Weltwunder, Helden, Kneipen

7 gute Gründe für einen Besuch in Regensburg

Kennen Sie die nördlichste Stadt Italiens? Sie heißt Regensburg – und liegt mitten in Bayern! Tatsächlich weht durch die verwinkelten mittelalterlichen Gassen mediterranes Flair. Die malerische Studentenstadt an der Donau ist Weltkultur-Erbe und hat die höchste Kneipendichte Deutschlands. Neugierig geworden? Hier kommen 7 gute Gründe, warum man Regensburg unbedingt mal besuchen sollte.

Von Bettina von Sass
1. Auf den spuren von kaisern wandeln

Regensburg ist einzigartig. In vielerlei Hinsicht. Es ist die einzige unzerstörte mittelalterliche Stadt Deutschlands und nicht nur für den englischen Star-Architekten Lord Norman Foster sogar eine der schönsten Städte der Welt. Hier wird ein Stadtspaziergang zur Zeitreise: Geschichte und Gegenwart sind eng verwoben. 2000 Jahre in zwei Stunden? Kein Problem.

Blick auf den Dom (links) und den Turm des Alten Rathauses (mittig)

Foto: Getty Images

Hier an der Donau bauten vor 1800 Jahren die alten Römer ihr Lager. Besuchen sollte man die bestens erhaltene Porta Praetoria in der Nähe des Doms, eines der vier imposanten Tore, die ins Castra Regina führten. Ein Stück weiter kann man im Goldenen Kreuz anschließend einen Espresso trinken gehen. Hier, in der ehemaligen Nobelherberge am Haidplatz, nächtigte Mitte des 16. Jahrhundert häufig Kaiser Karl V. Er reiste an, um in Regensburg große Politik zu machen. 

Nur ein paar Schritte von dort liegt das Alte Rathaus, wo heute der Bürgermeister regiert. Hier tagte im Mittelalter der Immerwährende Reichstag. Fast drei Jahrhunderte war Regensburg das politische Zentrum Europas. Im Rathaus entstanden sogar geläufige Begriffe wie „(eine Entscheidung) auf die lange Bank schieben“ oder „am grünen Tisch entscheiden“. Direkt an der Grenze der Altstadt liegt zudem das Schloss St. Emmeram, Sitz von Gloria von Thurn und Taxis, das sogar größer als der Buckingham-Palast ist.

Das Schloss St. Emmeram

Foto: Getty Images

Auch Napoleon war während der Schlacht um Regensburg hier und er wurde sogar gegenüber dem Hauptbahnhof verwundet. An der kleinen Kirche St. Peterlein traf ein Querschläger sein Bein – das einzige Mal, dass er bei seinen Feldzügen verletzt wurde. Später setzte er sich auf dem Galgenberg auf einen Stein und sah auf das Schlachtgetümmel hinab. Diesen Stein gibt es noch: mitten auf dem Pausen-Hof der Napoleonstein-Schule.

2. dem ältesten chor der welt lauschen

In der Nähe des Alten Rathauses liegt der Dom St. Peter. Außen wie innen von überwältigender Schönheit. Hier hört man jeden Sonntag um 10 Uhr die glockenhellen Stimmen der Regensburger Domspatzen. Seit über 1000 Jahren gibt es den Chor schon. Er ist der älteste der Welt. Ein magischer Ort neben dem Dom: der Kreuzgang. Bis vor kurzem noch Schauplatz der multimedialen Landesausstellung „Wir sind Kaiser“ über Ludwig den Bayern, den mächtigen Herrscher des Spätmittelalters.

Der Dom Sankt Peter

Foto: Getty Images

3. weltwunder entdecken

Und dann die Steinerne Brücke. Einzigartig auch sie. Gebaut im 12. Jahrhundert. 336 Meter lang, 15 Pfeiler, darüber 16 Bögen. Nirgendwo sonst auf der Welt gab es ein solch kühnes Bauwerk. Als Weltwunder hat sie gegolten. Läuft man über die Brücke hinüber nach Stadtamhof, hat man von dort den schönsten Blick auf die Bilderbuch-Silhouette. Die Dom-Spitzen. Die imposanten Patrizier-Türme, gebaut von reichen Kaufleuten nach dem Vorbild ihrer Kollegen aus Genua. Status-Symbole des Mittelalters. Einmalig in Deutschland. Heute wohnen darin Studenten.

Steinerne Brücke über der Donau

Foto: Getty Images

4. bratwürstl essen wie einst goethe

Bier und Breze zwischendurch? Auf dem Weg zurück zur autofreien Altstadt kann man von der Mitte der Brücke hinabsteigen und auf der Donauinsel eine Maß im Spitalgarten trinken. Oder in der Alten Linde. Die Altstadt-Kulisse immer vor Augen. Wuchtig und eindrucksvoll: der Salzstadel, wo Händler früher ihr „weißes Gold“ lagerten. Daneben, ganz klein, duckt sich die Historische Wurstkuchl, weltweit der älteste Betrieb dieser Art. Zur Zeit des Brückenbaus (1135 bis 1146) diente das Gebäude als Baubüro, danach als Garküche. Goethe stärkte sich auf seiner Reise nach Italien mit den berühmten Bratwürstln. Serviert mit Kraut, damals wie heute.

Salzstadel mit Stadttor

Foto: dpa Picture-Alliance

5. einen rundblick über bayern genießen

Weiter geht's, die Gassen leicht bergauf. In der Gesandtenstraße, wo viele Diplomaten aus dem ganzen Reich wohnten, bietet sich Gelegenheit, die Schönheit der Stadt von oben zu genießen: Ersteigt man den achtstöckigen Turm der Dreieinigkeitskirche, liegt einem nicht nur Regensburg zu Füßen – man kann über die Dächer und Türme bis weit ins Umland sehen. Der Rundblick ist einzigartig. Und in der nächsten Gasse kann man sich anschließend für die Treppen-Kletterei mit einer besonderen Leckerei belohnen: Im Schwarzen Kipferl gibt es das gleichnamige Gebäck, von dem jeden Tag 20.000 Stück per Hand angefertigt werden.

Blick auf die Regensburger Altstadt

Foto: dpa Picture-Alliance

6. hier lebten verfilmte helden

Im Goliathhaus mit seinem eindrucksvollen Wandgemälde lebte von 1945 bis 1950 Oskar Schindler in ärmlichen Verhältnissen. Mehr als 1200 Juden hatte er in der Nazizeit vor dem sicheren Tod gerettet, seine Heldentat war Vorlage für Steven Spielbergs berühmten Film „Schindlers Liste“. Die ehemalige zinnengekrönte Patrizierburg ist eins der Wahrzeichen Regensburgs. Heute ist ein Teil des Hauses ein Hotel, und im fünften Stock bewirtet der junge Sternekoch Anton Schmaus in seinem neuen Restaurant Storstad seine Gäste. Cooles, edles Interieur. Und ein phantastischer Blick auf die  Altstadt.

7. clubs, kneipen und guter wein

Und abends? Landet man vielleicht an einem magischen Ort ganz anderer Art. Im Orphée, dem Salon der Stadt. Ein Lokal, das Regisseur Wim Wenders schwärmerisch als „Sehnsuchtsort“ beschreibt. Ein Café und Restaurant mit dunklen Holzwänden, hohen Spiegeln, französischen Jugendstil-Plakaten. Und zivilen Preisen.

Die Ruhe in dieser Gasse täuscht: Das Regensburger Nachtleben hat es in sich

Foto: Getty Images

Später ziehen die Jüngeren dann weiter in die angesagten Clubs und Kneipen – immerhin hat Regensburg die höchste Kneipendichte in Deutschland. Hinter der Grieb – so heißt eine einst düstere, nach Moder riechende Gasse – finden sie gleich mehrere Clubs und In-Lokale. Farbenfrohe Fassaden, romantische Innenhöfe. Eine gute Adresse für alle, die ein Problem mit der Regensburger Sperrstunde haben: Das Ernstl am Ernst-Reuter-Platz 2 macht weiter, wenn die anderen schließen.

Interessant für Weinliebhaber: Am Pfaffensteiner Hang wird ungeschwefelter Wein angebaut. Das „Weingut Dr. Riess“ bewirtschaftet das Arzt-Ehepaar Gahleitner. Wer also mal ein Gläschen mehr trinken möchte: Kein Problem – da dieser besondere Wein keine Konservierungsstoffe enthält, hat man am nächsten Tag auch keine Kopfschmerzen.

Auch unsere Bloggerin Anita Brechbühl hat Regensburg für sich entdeckt – zu lesen in ihrem Blog „Travelita“: Reiseguide Regensburg – Lebensfreude an der Donau

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