Von Monstern, Hexenkult und bösen Geistern

Burg Frankenstein – die gruseligste Ruine Deutschlands

Die Burg Frankenstein in Hessen ist ein absoluter Kultort für Gruselfreunde in Deutschland. Schuld daran sind Mythen um verrückte Alchimisten, Hexen, Geister-Ritter – und eine weltberühmte Autorin.

In der Nähe von Darmstadt, in der eigentlich beschaulichen Bergstraßenregion in Hessen, liegt ein Ort, der Mystery-Fans schon allein seines Namens wegen einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lässt: Die Burg Frankenstein, ein gut 750 Jahre altes Gemäuer, das sich 400 Meter über der Rheinebene erhebt. Die Burg ist in Teilen längst eine Ruine, doch die vielen Legenden, die sich um sie ranken, sind so lebendig wie eh und je. Immer wieder machten in der Vergangenheit Gerüchte die Runde, Gerüchte von Geistern, Hexenkult, einem verrückten Alchimisten – und einer berühmten Autorin.

Um die Burg, hier auf einer alten Schwarz-Weiß-Aufnahme, ranken sich zahlreiche gruselige Legenden

Foto: dpa Picture Alliance

Der Legende nach soll niemand Geringeres als Mary Shelley auf die Idee zu ihrem späteren Weltbestseller „Frankenstein“ gekommen sein, als sie 1814 mit ihrem späteren Mann und ihrer Halbschwester die Burg besuchte. Ob sie tatsächlich dort war, darüber streiten Experten allerdings bis heute. Formate wie „Galileo Mystery“ haben diesem Thema, beziehungsweise der Burg Frankenstein an sich, bereits ganze Sondersendungen gewidmet. Fest steht: Shelley war tatsächlich in Deutschland und unternahm eine Rheinkreuzfahrt, ihre Tagebuchaufzeichnungen belegen darüber hinaus einwandfrei, dass sie sich zumindest in der Nähe der Burg Frankenstein aufgehalten hat, nämlich im nur etwa 20 Kilometer entfernten Gernsheim.

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Das Buch von Mary Shelley wurde später mehrfach verfilmt. Unvergessen: Boris Karloff als Monster im Film „Frankenstein“ von James Whale (1931)

Foto: Getty Images

Die Schauerlegende des Alchimisten Johann Konrad Dippel

Der Autor Walter Scheele ist daher davon überzeugt, die Burg Frankenstein habe als Inspiration für Shelleys gleichnamigen Roman gedient, und führt als vermeintlichen Beweis gleich noch eine andere Schauerlegende ins Feld: die des Alchimisten Johann Konrad Dippel. 1673 auf der Burg geboren, soll er das lebende Vorbild für den verrückten Professor Frankenstein gewesen sein, der im Wahnsinn eine Kreatur erschafft und sie dann zum Leben erweckt. Dippel habe angeblich, so findet es sich sogar auf einer offiziellen Webseite der Burg, „aus Leichenteilen und dem Blut von Jungfrauen sowie ‘geheimen Künsten‘ einen ‘neuen Menschen‘ erschaffen wollen“

Weiter erklärt die Seite, der Chronist und Märchenerfinder Jacob Grimm, einer der Gebrüder Grimm also, habe die Geschichte des Alchimisten Dippel aufgeschrieben und per Brief an Mary Jane Clairmont geschickt – keine Geringere als die Stiefmutter von Mary Shelley. Auch soll Dippel mit dem Sprengstoff Nitroglyzerin experimentiert haben, so will es der Volksmund. Allein, der Stoff war zu Dippels Lebzeiten noch gar nicht erfunden, und auch die Thesen von Walter Scheele wurden vom Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein e.V.abgelehnt.

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Der Wachturm der Burg, hier dekoriert mit Skeletten und Hexen für eine Halloween-Party

Foto: dpa Picture Alliance

Ganz in der Nähe: der mystische Ilbes-Berg

Dennoch lässt die Legende um die Burg Frankenstein die Menschen bis heute nicht los, und so filmte sogar das US-amerikanische Format „Ghost Hunters International“ hier schon eine Sondersendung, bei der man angeblich die Klagelaute eines geisterhaften Ritters ausgemacht haben wollte, dessen tatsächliche frühere Existenz aber wiederum in Zweifel gezogen werden muss.

Ganz real hingegen ist ein mystischer Platz in der Nähe der Burg, nämlich der Ilbes-Berg, auf dem es aus unerfindlichen Gründen magnetische Steine gibt. Diese sollen angeblich durch Hexen entstanden sein, und so behaupten manche Quellen denn auch, der Ilbes-Berg sei nach dem Brocken im Harz der zweitgrößte Kultplatz für Hexen in ganz Deutschland (gewesen). In den Chroniken der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt ist zumindest belegt, dass das der Burg nahegelegene Griesheim tatsächlich ein Treffpunkt für angebliche Hexen gewesen sein soll.

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Heute finden hier regelmäßig Halloween-Partys statt

Im 18. Jahrhundert suchte dann ein ganz anderer, ebenfalls realer Spuk, die Burg heim, nämlich ein regelrechter Goldrausch, zurückzuführen auf eine weitere Legende: So waren die Ruinen einer nahegelegenen ehemaligen Festung angeblich über unterirdische Gänge mit der Burg Frankenstein verbunden – und in ebendiesen Gängen sollte sich ein sagenumwobener Schatz befinden. Auf der Suche nach dem Gold wurde im Jahr 1763 laut Chronisten wohl mehr oder weniger die gesamte Umgebung umgegraben, ohne, dass man auch nur den geringsten Beweis für einen Schatz fand. Trotzdem suchten Glücksritter in den Folgejahren weiter, und so kam es einige Jahre später sogar zu einem tödlichen Unfall, wie der Pfarrer und Historiker Heinrich Eduard Scriba in seinem Buch „Geschichte der ehemaligen Burg und Herrschaft Frankenstein und ihrer Herrn“ aus dem Jahr 1853 berichtet.

Und auch heute ist die Burg noch ein Schauplatz des Schreckens, allerdings eines ganz weltlichen Schreckens: Immer im Oktober und November finden hier die mittlerweile deutschlandweit berühmten Halloween-Partys statt, die sich so großer Beliebtheit erfreuen, dass die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren dafür sogar schon Sonderzüge eingerichtet hat. Und wer weiß, vielleicht begegnet man hier zwischen Vampiren und Werwölfen wirklich Frankensteins Monster.

Jedes Jahr im Herbst finden auf der Burg Frankenstein mehrere Halloween-Partys statt – mit allerlei gruseligen Gestalten

Foto: Getty Images

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