Vor den Toren der Hauptstadt

EuropaCity – Paris bastelt sich ein neues Wunderland

Nur etwa 19 Kilometer nördlich von Paris soll der riesige neue Freizeitpark EuropaCity entstehen – ein neues Wunderland mit Hotels, Shopping-Meile, Theatern und einem Schneepark für Ski-Fans. Lokalpolitiker hoffen auf ein Job-Wunder in der strukturarmen Gegend, andere sprechen in Zusammenhang mit dem Projekt von Größenwahn. Schließlich steckt ein anderes Megaprojekt zurzeit in der Schuldenkrise: Disneyland Paris.

Märchenschloss und Abenteuer, Fantasy und Micky Maus – Disney-Fans brauchen nicht erst über den großen Teich zu fliegen, um diese Zauberwelt zu erleben: Nur etwa 25 Kilometer östlich von Paris eröffnete 1992 Disneyland Paris. Doch 22 Jahre später steckt der größte Freizeitpark Frankreichs in der Krise: In den vergangenen zwei Jahren sank die Besucherzahl um zwei auf 14 Millionen, für dieses Jahr wird ein Nettoverlust zwischen 110 und 120 Millionen erwartet. Der US-Mutterkonzern wird seine europäische Tochter deshalb mit einer Finanzspritze von rund einer Milliarde Euro unterstützen.

Schlechte Zeiten also für Themenparks? Der Bürgermeister von Gonesse, Jean-Pierre Blazy, wie Präsident François Hollande Sozialist, sieht das anders. Er will in seiner Gemeinde, die nur knapp 19 Kilometer nördlich der Hauptstadt liegt, ein Mega-Projekt ansiedeln: EuropaCity – Fun-Park und neuer Stadtteil in einem. Bis 2025 soll das neue Wunderland auf einem Areal von 80 Hektar entstehen. Kosten: rund zwei Milliarden Euro.

Erste Überlegungen, das Areal in der Nähe der Flughäfen Le Bourget und Roissy Charles de Gaulle zu bauen, gab es bereits 2006. Inzwischen ist es politisch beschlossen. Erst am Montag betonte der amtierende französische Premierminister Manuel Valls seine wirtschaftlich Bedeutung für die Region.

Das derzeit größte Bauprojekt Frankreichs wird von der Immobilientochter der Handelsgruppe Auchan komplett privat finanziert und soll auch optisch ein Spektakel sein. Der Entwurf stammt von dem dänischen Architekten Bjarke Ingels: Wie ein riesiges Plateau schmiegt sich die Anlage in die Landschaft, mal eben, mal hügelig, die Gebäude umgeben von viel Grün und Wasser.

Bei der Umsetzung des Großprojekts wird auch auf Umweltverträglichkeit gesetzt

Foto: EuropaCity

Sechs Themenbereiche sind geplant: „Show-Emotion“ bietet Shows, Theater und Kabarett, „Pop-Emotion“ Spektakel wie Zirkusvorstellungen in einer Manege. Im „Sun-Emotion“ gibt es ein Erlebnis- und Spaßbad, im „Hype-Emotion“ Ausstellungen. Im „Xtrm-Emotion“ kommen Sport-Freaks auf ihre Kosten, der Bereich soll neben einer einer Skate-Anlage unter anderem auch einen Indoor-Schneepark mit Skipisten beinhalten. Das „Zen-Emotion" bietet Entspannung an, mit großem Spa-Bereich, Mediathek, einem kleinen Bauernhof und Parkanlage. In jedem Bereich gibt es zudem Restaurants oder Bistros, darunter auch exklusive Dinner-Tempel oder Fast-Food-Angebote.

Nicht nur Freizeitaktivitäten sollen die Gäste anlocken: Die Pläne für EuropaCity sehen auch ein Shopping-Paradies vor, das Platz bietet für rund 500 Geschäfte und Boutiquen.

Mit der U-Bahn direkt aus Paris: So sollen die Besucher die neue EuropaCity erreichen

Foto: EuropaCity

Zu erreichen wäre der Freizeitpark bequem von Paris aus – eine neue U-Bahn wird die Besucher in etwa 30 Minuten in die EuropaCity bringen. Touristen können sich vor Ort auch gleich einquartieren: Hotels sollen insgesamt 2700 Zimmer anbieten.

EuropaCity, so hofft die Gemeinde, könnte zum Job-Motor in der strukturarmen Region nördlich von Paris werden. Bis zu 17.500 Jobs sollen direkt oder indirekt entstehen. Doch nicht jeder ist von dem Projekt begeistert. Kritiker betonen, dass es in der Region schon zwei große Einkaufszentren gibt, von denen eines erst im vergangenen Jahr öffnete.

Seit 2011 kämpft die Bürgerinitiative „Collectif pour le triangle de Gonesse“ gegen das Projekt, bezeichnet es als „völlig überzogen“. Die Mitglieder sind gegen den „Wildwuchs“ von Einkaufszentren auf der grünen Wiese, beklagen, dass die Landschaft zubetoniert würde. Ihre Forderung: das Gebiet als landwirtschaftliche Fläche erhalten. Dies verlangen auch   Umweltschützer. Diese betonen, dass das Ackerland in der Region besonders wertvoll sei und bei der Belieferung des Großraums Paris mit Früchten eine besonders wichtige Funktion erfülle.

Doch dieses Argument will Bürgermeister Blazy nicht gelten lassen: Die Gegend um Gonesse, so sagte er laut der Zeitung „Libération“, werde ja nicht völlig bebaut. Für die Landwirtschaft bleibe noch genug Raum.

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