Strände, Kunst, Rhababerkuchen...

4 gute Gründe für Urlaub in Friesland

Friesland ist die Region östlich von Ostfriesland. Ganz logisch klingt das nicht, stimmt aber. Man kann in Friesland einfach im Strandkorb sitzen und Fischbrötchen essen. Muss man aber nicht, es gibt auch einiges anzugucken. Eine Friesland-Tour mit vier Stationen.

Ostfriesland kennt jeder, da kommen die Witze her und Otto Waalkes. Aber Friesland? Wo ist das denn? Ausgerechnet östlich von Ostfriesland – kein Witz. Der gleichnamige Landkreis in Niedersachsen hat das Autokennzeichen „FRI“. Die Kreisstadt heißt Jever und ist nicht ganz so bekannt wie das Bier, das dort gebraut wird, aber genauso friesisch herb. Man kann in Friesland einfach im Strandkorb sitzen und Fischbrötchen essen. Muss man aber nicht, es gibt auch einiges anzugucken. Eine Friesland-Tour mit vier Stationen.

1. Die Künstler von Dangast

Ein guter Start ist Dangast. Das Nordseebad liegt direkt am Jadebusen, nördlich von Varel. Es hat einen kleinen Hafen, wo man aufs Wasser gucken kann, einen Strand, der gar nicht übel ist, und das Alte Kurhaus, eine Institution nicht nur in Sachen Rhabarberkuchen.

Maren Tapkens Familie gehört die Dangaster Institution seit vielen Jahrzehnten. Rhabarberkuchen ist ein Klassiker im Kurhaus.

Foto: Friesland Touristik

Expressionistische Maler wie Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff hatten Dangast schon vor dem Ersten Weltkrieg für sich entdeckt. Seitdem zog es immer wieder Künstler hierher, einige Schüler von Joseph Beuys zum Beispiel. Am Strand vor dem Kurhaus sind manche ihrer Kunstwerke zu sehen. Ein überdimensionaler Granit-Phallus gehört dazu. Der Künstler und selbst ernannte Wikingerkaiser Butjatha hat sich einen „Kaiserstuhl“ an die Wattenmeerküste gestellt, sein Künstlerkollege Anatol eine Figur namens Jade im Watt platziert.

Kunst am Watt: „Jade“ heißt die Figur, die in Dangast übers Wasser schaut

Foto: Kurverwaltung Dangast

Wer sich intensiver mit den Künstlern beschäftigen will, kann dem Dangaster Kunstpfad folgen oder dem Skulpturenpfad rund um den Jadebusen. An der Sielstraße steht das ehemalige Wohnhaus von Franz Radziwill, das heute ein Museum ist.

Hier ist in diesem Sommer eine Ausstellung mit 25 Gemälden des Künstlers zu sehen. „Der Kosmos kann zerstört werden der Himmel nicht“ ist der Titel von einem - und auch der ganzen Ausstellung, die Radziwills Auseinandersetzung mit religiösen Themen gewidmet ist. Häufig sind Bezüge zu biblischen Geschichten erkennbar, etwa bei „Tobias und der Engel“. Der Maler wählte dafür allerdings einen Hafen mit Kriegsschiff, Frachter und Eisenbahnanschluss als Szenerie.

Das Haus von Franz Radziwill ist heute ein Museum

Foto: Andreas Heimann

Radziwill (1895 bis 1983) beschäftigte sich nach dem Tod seiner ersten Frau 1942 verstärkt mit religiösen Fragen. Engel, aber beispielsweise auch Planeten, die durch die Leinwand ins Bild zu dringen scheinen, tauchen in Bildern aus dieser Schaffensphase häufig auf. Die Gemälde hängen im ehemaligen Atelier Radziwills im oberen Stockwerk seines früheren Wohnhauses. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Januar zu sehen.

2. Das schönste Dorf Frieslands

Neustadtgödens gilt als das schönste Dorf Frieslands. Ungewöhnlich ist es auf jeden Fall. Und ungewöhnliche Führungen gibt es hier auch. Sie beginnen am Landrichterhaus in der Brückstraße, das heute ein Museum zur Dorfgeschichte beherbergt. Dort wartet schon Dirk Arnskötter.

Stadtführer Dirk Arnskötter

Foto: Andreas Heimann

Er hat hohe Lederstiefel an, hält einen Spaten zwischen den Händen und trägt zum Vollbart eine Schiffermütze. So oder jedenfalls so ähnlich waren auch Koyer gekleidet, wie die Deichbauarbeiter hier an der Küste hießen, die mit ihrem Einsatz dafür sorgten, dass das Land nicht vom Nordseewasser überspült wurde und die Menschen vor Sturmfluten geschützt blieben.

Kaffeekannenmuseum in Neustadgödens

Foto: Andreas Heimann

Arnskötter weiß eine Menge über Deichbau, aber er erzählt bei seinem Dorfbummel auch viel über das Leben hinter den Deichen. Über die Zunftfahnen an den Häusern zum Beispiel, die in der Frühen Neuzeit den Beruf ihrer Bewohner anzeigten, über das Kaffeekannenmuseum mit Hunderten von Ausstellungsstücken, über die Blaudruckfärberei und über die Staustraße, auf der Händler ehemals Markt hielten und Kaufleute ihre Waren stapelten. In der Kneipe an deren Ende wurden die Verträge begossen.

Neustadtgödens war bekannt für seine Toleranz in religiösen Dingen – die ehemalige Synagoge steht noch, ist heute aber kein Gotteshaus mehr

Foto: Friesland Touristik/Martin Stöver

3. Touren auf dem Kanal

In Altmarienhausen bei Sande hatte im 16. Jahrhundert die Landesherrin Maria von Jever ein Lustschloss. Zu sehen ist davon nichts mehr – bis auf den Turm. Die wenigsten Besucher kommen allerdings nur seinetwegen: Eine Paddel-Pedal-Station ist gleich um die Ecke, wo Wasserwanderer zu Touren auf dem Ems-Jade-Kanal starten können.

Der weiße Turm vom Lustschloss der Landesherrin Maria von Jever auf dem Gelände von Gut Altmarienhausen

Foto: Friesland Touristik/Martin Stöver

Und gleich neben dem Turm hat das Küsteum sein Zuhause, ein Museum der etwas anderen Art, das immer am Wochenende geöffnet ist. Der Eintritt ist frei. Im Erdgeschoss gibt es eine Ausstellung zum Deichbau an der Küste – daher der Name.

Das Küsteum

Foto: Andreas Heimann

4. Die Badeorte

In Friesland gibt es gleich mehrere klassische Badeorte. Hooksiel gehört dazu und ganz im Norden Schillig. „Great Barrier Reef 14693 Kilometer“ steht hier auf einem Wegweiser, gleich daneben „Wattenmeer 0,2 Kilometer“. Und das stimmt auch: Der breite Strand liegt direkt vor einem und dahinter das Watt.

Schillig bietet schon typisches Nordseeurlaubsfeeling. Am Wasser sind Dutzende von Spaziergängern unterwegs, die jüngsten Gäste bauen Sandburgen mit Papa und Mama, andere lassen Drachen steigen, spielen Minigolf oder versuchen sich am Beachvolleyballnetz.

Am Strand von Schillig

Foto: Ostfriesland Tourismus GmbH

Aber Minigolfspielen kann man fast überall anderswo auch. Wattwandern nicht. Hille Behrens-Focke steht mit Grabegabel und Kescher ausgerüstet an der Strandkasse am Sommerdeich und hat die Schuhe schon ausgezogen. Die Wattführerin empfiehlt, am besten barfuß mitzukommen. Bei ihrer Tour geht es in zwei Stunden übers Watt bis ans Wasser und zurück.

Unterwegs im Watt bei Schillig – den Wattwurm gibt es dabei garantiert zu sehen

Foto: Andreas Heimann

Zu sehen gibt es dabei einiges: jede Menge Herzmuscheln in verschiedenen Farben zum Beispiel. Und die Kinder lässt die Wattführerin so lange mit den Füßen auf dem Boden stampfen, bis sie bis weit über die Knöchel im Watt versinken. Solange man feststeckt, hat man Zeit, den Kitesurfern zuzugucken, die übers Watt bis zum Wasser laufen und sich dann dem Wind überlassen.

Vor der Küste der Badeorte gibt es in der Saison regelmäßig geführte Touren durch Schlick und Matsch

Foto: Ostfriesland Tourismus GmbH

Lesen Sie weitere Reise-Storys bei TRAVELBOOK BlogStars.

Kennen Sie schon Pinterest? Folgen Sie unserer Pinnwand MAGAZIN:

Kennen Sie schon TRAVELBOOK Escapes? Kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Traumurlaub sparen.

Folgen Sie TRAVELBOOK auf: Facebook | Twitter | Google + | Instagram | Pinterest

Der Landkreis Friesland liegt westlich des Jadebusens in Niedersachsen. Badeorte sind zum Beispiel Dangast, Hooksiel und Schillig. Die Kreisstadt ist Jever.

Foto: dpa-infografik

Service-Infos Friesland

Anreise: Jever ist etwa von Hamburg aus mit dem Zug in weniger als drei, ab Köln in gut fünfeinhalb Stunden und ab München im Idealfall in weniger als acht Stunden zu erreichen. Gut ans Fernbusnetz ist das nahe Wilhelmshaven angebunden. Tipps zur Anreise mit Bus und Bahn gibt Friesland Touristik im Internet.

Übernachten: Hotels und Pensionen gibt es zum Beispiel in Varel, Dangast und Jever etliche. An der friesischen Küste gibt es aber auch einige Campingplätze – etwa in Schillig und Hooksiel – und außerdem viele Ferienwohnungen.

Termine: Über die zahlreichen Events in Friesland informiert der Veranstaltungskalender im Internet.

Kunst und Kultur: Informationen über die Geschichte der Künstlerkolonie in Dangast und deren Spuren heute gibt es hier im Internet. Das Franz Radziwill Haus, Sielstraße 3, in Dangast ist bis Ende Oktober mittwochs bis freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr und am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Informationen: Friesland-Touristik, Bahnhofstraße 10, 26382 Wilhelmshaven, Tel.: 04421/91 30 00, //touristik@friesland.de:über E-Mail. Zur Internetseite der Friesland-Touristik geht es hier.

7 Urlaubsdeals bei TRAVELBOOK Escapes

Reise planen

  1. Hotel
  2. Mietwagen
  3. Bahn
  • Hotelsuche
    powered by
    Hotel-Suche
    Reisetermin
    Formular absenden
  • Suche Mietwagen
    powered by
    Mietwagen-Suche
    Abholort
    Rückgabeort
    Abholdatum
    Rückgabedatum
    Formular absenden Weitere Optionen
  • Suche Bahn
    powered by
    Bahn-Suche
    Von
    Nach
    Hinfahrt
    Rückfahrt
    Formular absenden Weitere Optionen