Unfälle, Tote, Badeverbote

Woran erkenne ich, ob ein Strand sicher ist?

Mehrere Menschen sind in den vergangenen Wochen beim Baden in Ostsee ums Leben gekommen. Der Grund: starker Wind, hohe Wellen und Unterströmungen. Die Gefährdungslage hat sich seit dem Wochenende zwar beruhigt, doch es ist weiterhin Vorsicht geboten. Viele sind verunsichert und fragen sich, wo sie überhaupt noch baden dürfen.

Immer wieder mussten die Rettungsschwimmer der DLRG in den vergangenen Wochen Badegäste aus der aufgewühlten Ostsee ziehen. Für mehr als 20 Menschen kam jede Hilfe zu spät: Sie sind im Wasser ertrunken. Immer wieder waren Strandbesucher trotz roter Flagge und zusätzlich aufgestellter Warnschilder ins Wasser gegangen.

Seit dem Wochenende hat sich die Lage an der Ostsee wieder beruhigt. Der Wind hat nachgelassen, das Badeverbot wurde für die meisten Strände in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wieder aufgehoben. Badegäste sollten sich trotzdem immer genau informieren und auf entsprechende Warnhinweise vor Ort achten.

Woher weiß ich, wo ich ins wasser darf?

Ob ein Strand von Rettungsschwimmern überwacht wird, erkennt man an aufgestellten Hinweisschildern und entsprechenden DLRG-Stationen am Strand. Eine einzelne rot-gelbe Flagge am Mast der Wachstation zeigt an, dass Rettungsschwimmer im Dienst sind. Ein Flaggenpaar im Uferbreich des bewachten Strandabschnitts mit Rot über Gelb begrenzt das überwachte Badegebiet zu unbewachten Strandabschnitten.

Bei Stränden, die von der DLRG überwacht werden, sollte man sich unbedingt an die Signalwarnungen der Wasserretter halten. „Gelbe Flagge bedeutet: Es besteht eine allgemeine Warnung“, erklärt Hartmut Richter von der Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern auf TRAVELBOOK-Anfrage. „Rote Flagge bedeutet, dass ernsthaft gefährliche Wasserverhältnisse herrschen. Das heißt konkret: Lebensgefahr.“

Die DLRG stellt online eine Karte zur Verfügung, in der alle Strände mit Wachstationen verzeichnet sind. Die interaktive Karte finden Sie hier.

Foto: Screenshot / DLRG

Die Überwachung durch die DLRG erfolgt in der Regel zwischen 9 und 18 Uhr. Danach wird jegliche Beflaggung entfernt – so dass die Badegäste wissen, dass nun kein Rettungsschwimmer mehr vor Ort ist. Bei Stränden, die gar nicht überwacht werden, gibt es für die Besucher keinerlei zusätzliche Hinweise auf die Wasserverhältnisse.

Trotz roter Flagge und eindeutiger Warnschilder waren in den vergangenen Wochen immer wieder Menschen im Wasser

Foto: dpa Picture Alliance

Warum Menschen trotz eindeutiger Warnungen ins Wasser gehen, kann Hartmut Richter von der Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern nicht nachvollziehen. „Es gibt immer wieder Badegäste, die die Signalvorgaben komplett negieren und selbst mit Kindern ins Wasser gehen.“ Das Problem sei auch, dass die Wasserretter nicht weisungsbefugt seien. Letztlich liegt es also im Ermessen der Strandbesucher selbst, ob sie ins Wasser gehen oder nicht.

Das Ignorieren von eindeutigen Warnungen sei für die Rettungsschwimmer eine enorm belastende Situation, sagt auch Karsten Dose von der Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein. „Bei ihren Rundgängen können die Retter einfach nicht alles im Blick haben.“

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Rote Fahne missachtet – wer zahlt?

Wer sich trotz Badeverbots ins Wasser wagt, lebt zwar gefährlich, um seinen Versicherungsschutz muss er aber in der Regel nicht fürchten. „Anders als bei Sachversicherungen gibt es bei Personenversicherungen den Einwand der groben Fahrlässigkeit nicht“, erklärt Marin Oetzmann vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Eine Versicherung könne im Schadensfall die Leistung also nicht einfach verweigern.
 
Erleiden Schwimmer beispielsweise beim Baden im Ausland einen Unfall, können sie ihre Auslandsreisekrankenversicherung in Anspruch nehmen. Bergungskosten, Ausgaben für medizinische Leistungen oder Rückführungskosten – diese Leistungen übernimmt die Versicherung in der Regel auch, wenn Baden eigentlich untersagt war. Auch eine Unfallversicherung springt meist ein, sobald der Versicherte bleibende Schäden nach einem Badeunfall erleidet.
 
„Eine Einschränkung des Versicherungsschutzes sehe ich da nicht“, erklärt Monika Maria Risch, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). So müsste im Ernstfall beispielsweise bewiesen werden können, dass der Versicherte die rote Fahne am Strand gesehen habe.
 
Besondere Vorsicht gilt für jene, die auf fremde Kinder aufpassen. Hier bestehen bei einem Badeverbot nach Angaben von Risch meist erhöhte Aufsichtspflichten. „Im Ernstfall drohen Regressforderungen der Versicherung.“

Was bei Badeunfällen zu tun ist

Wer Augenzeuge eines Badeunfalls wird, alarmiert am besten zuerst den Rettungsdienst über den Notruf 112. Den Versuch, einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu bergen, sollte nur unternehmen, wer ausgebildeter Rettungsschwimmer ist. Alle anderen bringen sich dabei nur selbst in Gefahr, warnt der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Denn in seiner Panik könne der Verunglückte um sich schlagen oder den Helfer unter Wasser ziehen. Besser sei es daher, ihm einen schwimmenden Gegenstand wie einen Rettungsring zu reichen und damit zu versuchen, ihn an Land zu ziehen.
 
Vor dem Ertrinken Gerettete kühlen den Angaben zufolge schnell aus. Sie werden daher möglichst umgehend gewärmt, zum Beispiel mit trockenen Handtüchern, Decken, Bekleidung oder der Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten im Auto. Ist der Verunglückte bewusstlos, atmet aber, sollte er in die stabile Seitenlage mit überstrecktem Kopf gebracht werden. Atmet er nicht mehr, müssen Helfer umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Diese ist solange fortzusetzen, bis der Notarzt eintrifft oder der Betroffene wieder zu atmen beginnt.
 

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