Geniale Idee für Hochbahn-Viadukt

Berlin soll 9 Kilometer überdachten Radweg bekommen!

Wer in Berlin schon mal Rad gefahren ist, weiß, wie anstrengend – und gefährlich – das sein kann: Stark befahrene Straßen, unübersichtliche Kreuzungen und oft fehlende Radwege machen Radfahrern das Leben schwer. Doch das könnte sich in der Hauptstadt bald ändern: Mit dem Projekt „Radbahn“ soll Berlins erster (weitgehend) überdachter Radweg realisiert werden. Fast neun Kilometer soll er unter der U-Bahnstrecke der U1 entlangführen.

Ein großer Teil von Berlins ältester U-Bahn-Linie 1 verläuft nicht unterirdisch, sondern über ein Hochbahn-Viadukt. Für die Fahrgäste, die von Friedrichshain durch Kreuzberg und Schöneberg bis nach Charlottenburg fahren, bedeutet das vor allem: eine bessere Aussicht auf diverse Highlights der Hauptstadt. Die Fläche unter der Hochbahntrasse hat bisher dagegen kaum jemand wahrgenommen.

Vereinzelt stehen zwar Imbissbuden darunter, meist unmittelbar an den Haltestationen der U-Bahn, aber ansonsten liegt der überdachte Bereich weitgehend brach. Dabei könnte man ihn auf so praktische Weise nutzen: als Radweg, der fast neun Kilometer quer durch Berlin führt und dabei die Radfahrer auch noch vor Regen, Schnee – und an heißen Tagen vor Sonne schützt.

Genau dies hat möchte ein achtköpfiges Team aus Architekten, Städteplanern, Projektentwicklern, PR-Beratern und Kulturmanagern nun in die Tat umsetzen – und wirbt mit einem Konzept, das unter dem Motto „Geschützt, stressfrei und schnell vorankommen“ steht.

Eine Nutzung der Fläche als Radstrecke hätte für Berlin und seine Einwohner gleich mehrere Vorteile: Zum einen würden mehr Leute das Fahrrad als Verkehrsmittel entdecken und das Auto zu Hause stehen lassen – was Natur und Verkehr entlasten und den Lärm reduzieren würde –, und zum anderen würde der Bereich unter der Hochbahntrasse durch  Service-Points für Radfahrer und „Drive-in-Cafés“ auch wirtschaftlich erschlossen.

Reifen aufpumpen oder Kaffee trinken – das soll auf der Radbahn alles möglich sein

Foto: Team Radbahn Berlin

Auf der Website www.radbahn.berlin hat das internationale Team aus fünf Ländern die Argumente für die Realisierung ihres Konzepts aufgelistet. So ist zum Beispiel auch angedacht, dass die Energie für Anlagen und Licht auf der Strecke „aus druckempfindlichen Bodenbelägen, die Bewegung in Strom umwandeln“ gewonnen wird.

Als Vorbild werden Amsterdam und Kopenhagen genannt: beides Städte, in denen Radfahrer geradezu ideale Bedingungen vorfinden. „Es geht um Fahrfreude, Vorteile und Anerkennung, die Radfahrer dort genießen“, so die Initiatoren. Radbahn solle exemplarisch in Berlin zeigen, „wie viel Spaß es machen kann, sich leise und umweltfreundlich durch die Stadt zu bewegen“. Für 80 Prozent der Strecke bräuchte es nicht einmal größere bauliche Maßnahmen, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite, die bereits fast 8000 Fans hat.

Oben fährt die U-Bahn, unten die Radfahrer

Foto: Team Radbahn Berlin

Bevor das Projekt jedoch umgesetzt wird, gilt es zunächst, die Politiker davon zu überzeugen. Das Konzept hat das „Radbahn“-Team den Parteien bereits vorgelegt, nun hoffen sie, dass die Idee auch bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus im kommenden Jahr auf die Agenda rückt. Entsprechend sollten die Bürger bei den Politikern Druck ausüben und ihre Wahlentscheidung davon abhängig machen.

Das erste Feedback scheint zumindest vielversprechend: „Wir sind sprachlos“, heißt es angesichts der „Flut“ an „Likes und positiven Worte“ auf der Facebook-Seite.

Obwohl man derzeit noch nicht absehen kann, ob und wann der überdachte Radweg wirklich kommt: Zumindest tut sich etwas, um diese bislang brach liegende Fläche endlich sinnvoll zu nutzen.

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