Das kroatische Istrien

Die günstige Schwester der Toskana

Nur eine Autostunde von der Adriaküste entfernt liegt eine Landschaft so schön wie die Toskana. Auf sanften Hügeln thronen romantische Festungen, verträumte Städte – und Gasthöfe mit kulinarischen Highlights: Nicht nur landschaftlich, auch in Sachen Genuss macht die „Kroatische Toskana“ den Italienern mächtig Konkurrenz.

Von Blacky Neubauer

SCHLARAFFENLAND
Vorbei sind die Zeiten, als man die Gäste mit Cevapcici und Grillplatten abspeiste. Stattdessen kommt heute exzellenter „Prsut“ auf den Tisch, luftgetrockneter Schinken, der mindestens ein Jahr lang im frischen Bora-Wind gereift ist.

In den Konobas, wie hier die urigen Landgasthäuser heißen, serviert man Fuzi, hausgemachte Pasta, und Manestra, einen leckeren Eintopf aus Kartoffeln und Saisongemüse. Und das alles zu zivilen Preisen. In der Konoba „Humska“ in Hum gibt es ein 3-Gänge-Menü mit Suppe, hausgemachten Fuzi-Nudeln und Kuchen schon für zehn Euro.

Und den Liter vom weißen Malvasija-Wein für 5,30 Euro. Zum Abschluss sollten Sie ein Schlückchen vom „Humska Biska“, einem Heilkräuterschnaps, nehmen.

Mit seinen 18 Einwohnern ist Hum offiziell die „kleinste Stadt der Welt“. Seit dem 11. Jahrhundert hat sich das Aussehen des Ortes kaum verändert. Das schönste Städtchen der „Kroatischen Toskana“ ist aber Motovun.

Es liegt im Herzen von Istrien auf einem 277 Meter hohen Hügel, umgeben von Olivenhainen und Weinbergen, in denen der rubinrote Teran angebaut wird. Über der Altstadt, die von einer mächtigen Mauer umgeben ist, wacht der mit Zinnen besetzte Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert.

Nach dem Bummel über die Festungsmauer am Hauptplatz sollten Sie das romanische Rathaus bewundern und danach auf der Panoramaterrasse vom Hotel „Kastel“ im Schatten der Kastanien ein Gläschen Wein genießen. War es ein Gläschen zu viel, dann nimmt man sich im „Kastel“ ein Zimmer. Das Hotel ist in einem 400 Jahre alten Palast untergebracht und hat ein exzellentes Restaurant.

TRÜFFELHAUPTSTADT
Von hier sind es nur 20 Autominuten nach Buzet, Istriens Trüffelhauptstadt. Der von den Venezianern geprägte Ort liegt auf einer Bergkuppe hoch über dem Mirna-Fluss. Unten in den feuchten Eichenwäldern schnüffeln trainierte Trüffelhunde das ganze Jahr über nach dem wertvollen Knollenpilz.

Am 7. September, wenn die dreimonatige Jagd nach dem weißen Trüffel beginnt, steigt auf dem Fontanaplatz in Buzet ein riesiges Volksfest. Dann wird in einer 2,50 Meter großen Eisenpfanne aus 2013 Eiern und 10 Kilo feinstem Trüffel eine Fritada (Eierspeise) gebraten.

Trüffel gibt’s aber nicht nur in Buzet, sondern auch im 15 Kilometer entfernten Livade, wo Giancarlo Zigante das noble Restaurant „Zigante“ betreibt, in dem er die Gäste mit raffinierten Trüffelmenüs verwöhnt (sechs Gänge 78 Euro). Selbst das Dessert, mit Eiscreme gefüllte Schokoeier, kommt nicht ohne Trüffel aus. Zu teuer?

In der urigen Konoba „Astarea“ von Anton Kernjus im Dörfchen Brtonigla bekommt man Bandnudeln mit ordentlich drübergehobelten Trüffeln schon für 14 Euro.

Das Städtchen Groznjan, das ebenfalls traumhaft schön über dem Mirnatal liegt, wurde von Künstlern gerettet. Vor 50 Jahren drohte der Ort auszusterben. Doch Maler und Musiker renovierten die alten Häuser und Palazzi, erfüllten sie mit neuem Leben. Heute steht in den engen Gassen eine Galerie neben der anderen, gibt es den ganzen Sommer Jazz- und Klassikkonzerte.

Idealer Standort für tägliche Wanderungen ist der Bilderbuchort Oprtalj. Man spaziert auf leichten Wegen durch eine gartenartige Landschaft, vorbei an Zypressen und Wiesen, auf denen die langhornigen, istrischen Rinder weiden. Zwischendurch kehrt man in einem Gasthof ein und stärkt sich mit Hähnchengulasch.

ISTRIENS KÜSTE
Danach ein kurzer Abstecher an die Küste. Wie eine Muschel ragt die Altstadt von Rovinj in die smaragdblaue Adria. Vom 60 Meter hohen Campanile hat man den besten Blick auf das bunte Gassengewirr. Abends geht es in die „Valentino“-Bar, die auf einem Felsen direkt am Meer liegt. Man schnappt sich ein Sitzkissen und beobachtet bei Kerzenlicht und einem Cocktail (ab 11 Euro) die Brandung.

Die Hauptattraktion der quirligen Hafenstadt Pula ist das gut erhaltene Amphitheater. Beim Rundgang durch die Altstadt sollte man vor allem die venezianischen Renaissance-Paläste bestaunen und sich auf dem täglichen Bauernmarkt mit Honig und Olivenöl eindecken.

INFOS & ANGEBOTE Istrien

Die „Kroatische Toskana“ liegt inmitten der gebirgigen Halbinsel Istrien im Nordwesten Kroatiens. Sie gilt (noch) als Geheimtipp für Feinschmecker und Naturliebhaber.

Anreise: Germanwings fliegt von mehreren deutschen Städten nach Pula.

Angebote: ÜF im DZ des 3-Sterne-Hotels „Kastel“ in Motovun p. P. ab 44 Euro. Eine Woche im Ferienhaus (4 Personen) in Buzet ab 295 Euro, 1 Woche in einer Ferienwohnung (6 Personen) in Pazin ab 213 Euro (Novasol).

Infos:
Kroatische Zentrale für Tourismus, Tel. 069/238 53 50. www.istra.hr/de

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