdonautals mit sanften Talflanken, schroffen Felsformationen und Wacholderheiden sowie ursprünglichen Auwäldern und der breit dahinfließenden Donau. Zubringer zu nahegelegenen Bahnhöfen ermöglichen die Anreise auch ohne eigenes Auto.

Auf dem Urdonautalsteig

Foto: Tourismusinformation Dollnstein

Mehr Infos über: Tourismusverein Dollnstein
Regionaler Wanderverein: Fränkischer Albverein

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Mit diesem Logo zertifiziert der Deutsche Wanderverband ausgesuchte Wege. Die Bewertung gilt drei Jahre lang. Anschließend ist für den Antragsteller (örtlicher Wanderverein oder die jeweilige Gemeinde) nach erneuter Prüfung eine Wieder-Zertifizierung durch den DWV möglich.

Foto: Deutscher Wanderverband

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