Die Schauplätze aus Dan Browns Thriller

Auf den Spuren der „Illuminati“ durch Rom

Millionen haben Anfang des Jahrtausends den Bestseller „Illuminati“ von Dan Brown verschlungen, der 2009 mit Tom Hanks in der Hauptrolle auch verfilmt wurde. Darin begibt sich der Symbolologe Robert Langdon auf die Spuren des mysteriösen Geheimbundes „Illuminati“, der in Rom und im Vatikan sein Unwesen treibt. Reisebloggerin Katrin Lehr hat eine Rundtour zu den Schauplätzen aus dem Buch zusammengestellt – bei der man praktischerweise an vielen bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeikommt.

Von Katrin Lehr

Als ich 2003 Dan Browns Bestseller „Illuminati“ gelesen habe, beschloss ich, irgendwann selbst auf die Suche nach den Schauplätzen aus dem Buch in Rom zu gehen. Es gibt zwar zahlreiche geführte Touren, die man buchen kann – doch diese sind recht teuer und man hat nur wenig Zeit, um sich alles genau anzusehen. Am besten man erkundet das Rom der Illuminati auf eigene Faust, löst wie Robert Langdon die Rätsel und Mythen des Geheimbundes, entdeckt die Altäre der Wissenschaft und findet die Kirche der Erleuchtung. Wie das geht, lest ihr hier.

Die Geschichte im Buch

Im Buch hält ein von den Illuminati beauftragter Assassine vier Kardinäle gefangen, die als heiße Anwärter (i preferiti) für die Nachfolge des jüngst gestorbenen Papstes gelten und im gleichzeitig stattfindenden Konklave gewählt werden sollen. Im Zeichen der vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser bringt der Killer die Geistlichen auf schauerliche Art und Weise nacheinander um.Wissenschaft gegen Religion – seit Jahrzehnten verfeindet.

Zuvor wurde Antimaterie beim CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf gestohlen, mit welcher der gesamte Vatikan zerstört werden soll. Der Professor für Kunstgeschichte und Symbologe Robert Langdon jagt mit Hilfe eines Gedichts von John Milton nun atemlos durch Rom, um den Killer und die Antimaterie auf dem Pfad der Erleuchtung zu finden.

Eines sollte man sich bewusst machen: Nicht alles im Buch ist historisch oder geographisch richtig. Dan Brown biegt sich die geschichtlichen Fakten oder auch die tatsächliche Lage eines Schauplatzes so hin, dass es in die Handlung seines Thrillers passt. Fiktion trifft Realität – Dichtung trifft Wahrheit.

Station 1: Der Vatikan

Im Vatikan spielt der größte Teil der Handlung in Buch und Film. Allerdings ist hier alles streng geregelt, Besucher dürfen längst nicht überall hin. Einige Schauplätze aus dem Buch bekommt man aber dennoch zu sehen – manchmal auch über kleine Umwege.

Vatikanische Gärten
Gleich zu Beginn des Buches landen Robert Langdon und Vittoria Vetra auf dem Hubschrauberlandeplatz im Vatikan und werden durch die Vatikanischen Gärten zu den Diensträumen der Schweizergarde gebracht.

Der Besuch der Gärten ist nur innerhalb einer gebuchten Tour im Minibus möglich. Mir wurde gesagt, dass auf dieser Tour absolutes Fotografierverbot herrscht. Einen Blick auf die Gärten kann man trotzdem werfen: Von der Kuppel des Petersdoms aus sieht man den Verwaltungssitz und davor das Wappen des aktuellen Papstes in Blumenform. In der hintersten Ecke der Gärten befindet sich auch der Hubschrauberlandeplatz.

Die Vatikanischen Gärten, gesehen vom Dach des Petersdoms aus

Foto: Katrin Lehr

Weitere Fotos der Vatikanischen Gärten hat der Vatikan auf seiner Website zusammengestellt.

Schweizergarde
Keinen Zutritt gibt es für „Normalsterbliche“ zu den Diensträumen der Schweizergarde, deren Mitglieder den Apostolischen Palast und die Eingänge zur Vatikanstadt seit mehr als 500 Jahren bewachen, von einigen kleineren Unterbrechungen mal abgesehen. Einen Blick auf die „Hauspolizei“ des Vatikan kann man natürlich trotzdem werfen und darf sie auch fotografieren. Deren gelb-blau-rote Uniform wurde übrigens nicht – wie im Buch erwähnt – von Michelangelo entworfen.

Die Schweizergarde ist das einzige verbliebene päpstliche Armeekorps in Waffen. Die Wächter tragen eine Hellebarde, eine Mischung aus Hieb- und Stichwaffe

Foto: Katrin Lehr

Apostolischer Palast
Im Buch werden Robert und Vittoria in einem Zimmer des apostolischen Palastes eingeschlossen, schaffen es durch eine List mit einem Anruf aber, rausgelassen und zum Camerlengo gebracht zu werden.

Der Camerlengo Carlo Ventresca ist der persönliche Assistent des Papstes. Dass er die beiden im päpstlichen Amtszimmer trifft, ist der Fantasie Dan Browns entsprungen. Fakt ist, dass in der Apostolischen Konstitution festgeschrieben ist, dass der Camerlengo Arbeitszimmer und Privatgemächer des Papstes nach dessen Tod zu versiegeln hat. Natürlich bleibt auch Touristen dieser Teil des Vatikans verschlossen.

Im Apostolischen Palast befinden sich die päpstliche Unterkunft und auch sein Arbeitszimmer. Wenn man auf dem Petersplatz steht, befindet sich auf der rechten Seite ein großes Bronzetor rechts der Kolonnaden. Die Schweizergarde wird den Zutritt dorthin verwehren, aber mit etwas Glück kann man die Königstreppe (Scala Regia), die Bernini erbaut hat, erblicken.

Vatikanische Geheimarchive
Als nächstes erhalten Langdon und Vittoria die Erlaubnis, in den Geheimarchiven nach einem Dokument Gallileos zu forschen, welches ihnen auf der Suche nach dem Weg der Erleuchtung helfen soll. Auf dem Weg liegen die vier Kirchen, die Altäre der Wissenschaft, die zur Kirche der Illuminati führen sollen.

Wie der Name schon erahnen lässt, bleibt Besuchern ein Blick auf die Geheimarchive  selbstverständlich ebenfalls untersagt. Hier lagern über 20.000 Bücher. Nur Forscher mit einem Empfehlungsschreiben eines angesehenen Institutes haben eventuell eine Chance, einen Blick hinein zu werfen.

Die Sixtinische Kapelle
Hier warten die Kardinäle auf das Eintreffen der vier noch fehlenden Kardinäle, um mit dem Konklave zu beginnen. Am Ende zeigt Robert Langdon ihnen hier das Video, welches Maximilian Kohler im Büro des Camerlengo kurz vor seinem Tod zur Aufklärung heimlich aufgenommen hat.

Die Sixtinische Kapelle liegt nördlich des Petersdoms und ist mit diesem über die Scala Regia verbunden. Als Tourist bekommt man allerdings nur über die Vatikanischen Museen Zugang zur Kapelle, die definitiv den Höhepunkt dieser Besichtigung bildet. Besondere Berühmtheit erlangt die Sixtinische Kapelle durch Michelangelos Deckengemälde, dessen Erschaffung vier Jahre in Anspruch nahm. „Die Erschaffung Adams“ ist eines berühmtesten Gemälde der Welt. Es zeigt, wie Gott mit ausgestrecktem Finger Adam Leben einhaucht.

Ein weiteres Highlight ist Michelangelos „Jüngste Gericht“, welches hinter dem Altar die Wand ziert. Im Inneren der Kapelle herrscht übrigens absolutes Fotografier-Verbot. Aber wer hält sich daran? Ich glaube niemand…

Seit 1492 ist die Sixtinische Kapelle außerdem der Ort, an dem die Kardinäle in einem Konklave den neuen Papst wählen. Dazu wird die Kapelle hermetisch abgeriegelt. Ausnahmen zur Öffnung wie im Buch gibt es nicht.

Die Fresken des Malers Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle sind unglaublich beeindruckend. Ganz oben im Bild: Die Erschaffung des Adams

Foto: Getty Images

station 2: das Pantheon

Das Gedicht im Buch von Galileo Galilei gibt Hinweise auf den Pfad der Erleuchtung durch Rom. Santi’s earthly tomb – Santis irdenes Grab. Der berühmte Künstler Raffael ist hiermit gemeint. Santi ist sein Nachname. Das Grab Raffaels befindet sich im Pantheon. Also machen sich Robert und Vittoria schnell auf den Weg dorthin.

Das Pantheon liegt an der Piazza della Rotonda, mitten in Rom zwischen der Piazza Navona und dem Trevi-Brunnen. Der Eintritt ist kostenlos.

Foto: Getty Images

Das Pantheon wurde 125 n. Chr. erbaut und gilt als das am besten erhaltene Bauwerk der Antike. Es ist ein architektonisches Meisterwerk: Die Kuppel ist gewaltig und misst im Durchmesser 43,3 Meter – exakt soviel, wie die Gesamthöhe des Gebäudes beträgt. Der Durchmesser der Kuppel im Petersdom ist übrigens 1,40 Meter kleiner.

Die Hauptlichtquelle im Inneren stammt von dem riesigen 9 Meter großen Loch in der Mitte der Kuppel – auch Oculus genannt. Nicht nur Licht und frische Luft, sondern auch Regen fällt durch die Öffnung. Daher sind in der Mitte 22 Abflusslöcher in den Marmorboden eingelassen, welche das Wasser in Zisternen ableiten. Der Oculus diente ursprünglich als Art Kamin für Rauch aus zeremoniellen Verbrennungen. Gleich am ersten Rätsel irrt sich Langdon gewaltig, als er denkt, das erwähnte Dämonenloch sei die Öffnung im Pantheon.

Die Kuppel hat einen Durchmesser von 43,3 Meter, das Loch ist 9 Meter breit

Foto: Katrin Lehr

Station 3: Piazza del Popolo

Als Robert und Vittoria entsetzt feststellen, dass sie am falschen Ort suchen, ist es schon fast zu spät. Mit Hilfe eines römischen Fremdenführers finden sie heraus, dass Santis irdenes Grab nicht Raffaels Grab selbst ist, sondern ein von ihm entworfenes Grab in der Kirche Santa Maria del Popolo.

Der Piazza del Popolo ist oval, in der Mitte prangt ein mächtiger 24 Meter hoher ägyptischer Obelisk, und auch der Brunnen um den Obelisken mit seinen vier ägyptischen Löwen scheint prädestiniert als Ort der Illuminati

Foto: Getty Images

Für die Strecke braucht man nicht wie im Buch beschrieben nur eine Minute, und auch die Entfernung beträgt nicht nur 1,5 Kilometer. Zu Fuß ja – aber mit dem Auto sind es ganze 2,6 Kilometer, und wer in Rom schon einmal mit dem Auto gefahren ist weiß, wie dicht hier der Verkehr oftmals ist. Die im Buch beschriebene Strecke ist außerdem nicht so einfach zu erreichen, da man auf die Via della Scrofa nur kommt, wenn man mindestens eine Einbahnstraße verkehrt herum hinein fahren würde.

Die Piazza del Popolo ist einer der größten Plätze Roms. Langdon erkennt, wie „geschaffen“ der Ort für die Illuminati sein muss: Der Platz ist oval, in der Mitte prangt ein mächtiger 24 Meter hoher ägyptischer Obelisk aus rotem Granit, und auch der Brunnen um den Obelisken mit seinen vier ägyptischen Löwen scheint prädestiniert als Zeichen des Geheimbundes. Die imposante Stadtmauer Porta del Popolo zeigt eine „Sonne über einem dreieckigen Steinhaufen“, von Langdon erkannt als, „ein Licht über einer Pyramide“, ein Zeichen der Illuminati.

Auch hier fantasiert Dan Brown ein wenig: Es handelt sich um das Familienwappen des Fabio Chigi, welcher 1655 zum Papst gewählt wurde. Der Steinhaufen, das sind sechs Steine und somit das Symbol für die sechs Hügel von Siena, woher die Familie Chigi stammt.

Santa Maria del Popolo und die Chigi-Kapelle
Durch den aufgebrochenen Nebeneingang gelangen Robert und Vittoria in die Kirche. Sie suchen nach der Chigi-Kapelle, welche sich hinter einer der acht durch Bauarbeiten verdeckten Nischen verstecken muss, und darin das Demon’s hole – das Dämonenloch.

Unscheinbare Fassade: Die Kirche Santa Maria del Popolo

Foto: Katrin Lehr

Laut Buch liegt die Kirche „schräg am Hang eines Hügels, der an den südöstlichen Rand der Piazza grenzte. Sie ragte aus ihrer Umgebung wie ein gestrandetes Schlachtschiff …“ Folgt man dieser Beschreibung, wird man die Kirche nicht finden. Sie steht im Norden des Platzes, der Eingang befindet sich direkt am Stadttor Porta del Popolo.

Die unscheinbare Fassade der Mitte der 15. Jahrhunderts gebauten Santa Maria del Popolo Kirche in Rom verrät nichts über die Pracht im Inneren. Nach dem Betreten findet man im Inneren auf der linken Seite in der zweiten Nische die Chigi-Kapelle – der erste Altar der Wissenschaft. Sie wurde innerhalb drei Jahren von Raffael entworfen und erbaut. Wer hier eine in die Wand eingelassene Fliese mit dem Hinweis auf das Grab von Alexander Chigi sucht, wird diese hier nicht finden. Denn Alexander hieß mit richtigem Vornamen Fabio und wurde erst mit der Papstwahl zu Papst Alexander VII. In der Kapelle liegen Agostino und Sigismondo Chigi begraben.

Im Inneren der Kapelle dominiert glänzender roter Marmor. An den beiden Seitenwänden sieht zwei Pyramiden. Ein eher ungewöhnlicher Anblick in einer christlichen Kirche. Doch damals wurden ägyptische Symbole häufig verwendet, auch für christliche Kirchen.
Auf dem Boden entdeckt man dann endlich das gesuchte Mosaik: Ein kniendes Skelett auf einer Steinplatte, die den Eingang zur Grabhöhle verschließt: Das Dämonenloch.

Das Dämonenloch in der Chigi Kapelle

Foto: Katrin Lehr

Hier wurde im Buch der erste Kardinal mit dem Brandmal „Earth“ gefunden. Ein Abstieg in die unterirdische Gruft ist allerdings nicht möglich. Das Betreten der Kapelle ebenso wenig.

Im hinteren rechten Teil der Kapelle befindet sich Berninis „Habakuk und der Engel“. Die beiden Figuren zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Im Buch heißt es „Let angels guide you on your lofty quest.“ Berninis Engel könnte sogar in die richtige Richtung zeigen – denn die nächste Station auf dem Pfad der Erleuchtung bringt uns auf den Petersplatz.

Station 4: Petersplatz

Der Finger des Engels in der Chigi-Kapelle der Kirche Santa Maria del Popolo zeigt Robert Langdon den Weg zur nächsten Station: der Petersplatz. Ziel ist ein Marmorblock, eingelassen in den Boden in unmittelbarer Nähe des 27 Meter hohen ägyptischen Monolithen in der Mitte des Platzes. Am Fuß des Obelisken wird der zweite Kardinal mit dem Brandmal „Air“ ermordet aufgefunden. Auch hier kommen Robert und Vittoria zu spät.

Die gesuchte Marmorplatte mit dem Symbol des Westwindes trägt den Schriftzug „West Ponente” (Respiro di dio) was soviel wie „Atem Gottes” heißt und für das Element Luft steht. Man findet sie zwischen Obelisk und Petersdom auf dem Boden.

Die gesuchte Marmorplatte mit dem Symbol des Westwindes trägt den Schriftzug „West Ponente“ (Respiro di dio)

Foto: Katrin Lehr

Auf dem Petersplatz befinden sich übrigens noch 15 weitere Marmorplatten mit Wind-Symbolen. Warum im Buch ausgerechnet der Westwind den entscheidenden Hinweis auf die nächste Station gibt, weiß nur Dan Brown.

Wenn man das erste Mal über die Via della Conciliazione den weitläufigen Platz vor dem Petersdom betritt ist, man beeindruckt: 340 Meter lang und 240 Meter breit; die halbkreisförmigen Kolonnaden, bestehend aus 284 Säulen, die in vier Reihen hintereinander angeordnet sind, umrahmen den Platz vom Petersdom ausgehend. Die Kolonnaden bilden übrigens die Grenze zwischen Vatikanstadt und Italien.

Ebenfalls sehr beeindruckend: Der Blick von der Kuppel aus auf den Petersplatz

Foto: Katrin Lehr

Tipp: Ungefähr in der Mitte zwischen Brunnen und Obelisk sind auf beiden Seiten kleine runde Platten in den Boden eingelassen. Wenn man sich darauf stellt auf die Säulen der Kolonnaden blickt, sieht man nur noch eine einzige Säulenreihe. Auch diese geniale Konstruktion verdanken wir Gian Lorenzo Bernini, der den Petersplatz in den Jahren 1656 – 1667 neu gestaltete.

Station 5: Piazza Barberini

Die Marmorplatte auf dem Petersplatz weist den Weg nach Westen. Im Archiv des Vatikans durchforstet Robert eine Liste an Bauwerken Berninis und stößt dabei auf die Skulptur „Die Verzückung der heiligen Theresa“. Diese steht vor der Kirche Santa Maria della Vittoria. Sie machen sich schnell auf den Weg zum Piazza Barberini, wo sich die Kirche befindet.

Doch wer sich zur Piazza Barberini begibt, wird enttäuscht werden: Hier stand noch nie ein Obelisk, dafür aber der im Jahr 1623 von Bernini geschaffene Tritonenbrunnen. Nicht zu übersehen ist dafür das Hotel Bernini: Hier verbringen Robert und Vittoria ihre erste gemeinsame Nacht, nachdem das Rätsel gelöst ist und Robert sich selbst aus dem Krankenhaus entlässt.

Station 6: Kirche Santa Maria della Vittoria

Einige hundert Meter aufwärts der Piazza Barberini findet man die Kirche auf dem Weg zum Hauptbahnhof, gegenüber des 5-Sterne Hotels The St. Regis Rome. Als normaler Tourist würde man die Kirche vermutlich ignorieren. Zu unscheinbar und schmucklos liegt sie an der Ecke.

Im Inneren findet man die im Buch beschriebene Bernini-Statue, die „Die Verzückung der heiligen Teresa”. Sonnenstrahlen aus Gold leuchten im Hintergrund, die vom hinter der Statue verborgenen Lichteinfall tatsächlich mit Tageslicht angestrahlt werden.

Die „Verzückung der heiligen Teresa“ in der Kirche Santa Maria della Vittoria. Öffnungszeiten: Täglich 7 bis 12 Uhr und 15:30 bis 19 Uhr.

Foto: Katrin Lehr

Station 7: Piazza Navona

Der Engel der Skulptur in der Santa Maria della Vittoria deutet mit seinem Speer Richtung Westen. Robert kombiniert dank eines Stadtplans und erkennt, dass die nächste Station Berninis Fontana die Fiumi (Vier-Ströme-Brunnen) auf der Piazza Navona sein muss. Hier soll der nächste Kardinal ermordet werden.

In Wahrheit weißt der Pfeil des Pfeils des Engels in Richtung Nordosten, wo sich das Olympiastadion befindet.

In Rom gibt es zahlreiche schöne Plätze. Einer der schönsten ist ohne Zweifel die Piazza Navona. Nicht nur der Vier-Ströme-Brunnen ist sehr imposant, auch die Kirche Sant’Agnes in Agone ist in beeindruckendes Bauwerk. Auf der Piazza herrscht immer reges Treiben und die ein oder andere der „besten Eisdielen Roms“ befinden sich hier. Dass der Platz überhaupt mal so verlassen sein könnte, wie Robert Langdon ihn kurz vor elf Uhr Abends vorfindet, ist kaum vorstellbar.

Die Piazza Navona mit dem Vier-Ströme-Brunnen von Bernini

Foto: Getty Images

Robert Langdon erklimmt im Buch zuerst den Sockel des Vier-Ströme-Brunnens, dann den Obelisken, um einen besseren Blick über Rom zu bekommen und die Richtung auszumachen, in welche die Taube auf dem Obelisken zeigt. Dadurch sieht er das Gebäude, welches die Kirche der Erleuchtung sein muss.

Der Brunnen wurde von Bernini erbaut. Der Obelisk, der sich in der Mitte erhebt, misst 16 Meter. An dessen Spitze sitzt eine Taube mit Olivenzweig im Schnabel. Mir ist ein Rätsel, wie ein Mensch hier raufklettern soll. Ebenso, wie Robert im Buch „über“ den Platz hinwegschauen kann. Denn so hoch ist der Obelisk nicht, um über die Gebäude am Platz schauen zu können. Fraglich ist auch, wie man in dem Brunnen ertrinken kann – denn das Becken ist nur 40 Zentimeter tief. Aber so ist das nun mal bei Dan Brown: Manchmal muss man sich die Gegebenheiten ein wenig zurecht biegen, damit es zur Geschichte passt.

Station 8: Engelsburg

Die Taube auf der Spitze des Obelisken auf der Piazza Navona zeigt die Richtung zur letzten Station: Der Engelsburg. Die Kirche der Erleuchtung und auch der Ort, an dem der Killer Vittoria gefangen hält.

Nachdem auch das vierte Element gefunden wurde, scheint Langdon auf dem geheimen Illuminati-Pfad fast am Ende angekommen zu sein. Seine Kombinierungsgabe lässt ihn auch das letzte Versteck erahnen: Das Castel Sant’Angelo, eines der berühmtesten Bauwerke Roms.
Die Burg ließ der römische Kaiser Hadrian erbauen.

Die Engelsburg wirkt von außen wie eine Festung. Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 19 Uhr, Eintritt: Erwachsene 10,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro

Foto: Katrin Lehr

Erstmals diente die Burg als Mausoleum für römische Herrscher. Danach wurde die Engelsburg zur Festung Roms ausgebaut. Ab dem 10. Jahrhundert diente die Engelsburg als Zufluchts- und auch Aufenthaltsort für Päpste. Auch als Gefängnis oder sogar als Folterkammer musste sie herhalten. Sogar Galileo wurde hier einmal festgehalten. Mittlerweile dient die Burg nur noch als Museum.

Die Skulptur des Engels auf dem Dach der Engelsburg stammt nicht, wie von Dan Brown behauptet, von Bernini, sondern vom flämischen Bildhauer Pieter van Verschaffelt. Falsch ist auch, dass der im Buch beschriebene Passetto di Borgo – der rund 800 Meter lange Geheimgang, der vom Vatikan zur Engelsburg führt – unterirdisch verläuft. Der Passeto liegt nicht unter der Erde, sondern ist ein überirdisch fest ummauerter Gang. Von außen sieht der Passetto aus wie eine gewöhnliche Mauer. Dieser Fluchtweg hat schon dem ein oder anderen Papst zur Flucht aus dem Vatikan verholfen. Der Zugang ist für die Öffentlichkeit leider verschlossen

Station 10: Petersdom

Die Antimaterie ist unter dem Petersdom versteckt, dem wichtigsten Heiligtum der römisch-katholischen Kirche. Auf dem Grab des heiligen Petrus befindet sich der Zylinder. Es bleibt nur noch wenig Zeit, den Zylinder zu entfernen…

Der Petersdom ist ein imposantes Gebäude. Im Inneren finden auf 15.000 Quadratmetern rund 60.000 Gläubige Platz – fast wie bei einem Fußballstadion. Fast alle bekannten Baumeister der Renaissance und des Barock waren am Bau beteiligt: Raffael, Michelangelo, Bernini und Bramante.

Blick in den gewaltigen Innenraum des Doms

Foto: Katrin Lehr

Neben dem Altar steht rechts die Bronzestatue des Heiligen Petrus. Neben der Statue führt eine Treppe hinab zu den vatikanischen Grotten. Hier befindet sich das Grab des Paulus, auf dem im Buch der Behälter mit der Antimaterie angebracht ist. So tief wie von Dan Brown beschrieben muss man aber nicht hinabsteigen: Das Grab liegt direkt unter dem Altar.
Um das Grab herum sind 99 Öllampen angebracht. Lämpchen wäre der treffendere Begriff. Wie der Camerlengo damit sein Gewand getränkt haben soll, bleibt wohl auch der Fantasie Dan Browns überlassen.

Station 11: Tiberinsel

Nach Roberts waghalsigem Sprung auf Leben und Tod aus dem Hubschrauber stürzt Robert in den Tiber. Direkt vor dem Ufer der Tiberinsel, wo er von einem Arzt gerettet wird.

Die Tiberinsel. Hier ist meist wenig los, dabei ist die kleine Insel im Fluss wirklich hübsch anzusehen

Foto: Getty Images

Robert Langdon und Vittoria stellen schnell fest, dass Gian Lorenzo Bernini der unbekannte Meister der Illuminati ist und den Pfad der Erleuchtung mitten in Rom geschaffen hat.
Bernini diente unter acht verschiedenen Päpsten und wurde zunächst als Bildhauer und später als Architekt gefeiert. Auch hier mogelt Dan Brown – denn Bernini ist lange vor Gründung der Illuminati gestorben.

Der kürzeste Weg

Wem es zu anstrengend oder zeitaufwendig ist, die Tour in chronologischer Reihenfolge der Ereignisse im Buch zu machen, kann die Stationen auch auf dem kürzesten Weg ablaufen. Die Strecke ist relativ gut zu Fuß zu bewältigen, man sollte aber trotzdem bequeme Schuhe anziehen. Die Tour führt von der Kirche Santa Maria della Vittoria über die Piazza Barberini zur Piazza del Popolo, dann weiter zum Pantheon, über die Piazza Navona zur Engelsburg, und von dort aus ist es nicht mehr weit bis zum Petersplatz und den Vatikanischen Museen. Umgekehrt geht natürlich auch.

Foto: Google Maps / Katrin Lehr

Katrin Lehr ist Reisebloggerin und viel unterwegs in der Welt, weshalb ihr Blog auch „viel-unterwegs.de“ heißt. Darauf schreibt sie über ihre Reisen, gibt Tipps und Infos, wie man sich am besten eine Auszeit vom Job nimmt und wie man es trotz Vollzeitjob schafft, viel zu verreisen. Hier geht es zu Katrins Blog.

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Ein Großteil des Thrillers „Illuminati“ spielt in Rom und in Vatikan-Stadt

Foto: Bastei Lübbe

Tipps zur Vorbereitung

Wie viel Zeit einplanen?

Für die gesamte Illuminati-Tour sollte man zwei volle Tage einplanen, wenn man alles in Ruhe sehen und auf sich wirken lassen möchte. Vor allem die Vatikanischen Museen nehmen recht viel Zeit in Anspruch.

Was brauche ich unterwegs?

  • Empfehlung: Vor der Reise (nochmal) das Buch „Illuminati“ von Dan Brown lesen oder den Film ansehen (Trailer siehe unten)
  • Eine Stadtkarte von Rom
  • Ein gültiges Ticket für U-Bahn, Bus und Metro – es ist aber auch alles zu Fuß zu erreichen

Chronologisch oder der kürzeste Weg
Man kann die Tour in Chronologie des Romans oder auch in einer logischen Reihenfolge der Lage der Orte zueinander abgehen. Authentischer ist natürlich die chronologische Tour, weil man so die Geschehnisse im Buch besser nachverfolgen kann. Wer wenig Zeit hat oder lieber alles zu Fu0ß macht, für den bietet sich die geographisch kürzeste Tour an. Wie die aussieht, zeigt eine Karte am Ende des Artikels.

Der Trailer zum Film:

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Tipps für die Vatikanischen Museen

Tickets: Es empfiehlt sich unbedingt, Tickets für die Vatikanischen Museen vorab im Internet zu bestellen. Die Warteschlangen am Eingang sind enorm und können schonmal mehrere 100 Meter lang sein. Hier bekommt man online Tickets.

Kosten
: 16 Euro + 4 Euro Vorverkaufsgebühren.

Öffnungszeiten: Sonntags bis auf den letzten Sonntag im Monat geschlossen. Dann ist der Eintritt frei, der Ansturm umso größer.

Bester Zeitpunkt: Wann die beste Zeit ist, um die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle zu besuchen, erfahrt ihr hier.

Wussten Sie, dass...

... der Vatikan eine eigene Post hat? Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Urlaubsgrüße vor Ihnen zuhause ankommen, besorgen Sie sich päpstliche Briefmarken. Die Zusteller des Vatikans sind schneller als die weltliche Konkurrenz. Wichtig: Die Post muss unbedingt in den gelben Briefkästen des Vatikans eingeworfen werden, die rund um den Petersplatz aufgestellt sind sowie an den Pilgerkirchen San Giovanni in Laterano und Sankt Paul vor den Mauern. Briefmarken gibt es in den drei vatikanischen Postämtern (direkt am Petersplatz am Ende der Kolonnaden und im Vatikanischen Museum). Zollpflichtige Waren wie Alkohol, Parfüm oder Kaffee sollten Sie allerdings besser nicht damit versenden – dann fallen Gebühren an, weil der Vatikan kein EU-Mitglied ist.


... die „Stadt der sieben Hügel“ wesentlich mehr Anhöhen hat? Die Redewendung zählt nur die klassischen Hügel, die im antiken Stadtzentrum lagen. Dazu gehören: Aventin, Kapitol, Caelius, Palatin, Viminal, Quirinal und der Esquilin. Nicht mitgezählt werden etwa der Pincio, Gianicolo und der Vatikan.

Bloss nicht...

... Wertgegenstände aus den Augen verlieren. Rom ist berüchtigt für seine Taschendiebe. Am besten nie alle Geldkarten oder viel Bargeld mitnehmen, immer eine Hand an Kamera und Tasche halten, Portemonnaie auf keinen Fall in der Hosen- oder Jackentasche tragen.

... im August nach Rom fahren. Dann sind sämtliche Römer im Urlaub, viele Geschäfte und Restaurants haben geschlossen. Noch dazu ist es stickig-heiß in der Stadt. Besser im Frühling oder Herbst nach Rom fahren!

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Mehr Tipps für Rom

► Zu welcher Jahreszeit?
Wer dem Massenansturm entgehen möchte, reist unbedingt außerhalb der Ferien nach Rom. Ideale Reisezeit ist Frühjahr oder Herbst, wenn es tagsüber angenehm warm, aber nicht zu heiß ist. Im August sollte man Rom besser meiden, weil die Luft vor Hitze in den Straßen steht und die Stadt (abgesehen von den immer anwesenden Touristen) wie ausgestorben ist. Die Römer fliehen nämlich jedes Jahr im August aus der Stadt und verbringen ihren Jahresurlaub am Meer. Shopping-Gurus werden in dieser Zeit vor vielen geschlossenen Geschäften stehen.

► Wie hinkommen?

Der Flug nach Rom dauert von Berlin aus rund zwei Stunden. Wer früh bucht und nicht unbedingt in den Ferien oder übers Wochenende reist, kann beim Flugpreis ein echtes Schnäppchen machen. Die meisten Airlines fliegen Roms größten Flughafen Leonardo Da Vinci (Fiumicino Airport) an, der 34 Kilometer westlich der Innenstadt liegt. Die Günstig-Airline Ryanair fliegt von mehreren Städten in Deutschland den kleineren Flughafen Ciampino 15 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums an.

► Wo schlafen?

Sauber, günstig und zentral gelegen ist das Hotel Katty in der Via Palestro nahe dem Hauptbahnhof. Komfortabler ist das charmante 3-Sterne-Hotel Santa Maria inmitten des belebten Stadtviertels Trastevere.

► Wo essen?

Die Italiener lieben gutes Essen – ob zu Hause oder im Ristorante. Deshalb isst man in Rom eigentlich überall richtig gut. Nur Restaurants und Imbissstände in unmittelbarer Nähe von Sehenswürdigkeiten sollte man besser meiden – wo viele Touristen sind, wird auch gern abgezockt. Lieber in den Nebenstraßen nach wesentlich besseren und günstigeren Alternativen suchen.

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Tipps und Infos zum Petersdom

Tipp 1: Wenn man am Grab des Paulus in den Vatikanischen Grotten unter dem Altar erreicht hat, sollte man eines nicht übersehen: In einer kleinen Nische in unmittelbarer Nähe des Grabes befinden sich die sterblichen Überreste von Papst Johannes Paul II. Gekennzeichnet mit einer schlichten Carrara-Marmortafel im Boden.

Tipp 2: Die Kuppel des Petersdoms von Michelangelo besichtigen. Der Ausblick innerhalb der Kuppel in die Kirche hinein ist überwältigend, der Panoramablick auf der Kuppel über Vatikanstadt und Rom bei gutem Wetter unvergesslich. Bis nach oben sind es 537 Treppenstufen, zunächst sehr flach und gut zu bewältigen. Erst weiter oben wird es steil und anstrengend. Es gibt auch einen Aufzug – der fährt jedoch nur bis zu der Stelle, von wo aus es steil wird. Ab hier sind es immer noch circa 300 Stufen.


Petersdom Öffnungszeiten: Täglich 7 bis 19 Uhr, Oktober-März: bis 18 Uhr
Kuppel Öffnungszeiten: Täglich 8 bis 18 Uhr, Oktober-März: bis 17 Uhr (außer Mittwoch vormittags während der Generalaudienz des Papstes)
Tickets: Mit Aufzug: 7  Euro, ohne 4 Euro

Mehr Bilder von Rom sehen Sie hier:

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