„MS Amadea“ vs, „MS Deutschland“

Das alte und das neue „Traumschiff“ – der große Vergleich

Die „MS Amadea“ hat die „MS Deutschland“ als „Traumschiff“ in der beliebten ZDF-TV-Serie abgelöst. Doch worin genau unterscheiden sich die beiden Kreuzer? Größe, Ausstattung, Routen, Preise – der große Vergleich des neuen mit dem alten „Traumschiff“.

15 Jahre lang war die „MS Deutschland“ das „Traumschiff“, diente seit 1999 als Kulisse für allerlei Dramen, Lovestorys und Plänkeleien. 40 Folgen sind seither auf der „MS Deutschland“ entstanden, mehr als auf keinem anderen Kreuzfahrtschiff zuvor. Doch nun ist endgültig Schluss: Am 1. Januar 2015 sahen die ZDF-Zuschauer ihr lange vertrautes „Traumschiff“ zum letzten Mal in See stechen. Die „MS Deutschland“ ist pleite, Reederei und Betreibergesellschaft haben Insolvenz angemeldet. Inzwischen wurde das Schiff verkauft und wird nach einem Umbau vom US-Veranstalter Semester at Sea unter dem Namen „World Odyssey“ betrieben.

Die Fans der Fernsehserie mussten sich bis zur Ausstrahlung neuer Folgen gedulden. An Weihnachten 2015 war es nun so weit, im ZDF steuerte das „Traumschiff“ Macau an, an Neujahr wird eine weitere Episode der Erfolgsserie gesendet. Als Kulisse dient die „MS Amadea“ des Reiseveranstalters Phoenix-Reisen. Der Kreuzer ähnelt dem alten „Traumschiff“ zwar rein äußerlich, ist aber größer und schneller und unterscheidet sich auch sonst in vielen Dingen von der ehemaligen „MS Deutschland“.

1. Die Größe

Mit einer Länge von 193 Metern und einer Breite von 25 Metern ist die „MS Amadea“ etwas größer als ihr Vorgängerschiff. Ausgestattet ist der Kreuzer mit 604 Betten in 317 Kabinen, die „MS Deutschland“ hatte Platz für 520 Passagiere in 293 Kabinen. Trotz der höheren Kabinenzahl muss die ZDF-Crew auf dem neuen „Traumschiff“ zusammenrücken: Laut einem Bericht von BILD Hamburg sollen für die Dreharbeiten nur noch 30 Kabinen statt wie bisher 40 zur Verfügung stehen.

Die „MS Deutschland“ ist etwas kleiner als die „MS Amadea“

Foto: dpa Picture Alliance

2. Die Geschwindigkeit

Die „MS Amadea“ bringt es mit ihren 23.540 PS starken Motoren auf 21 Knoten und erreicht damit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern. Zum Vergleich: Die „MS Deutschland“ hat eine Maschinenleistung von 16.751 PS und erreicht höchstens 19 Knoten (rund 35 Stundenkilometer).

3. Die Ausstattung

Die größte und luxuriöseste Suite auf der „MS Deutschland“ verfügte über 30 Quadratmeter. Mit etwa 70 Quadratmeter fast doppelt so groß sind die Royal-Balkon-Suiten auf der „MS Amadea“. Die normalen Innen- und Außenkabinen sind auf dem neuen „Traumschiff“ etwa ein bis zwei Quadratmeter größer. Während die Gäste der „MS Deutschland“ die Wahl zwischen drei Restaurants hatten, sind es auf der „Amadea“ nur zwei. Dafür gibt es dort aber sieben Bars – fünf mehr als auf dem insolventen Traumschiff. Über einen großzügigen Wellnessbereich mit Sportangeboten verfügen beide Luxusliner.

Ein entscheidender Unterschied: Die Außenkabinen der einstigen „MS Deutschland“ haben keine Balkone, obwohl das inzwischen bei fast allen Luxusschiffen zum Standard gehört. Zudem liegen auf der „Deutschland“ allein 70 Kabinen innen, haben also kein Fenster. Beim Nachfolger-„Traumschiff“ liegen dagegen alle 317 Kabinen außen, fast die Hälfte mit Balkon.

Auf der „MS Amadea“ liegen alle Kabinen außen

Foto: Phoenix Reisen

Luxuriös und von bestem Service sind beide Schiffe. Der Berlitz Cruise Guide 2015, der Michelin der Kreuzfahrtbranche, hat die „MS Amadea“ gerade wieder mit „Vier Sterne plus“ ausgezeichnet. Weil die „MS Deutschland“ nach einem Streit mit Reeder Peter Deilmann schon seit Jahren keine Bewertung mehr im Berlitz Cruise Guide bekommen hatte, ist ein direkter Sternevergleich an dieser Stelle nicht möglich. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) klassifizierte die „MS Deutschland“ einst mit „Fünf Sterne Superior“ – allerdings wurde diese Klassifizierung im Jahr 2010 per Gerichtsbeschluss aufgehoben, weil die Sternevergabe für Kreuzfahrtschiffe nicht anhand des Kriterienkatalogs für Hotels an Land erfolgen könne.

4. Das Alter

Die „MS Deutschland“ lief im Januar 1998 vom Stapel, ist also sieben Jahre jünger als die „MS Amadea“. Doch zuletzt fehlte das Geld für geplante und notwendige Modernisierungen. Im vergangenen Herbst wurde die „MS Deutschland“ dann einem Bericht der „Kieler Nachrichten“ zufolge in Kiel zu einem Hochschulschiff umgebaut, das künftig mit amerikanischen Studenten in See stechen wird.

Die „MS Amadea“ wurde im Jahr 2006 komplett umgebaut und renoviert. Mit seinen ausschließlichen Außenkabinen ist das neue „Traumschiff“ trotz seines höheren Alters moderner als das die ehemalige „MS Deutschland“, kommt dem heutigen Standard neu gebauter Schiffe näher.

5. Die Routen

Insgesamt dreimal startete die „MS Deutschland“ in ihrer 16-jährigen Geschichte zu einer Weltreise. Die mehrmonatige Weltreise, die eigentlich Ende 2014 starten sollte, musste aufgrund der Finanzierungsprobleme kurzfristig abgesagt werden. Die sonstige Routenplanung der „MS Deutschland“ hat sich immer nach den Jahreszeiten gerichtet: Während das Schiff in den Sommermonaten von einem deutschen Hafen aus die Ostsee und die norwegischen Fjorde befuhr, war es im Frühjahr und im Herbst im Mittelmeer unterwegs und steuerte die Kanaren an. Im europäischen Winter standen warme Ziele wie Asien, die Karibik und Südafrika auf dem Programm.

Ähnlich hält es auch Phoenix Reisen mit seinem Flaggschiff „MS Amadea“: Im europäischen Frühling und Sommer werden eher nähere Ziele in Europa angesteuert, im Winter geht es in die Ferne. Allerdings steuert die „Amadea“ eher auch mal ungewöhnliche und selten besuchte Häfen oder Ziele an. So ging es zum Beispiel im August 2015 über Island durch den Atlantik bis an die nordwestliche Küste von Grönland.

6. Die Preise

Auf der „MS Amadea“ fährt man, trotz entsprechendem Komfort, wesentlich günstiger als auf der früheren „MS Deutschland“. So kostet eine 18-tägige Kreuzfahrt bis nach Spitzbergen in einer Außenkabine auf der „Amadea“ ab 4249 Euro pro Person. Auf der „MS Deutschland“ zahlte man für eine ähnliche Tour, die nur 16 Tage dauerte, ab 5680 Euro in der Außenkabine. Für eine zehntägige Umrundung von Großbritannien zahlen Gäste auf der „Amadea“ ab 2036 Euro in der Außenkabine, auf der „Deutschland“ musste man mit 4720 Euro fast das Doppelte berappen (14-tägige Reise).

Und auch für die ZDF-Crew wird es auf dem neuen „Traumschiff“ teurer als bisher: Sie bekommen die Kabinen nicht mehr, wie auf der „MS Deutschland“, umsonst gestellt, sondern lediglich „günstiger“, wie BILD Hamburg berichtet. Die „MS Amadea“ ist gut gebucht, und auf einen möglichen Werbeaffekt für das Schiff durch die beliebte ZDF-Serie ist Phoenix Reisen offensichtlich nicht angewiesen.

Fazit

Mit der „MS Amadea“ hat das ZDF augenscheinlich einen adäquaten Ersatz für das bisherige „Traumschiff“ gefunden. In mancherlei Hinsicht dürfte sich die „MS Amadea“ sogar als die bessere Kulisse erweisen, entspricht das Schiff mit seinen ausschließlich außen liegenden Kabinen, von denen viele einen Balkon haben, eher den heutigen Kreuzfahrtstandards. Auch dürften sich die Balkone für kitschige Kussszenen vor der im Meer versinkenden Sonne geradezu perfekt eignen.

Allerdings bleibt abzuwarten, wie die Zusammenarbeit zwischen der TV-Crew und dem Reiseveranstalter funktioniert. Während das ZDF für das bisherige „Traumschiff“ einen  Fünf-Jahres-Vertrag bis Ende 2017 hatte, wird mit der „MS Amadea“ vergleichsweise kurzfristig geplant. Zumindest die kommenden „Traumschiff“-Episoden stehen schon fest: Diese sollen auf der Kreuzfahrt von Chile nach Mexiko und von Kuba nach Hamburg gedreht werden.

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