Ausgewanderte „Alemanes“ auf der Baleareninsel

Hier ist Mallorca am „deutschesten“

Jedes Jahr zieht es Millionen Deutsche nach Mallorca in den Urlaub. Doch es gibt auch einige, die verbringen das ganze Jahr oder zumindest den Winter über auf der Insel: diejenigen, die ihren Traum vom Auswandern auf Mallorca verwirklicht haben. Aber wo genau auf der Baleareninsel leben die zugezogenen Alemanes eigentlich?

Es gibt viele Gründe, warum immer mehr Deutsche ausgerechnet Mallorca als ihre neue Heimat wählen. Zum einen wäre da natürlich das schönere Wetter: Rund 300 Sonnentage pro Jahr sorgen auf Mallorca für weitaus bessere Laune als im grauen oftmals verregneten Deutschland. Passend zum Sonnenschein bietet die Baleareninsel zahlreiche traumhafte Strände und Buchten, außerdem ein Gebirge zum Wandern und hübsche Städtchen zum Flanieren. Und das Beste: All das ist nur rund drei Flugstunden von Deutschland entfernt, Freunde und Verwandte können jederzeit zu Besuch kommen.

Und weil immer mehr Deutsche auf der Insel eine Immobilie erwerben, um dort komplett oder zumindest zeitweise zu leben, wird „Malle“ immer deutscher. Längst hört man nicht nur am Ballermann, sondern in vielen Regionen des Eilands neben Englisch oft fast nur noch die Sprache Goethes und Schillers.

Wie daheim: Bratwürste und Grillhühner am deutschen Imbissstand auf Mallorca

Foto: dpa Picture Alliance

Nach Zahlen der spanischen Notarkammer, die für die gesamten Balearen gelten, haben die deutschsprachigen Kunden die Briten in der Rangliste der ausländischen Wohnimmobilienkäufer inzwischen überflügelt. Lagen die Briten 2007 noch mit 1058 zu 502 erworbenen Objekten sehr deutlich vorn, änderte sich das Bild bis 2013 mit 1334 zu 694 drastisch zugunsten der Deutschen. Dazu kommen noch diejenigen, die eine Wohnung oder eine Finca dauerhaft mieten. Insgesamt leben mehr als 30.000 Bundesbürger auf Mallorca. Aber wo genau findet man sie, die deutschen Auswanderer? Gibt es so etwas wie einen Deutschen-Hotspot auf Mallorca?

Dieser Frage ist die lokale „Mallorca Zeitung“ nachgegangen und hat beim spanischen Statistik-Institut nachgefragt, in welchen Gemeinden auf Mallorca die meisten Deutschen gemeldet sind. Auf Platz 1: Palma. Hier sind 4113 Bundesbürger registriert (Stand: Januar 2013). Dicht darauf folgt mit 3872 Deutschen die Gemeinde Calvià südwestlich von Palma, zu der auch die bekannten Küstenorte Magaluf, Santa Ponça und Peguera gehören. Die Top 10 der mallorquinischen Gemeinden mit den meisten Deutschen im Überblick:

1. Palma (4113)
2. Calvià (3872)
3. Llucmajor (2547)
4. Manacor (1909)
5. Capdepera (1245)
6. Santa Margalida (984)
7. Andratx (865)
8. Santanyí (785)
9. Alcúdia (781)
10. Campos (653)

Die größte deutschen-Dichte

Die Top-10-Liste oben zeigt die absoluten Zahlen der in der jeweiligen Gemeinde lebenden Deutschen. Wo aber ist ihr Anteil im Verhältnis zum Rest der Bevölkerung am größten? Hier liegt Palma mit nur einem Prozent weit abgeschlagen. Insgesamt leben mehr als 400.000 Menschen in der Agglomeration der Inselhauptstadt, da fallen rund 4000 Deutsche kaum ins Gewicht.

Anders sieht das Verhältnis in Estellencs an der Nordwestküste Mallorcas aus. Dort kommen laut Statistik-Amt auf 349 Einwohner 49 Deutsche – das entspricht einem Anteil von mehr als 13 Prozent. Damit weist der Ort die größte Deutschen-Dichte auf Mallorca auf. Danach folgt mit einem Anteil von rund 11 Prozent Capdepera im Ostteil der Insel. Zu dieser Gemeinde zählt unter anderem auch der Badeort Cala Ratjada. Es folgen Ses Salines im Süden (9,5 Prozent), Costitx in der Inselmitte (8,8 Prozent) und Deià im Nordwesten (8,3 Prozent). Am wenigsten Deutsche im Vergleich zur restlichen Bevölkerung leben in Lloseta in der Inselmitte (0,5 Prozent).

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Kein Wunder, dass man hier leben möchte: Die Küste von Estellencs

Foto: Getty Images

Die Deutschen kamen in Wellen

Der Humangeograf Pere Salvà von der Balearen-Universität erklärte in der „Mallorca Zeitung“, der Zuzug der Deutschen auf die Insel sei in drei Etappen verlaufen, die sich noch heute in den Einwohnerzahlen spiegeln. Als die Alemanes Mallorca Ende der 60er als Urlaubsinsel für sich entdeckten, sei eine erste Welle an Einwanderern in die Feriengebiete gezogen, die man schon aus dem Urlaub kannte: Playa de Palma, Calvià mit den Küstenorten sowie Cala Ratjada.

Hier herrscht noch heute der bekannte Mallorca-Massentourismus – von den einen innig geliebt, bei vielen anderen verhasst. In den folgenden Jahrzehnten sind eigens für die Vermarktung an EU-Ausländern viele Neubausiedlungen entstanden, die eine zweite Welle an Auswanderern aus Deutschland anlockten, zu sehen etwa in Llucmajor oder Port d´Andratx.

Und dann ist da noch die dritte Gruppe: Auswanderer, die auf der Suche nach dem ursprünglichen Mallorca eher in die Inselmitte ziehen und eine Finca mieten oder kaufen. „Diese Deutschen gehen dem Trubel aus dem Weg, sie suchen unberührte Landschaften und Lebensqualität“, erklärt Humangeograf Pere Salvà in der mallorquinischen Zeitung.

Längst sind die Zugezogenen nicht mehr nur Rentner, die ihren Lebensabend auf Mallorca verbringen. In den letzten Jahren wächst auch die Zahl derer, die auf den Balearen einen beruflichen Neustart wagen. Laut Zahlen des örtlichen Statistik-Instituts waren im zweiten Quartal 2014 10.302 Deutsche auf den Balearen berufstätig. Das sind rund 2500 mehr als noch drei Jahre zuvor.

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