Pilotenstreik

25 Lufthansa-Langstreckenflüge fallen aus

Reisende müssen sich erneut auf Ausfälle und Verzögerungen bei der Lufthansa einstellen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit bestreikt den Flughafen Frankfurt. Insgesamt fallen 25 Langstreckenflüge aus.

Es ist bereits die fünfte Streikwelle: Seit Dienstagmorgen um 8.00 Uhr bestreiken Lufthansa-Piloten den Flughafen Frankfurt. Noch bis 23.00 Uhr geht der Ausstand. Betroffen seien Flüge mit den Langstreckenjets Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340. Insgesamt fallen 25 Verbindungen aus.

Lufthansa kann nach eigenen Angaben  trotz des Streiks 30 Langstreckenflüge sicherstellen.

Hintergrund des Streiks ist der festgefahrene Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. „Da das Lufthansa-Management auch weiterhin kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen“, teilte VC mit. Man sei aber weiterhin jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden.

Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Lufthansa aus Spargründen den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken prüft. Einen ersten Versuch wolle Airline-Chef Carsten Spohr von November 2015 an bei dem neuen Günstigableger mit dem Namen Jump starten, berichtete das Magazin „Spiegel“. Maschinen vom Typ Airbus A340 würden an die Schweizer Fluggesellschaft PrivateAir verliehen und samt eidgenössischem Cockpit-Personal zurückgemietet. Mit diesem Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition könnten touristische Ziele wie Las Vegas oder Mauritius angeflogen werden – und Kosten gespart.

Worauf müssen sich Fluggäste am Dienstag einstellen?
„Für den Streikzeitraum ist mit Beeinträchtigungen auf Lufthansa-Langstreckenflügen von Frankfurt zu rechnen“, heißt es auf der Lufthansa-Homepage. „Das Münchner Lufthansa-Drehkreuz und der Kurz- und Mittelstreckenverkehr von und nach München und Frankfurt wird nicht von dem Streik betroffen sein.“

Auch bei Air France wird es aufgrund des ganzwöchigen Pilotenstreiks zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen. Am Montag etwa fallen voraussichtlich 52 Prozent aller Flüge aus, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit.

Lufthansa-Passagiere werden gebeten, sich online oder telefonisch über den Status ihres Flugs zu informieren.

Welche Möglichkeiten haben betroffene Fluggäste?
Wie die Lufthansa mitteilte, könnten „Passagiere, die im Besitz eines Lufthansa/SWISS/Austrian Airlines oder Brussels Airlines Ticket für Flüge am 30.09.2014 von/nach/via Frankfurt sind, können einmalig kostenlos umbuchen“.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?
Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft müssen gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?
Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zum gewünschten Ziel bringen, sofern das möglich ist.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?
Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen verschwendeter Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

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