Zum Saisonstart warten viele Neuheiten

Deutschlands beliebtester Freizeitpark wird 40!

Die ersten Skizzen entstanden auf einem Bierdeckel: Mit einigen Bleistiftzeichnungen abends an einer Hotelbar wurde die Idee geboren. Anfangs glaubte kaum jemand an sie. Heute ist der Europa-Park in Rust bei Freiburg nicht nur Deutschlands größter, sondern auch der beliebteste Freizeitpark. Nun wird er 40 Jahre alt – und feiert den Saisonstart mit zahlreichen Neuheiten.

„Mein Vater und ich waren die einzigen, die an diesen Park geglaubt haben.“ Roland Mack, Maschinenbau-Ingenieur aus Waldkirch bei Freiburg, ist Gründer, Chef und Inhaber des Freizeitparks, der sich seit seinem Start 1975 Europa zum Thema macht und in Familienbesitz ist. Seine Runden dreht der 65-Jährige im Elektromobil. Zu Fuß wäre er lange unterwegs. Aus einem kleinen Park mitten im Dorf mit Kinderkarussell und Märchenbahn ist in vier Jahrzehnten ein 95 Hektar großes Gelände mit Achterbahnen, fünf Hotels, Konferenzzentrum und 3600 Mitarbeitern entstanden. Am Wochenende ist der Park in die diesjährige Sommersaison gestartet.

„Der Europa-Park ist Spiegelbild unserer Branche“, sagt Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbandes Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU). Die Deutschen sowie Touristen aus dem Ausland seien zunehmend bereit, für Freizeitvergnügen Geld auszugeben. Davon profitiere die Branche mit ihren deutschlandweit rund 25 großen Parks, mehr als 80 kleineren Einrichtungen wie Tierparks und Indoor- Attraktionen sowie zahlreichen Zulieferern.

5 Millionen Besucher pro Jahr

So auch Rust: Mit jährlich mehr als fünf Millionen Besuchern ist das Vergnügungsareal im 3900 Einwohner zählenden Dorf am Oberrhein nach dem Kölner Dom (sechs Millionen Besucher pro Jahr) das beliebteste Ausflugsziel in Deutschland, hat die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) ermittelt. Mit 4500 Betten zudem größter privater Hotelbetrieb in Deutschland und größter gastronomischer Betrieb an einem Ort. Ein weiterer Hotelneubau sowie ein Wasserpark sind in Planung.

Freizeitparks profitierten vom touristischen Trend, dass Urlauber an einem Ort möglichst viel erleben und geboten bekommen wollen. „Neben Rummel suchen sie verstärkt auch Ruhe und Natur“, sagt Machens. „Und die Möglichkeit, sich und die Kinder spielerisch zu bilden.“ Bildungsangebote mit Erlebnischarakter seien besonders gefragt.

„Unser Erfolgsrezept ist, dass wir stetig investiert und erweitert haben. Und dass wir uns nicht auf eine Zielgruppe beschränkt haben“, sagt Europa-Park-Chef Mack. Eine spektakuläre Achterbahn alleine bringe dauerhaft keinen Erfolg. Das Angebot müsse die ganze Familie ansprechen – vom Kleinkind bis zur Oma. „Höher, weiter schneller – das lockt nur eine vergleichsweise kleine Gruppe Erlebnishungriger“, sagt Mack. „Und diese reist dann schnell weiter zum nächsten Kick.“

Die Achterbahn „Poseidon“ im griechischen Themenbereich

Foto: Europa-Park Rust

Dies gilt für alle Parks, sagt Verbandssprecherin Janine Engel. „Zunehmend gefordert wird ein breites Angebot, das auch länger und vor allem mehrere Generationen bei Laune hält.“ So investierten beispielsweise Zoos und Tierparks in Fahr- und Erlebnisattraktionen, größere Parks schaffen vor allem Übernachtungsmöglichkeiten. Parks würden immer mehr zum Kurzreiseziel für Mehrtagesbesucher.

Investitionen von 800 Millionen Euro

Die Kehrseite: Der Druck, Bestehendes zu erneuern und Neues zu schaffen, ist hoch. „In den Ausbau des Parks haben wir seit Bestehen 800 Millionen Euro investiert“, sagt Mack. Und es müsse weitergehen. Allein in diese Saison fließen mehr als 15 Millionen Euro.

Für kleinere Parks sowie für Schausteller, die von Volksfest zu Volksfest reisen, ist das ein Problem, sagt Verbandschef Machens und bestätigt damit eine Einschätzung des Deutschen Schaustellerbundes. An größere Neugründungen von Parks sei wegen der dafür notwendigen hohen Anfangsinvestitionen derzeit nicht zu denken.

„Wir galten anfangs als Exoten, ohne Aussicht auf Erfolg“, erinnert sich Mack. „Der Pleitegeier schwebt über Rust“, titelte eine örtliche Zeitung. Und es fand sich kein Wirt. „Aus der Not heraus haben wir dann alles in Eigenregie gemacht, auch die Gastronomie. Heute sind wir froh darüber.“ Es ist ein profitables Geschäft geworden. Und die Freizeitindustrie zu einem anerkannten Wirtschaftszweig.

Ein Bild aus dem Jahr 1997. Seitdem hat sich viel verändert, zahlreiche neue Attraktionen sind dazugekommen.

Foto: Getty Images

Die Neuheiten in diesem Jahr

Neues wird es unter anderem im isländischen Themenbereich geben, wie der Park auf seiner Website mitteilt: „Die interaktive Bootsfahrt 'Whale Adventures' wird um zwei Indoor-Bereiche ergänzt, während im Spanischen Themenbereich die 'Kolumbusjolle' mit einem neuen Auftritt und modernster Technik überzeugt.“ Außerdem soll der Euro-Tower im Französischen Themenbereich umgestaltet werden, und ein neuer „Erdinger Weißbiergarten“ lädt zum Pausieren ein. 

Am 11. Juli feiert der Europa-Park mit einer großen Geburtstagsparty sein 40-jähriges Jubiläum. Bis 24 Uhr können die Besucher an diesem Tag feiern, tanzen und Achterbahn fahren.

Im nachfolgenden Video zeigt der Europa-Park seine Neuerungen:


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