Von Windparkfirma

Wahnsinn! Hotel auf Helgoland für 8 Jahre ausgebucht

Helgolands Tourismus-Industrie erlebt gerade einen Boom, nachdem es viele Jahre bergab ging. Doch ausgerechnet jetzt hat eine Windparkfirma das einzige Luxushotel der Insel komplett in Beschlag genommen– seit 2013, und für insgesamt 10 Jahre.

Von Robin Hartmann

„Lieber Besucher, das atoll ocean resort hat am 31. Oktober 2012 seinen öffentlichen Hotelbetrieb eingestellt. Für die nächsten 10 Jahre ist das Haus komplett an den Windparkbetreiber Wind MW vermietet. Reservierungen im Hotel, aber auch Besuche von Restaurant, Bistro, Bar und Wellnessbereich sind für externe Gäste daher nicht mehr möglich.“

Was wie ein Aprilscherz klingt, ist auf Helgoland, Deutschlands einziger Hochseeinsel, Realität: Der Tourismus boomt, aber ausgerechnet das einzige Hotel im Luxussegment ist bis 2023 komplett ausgebucht – und das schon seit dem 1. Januar 2013. Besucht man die Webseite des atoll, wird automatisch die obige Meldung angezeigt, der Interessent auf eine Telefonnummer verwiesen. Auf Anfrage von TRAVELBOOK sagt eine Mitarbeiterin der Einrichtung, dies sei „der erste Anruf seit zwölf Wochen“. Ein schwerer Schlag für die Insel, fallen doch so knapp 100 der momentan insgesamt 2870 Betten auf Helgoland für lange Zeit weg.

Keine Touristen, leere Strandkörbe – das Hotel atoll ocean resort wird noch bis 2023 von den Mitarbeitern einer Offshore-Windfirma in Beschlag gehalten

Foto: Getty Images

Der Grund: Vor Helgoland ist in den letzten Jahren der Offshore-Windpark „Meerwind“ erbaut worden – und der Betreiber des 1,2 Millarden Euro teuren Projekts, die Wind MW, hat für seine Monteure, Ingenieure und Gäste sämtliche Zimmer im atoll ocean resort geblockt. Seit Herbst 2015 ist die Bauphase zwar abgeschlossen, doch natürlich müssen die Mitarbeiter der Firma auch während der Betriebsphase ein Dach über dem Kopf haben. Klaus Furtmeier, Tourismusdirektor von Helgoland, sagt: „Insgesamt waren 2013 und 2014 daher sogar ca. 250 unser 2870 Betten dauerhaft von Mitarbeitern von Offshore-Firmen besetzt.“

Die Komplett-Ausbuchung des atoll sei ein Schlag ins Kontor gewesen, so Furtmeier weiter. „Das Hotel war ja ein überregional bekanntes Flagschiff.“ Dieses fehlt nun natürlich, so dass man laut dem Tourismusdirektor „intensive Gespräche mit Planern und Investoren“ führe, um bis 2017 oder spätestens 2018 „hoffentlich“ ein neues Hotel mit 3 oder gar 4 Sternen zu erbauen. Auch ein neues Welcome-Center am Hafen sei geplant, in dem man sämtliche Angebote für Gäste offerieren wolle.

Malerische Insel: Helgolands Tourismus hat in den letzten Jahren einen Zuwachs erfahren

Foto: Getty Images

Das Konzept ist wohl kalkuliert, denn die Tourismuskurve in Helgoland zeigt wieder nach oben. Einst als „Fuselfelsen“ verschrien, weil dort noch in den 1980er Jahren täglich bis zu 10.000 Touristen hinfuhren, um sich mit zollfreiem Alkohol und Zigaretten einzudecken, hat sich Helgoland nun zu einem kleinen Urlaubermagneten gemausert. „2013 und 2014 hatten wir pro Jahr etwa 300.000 Übernachtungen“, so Furtmeier. „Davon waren maximal fünf Prozent aus dem Offshore-Bereich.“

Ohnehin sei die Errichtungsphase des Windparks ja nun abgeschlossen, und in der Betriebsphase rechne man mit noch weniger Offshore-Kundschaft. Dennoch: Das atoll ocean resort bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Auf Helgoland investiert man momentan einiges, um auch zukünftig für Touristen attraktiv zu sein

Foto: Getty Images

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