Fernziele immer teurer

Wird die Eurotalfahrt zum Urlaubskiller?

Es waren goldene Zeiten für USA-Urlauber. Mehr als zehn Jahre war der Euro im Vergleich zum Dollar so stark, dass Amerika aus Sicht der Deutschen zum Schnäppchenziel wurde. Damit ist nun Schluss: Der Euro schwächelt, die USA – und damit viele weitere Fernziele – sind plötzlich für viele Deutsche zu teuer geworden. Wie viel genau – und welche Ziele günstiger sind.

„Sturzflug“, „Talfahrt“ – Begriffe, die einst den Verfall von Währungen in typischen Krisenländern beschrieben, gelten plötzlich für den Euro. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnet den Kursrückgang als „atemberaubend“, die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, selbst der Exportwirtschaft, die eigentlich von einem niedrigen Euro profitiert, sei die Entwertung „nicht geheuer“.

Ein Grund für den Kurssturz ist das von der Europäischen Zentralbank (EZB) begonnene Programm des Kaufs von Staatsanleihen. Und auch wenn sich die Politik bemüht zu betonen, dass hinter der Abwertung durchaus Kalkül steckt, bringt der schwächelnde Euro vor allem für Urlauber Nachteile.

„Dieses Jahr wird's bitter“

Zum Beispiel für Reisen in die USA. Mehr als zehn Jahre lang war „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ war auch für den kleinen Mann erreichbar. Wer günstig Markenprodukte einkaufen wollte, flog mal eben nach New York. Ein Familientrip nach Disneyland in Florida? Bezahlbar. Der Traum vom Roadtrip an der Westküste? Möglich!

Und heute? „Urlaub in meinem Lieblingsland USA ist zurzeit gar nicht mehr möglich“, schreibt ein TRAVELBOOK-Leser auf der Facebook-Seite. So wie ihm geht es vielen. Ein USA-Fan, der vergangenes Jahr noch bei einem Eurokurs von 1,37 Dollar eine Rundreise in Kalifornien machte, prognostiziert für seinen kommenden Trip: „Dieses Jahr im September wird’s bitter.“ Und eine andere Leserin schreibt: „Ich hätte gestern weinen können, als ich meine Euros in Dollar gewechselt habe.“

Das Chart verdeutlicht, wie sehr der Euro im Vergleich zum Dollar im vergangenen Jahr an Wert verloren hat:

Das Problem aus Sicht der Urlauber beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Dollar. Da viele Währungen von ihm abhängen, verteuert sich auch in diesen Ländern der Urlaub: Dazu gehören beliebte Reiseziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Karibik oder Asien (siehe auch die Charts weiter unten).

Dabei sind die Aussichten für die Reisebranche in diesem Jahr sehr gut. Die Deutschen seien bereit, „mehr Geld für den Urlaub auszugeben“, so der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig. 2015 könnte sogar zum Rekordjahr werden.

Schlechte Zeiten für Individualreisende

Amerika ist weiterhin ein beliebtes Ziel. „Eine Zurückhaltung beim Buchen von USA-Reisen ist nicht zu spüren“, erklärt DRV-Pressesprecherin Sibylle Zeuch auf TRAVELBOOK.de-Nachfrage. „Im Gegenteil, gerade für dieses Jahr erwarten wir mehr Buchungen für Veranstalterreisen zu fernen Zielen.“ Und da sich Reiseveranstalter in der Regel gegen schwankende Währungen absichern würden, könnten Urlauber in diesem Jahr mit stabilen Preisen rechnen.

Wer jedoch nicht Katalogreisen bucht, wird die Auswirkungen des schwächelnden Euro zu spüren bekommen. Zeuch: „Die aktuelle Wechselkursentwicklung hat vor allem unmittelbare Folgen für Individualreisende, die sich ihre Reise selbst zusammenstellen. Sie buchen dann Leistungen wie zum Beispiel das Hotelzimmer oder den Mietwagen zum jeweiligen, aktuellen Tagespreis.“ Trotzdem ist Zeuch optimistisch: „Es ist denkbar, dass viele Urlauber nun nochmals die Gelegenheit für eine Fernreise nutzen, da sie in diesem Jahr noch von fixen Katalogpreisen profitieren.“

Nur „minimaler Effekt“ erwartet

Für Pauschal- wie für Individualreisende gilt: Die Nebenkosten – Essen und Trinken, Transportkosten vor Ort, Eintrittspreise für Parks, Museen, Club etc. – steigen. Wie das Manager Magazin berichtet, hat ein Vergleich der Weltbank für die USA ergeben, dass der durchschnittliche Warenkorb dort heute 13 Prozent mehr kostet als zu Hause. Vor zwei Jahren sei dieser noch 9 Prozent günstiger gewesen.

In den USA selbst glaubt man nicht, dass der Tourismus aus Europa aufgrund der Wechselkursentwicklung einbrechen wird. „Wir rechnen insgesamt nur mit einem minimalen Effekt, der von Land zu Land unterschiedlich stark ausfallen wird“, sagt Tom Garzilli zu TRAVELBOOK.de. Garzilli ist Senior Vice President Global Partner Marketing bei Brand USA, einer öffentlich-privaten Organisation, die 2010 gegründet wurde und international für USA-Reisen werben soll. „Wir beobachten das Ganze, aber wir sind nicht beunruhigt.“

Diese Ziele sind günstiger geworden

„Mittlerweile bleibt für den Sommer nur noch Südeuropa, da in Euro abgerechnet wird“, schreibt ein TRAVELBOOK-Leser auf Facebook. Tatsächlich spricht die Währungsentwicklung derzeit für einen Urlaub in der Eurozone, etwa in Portugal, Spanien, Italien oder Griechenland. Allerdings gibt es dennoch Destinationen in der Ferne, die zuletzt günstiger geworden sind. Dazu gehören etwa Brasilien oder Indonesien.

Die Christusstatue in Rio de Janeiro: Brasiliens Währung, der Real, wird immer schwächer. Aus europäischer Sicht macht das den Urlaub am Zuckerhut günstiger.

Foto: Getty Images

Für Urlauber ist auch die Türkei weiterhin attraktiv. Obwohl der Euro seit Jahresbeginn im Vergleich zur türkischen Währung zunächst an Wert verlor, geht der Trend aus Euro-Sicht wieder nach oben. Und auch in Norwegen und Schweden hat der Euro an Wert gewonnen, was aber nichts daran ändert, dass die Preise in Skandinavien weiterhin sehr hoch sind.

Die Türkei, etwa die Riviera, bleibt für deutsche Urlauber weiterhin ein attraktives Ziel

Foto: Getty Images

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Die Wechselkurse an ausgewählten Fernzielen, bereitgestellt von Finanzen.net:

Thailändischer Baht


Dirham (Vereinigte Arabische Emirate)

Argentinischer Peso

Dominikanischer Peso

Philippinischer Peso

Singapur-Dollar

Rufiyaa (Malediven)


 

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