Hoteleröffnung am Drehort der Kultserie

Auf „Downton Abbey“ kann man jetzt Urlaub machen

Bislang konnten Touristen zwar Highclere Castle, Drehort der Erfolgsserie „Downton Abbey“, besuchen – aber schlafen dürfen hier nur die aktuellen Schlossherren. Das ändert sich nun. Am Valentinstag eröffnet auf dem Gelände ein Hotel. Allerdings sieht es drinnen ein bisschen aus, als wollte man hier ganz anderen Filmhelden huldigen.

Es ist ja nicht so, als hätte dieses Schloss keine eigene Geschichte. So war Highclere Castle etwa Sitz des fünften Earl of Carnavon, der 1922 zusammen mit Howard Carter in Ägypten das Grab von Tutenchamun entdeckte, im Jahr darauf verstarb und somit dem Gerücht um den Fluch des Pharao Nahrung gab. In den Zwanzigern herrschte die schöne Lady Catherine, eine Erbin aus Amerika, über das weitläufige Anwesen. Und später wurde Königin Elizabeth hier oft gesehen: Der 7. Earl of Carnavon war ein guter Freund und bis zu seinem Tod im Jahr 2001 Manager ihrer Rennpferde.

Doch es waren ganz andere Geschichten, die den kolossalen Bau schließlich berühmt machen sollten: Die aus der Feder von Julian Fellowes, der die Idee für „Downton Abbey“ hatte – jener Serie über eine Adelsfamilie und ihrem Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts, die nach der Ausstrahlung der ersten Staffel im Jahr 2011 schnell zur erfolgreichsten britischen TV-Serie wurde und inzwischen in über 100 Ländern Fans hat. Einer davon ist Michelle Obama, die sich neue Staffeln auch schon mal vorab ins Weiße Haus liefern lässt. Inzwischen wird die 6. Staffel gedreht.

Hier geht's zum Trailer zur vierten Staffel:

Ort der Handlung ist das fiktive „Downton Abbey“ in der Grafschaft Yorkshire, gedreht wurde im realen Highclere Castle in Hampshire, das unübersehbar von dem gleichen Architekten stammt wie die Houses of Parliament in Westminster. Das Schloss ist Stammsitz der Carnarvons, einem der ältesten englischen Adelsgeschlechter. Für die Dreharbeiten machen die Schlossherren dem Filmteam Platz und ziehen sich in einen Anbau in der Nähe der Stallungen zurück. An 60 Tagen im Jahr öffnen die Carnavons die Pforten auch für Touristen. Und diese kommen – seit dem Erfolg der Serie – zahlreich.

Dieses Ambiente ist Fans der Serie sehr vertraut: der Salon von Highclere Castle

Foto: Highclere Castle

Zu sehen gibt es neben dem monströsen Schloss und seinen weitläufigen Grünflächen auch die Salons und Säle der Granthams, wie die Schlossherren in der Serie heißen. Die Zimmer und Aufenthaltsräume der Dienstboten suchen die Serienfans indes vergeblich, die wurden im Studio nachgebaut. Stattdessen gibt es im Keller etwas anderes spannendes zu entdecken: das kleine Ägyptische Museum zu Ehren des 5. Earl of Carnarvon, der sein ganzes Vermögen einsetzte, um das Grab des Tutanchamun im Tal der Könige zu finden.

Nicht wenige Besucher des Highclere Castles werden von spezialisierten Veranstaltern hergefahren. Denn die Serienfans sind eine offenbar so reisefreudige wie gut situierte Zielgruppe. Allein auf der Internetseite von visitbritain, dem britischen Fremdenverkehrsamt, sind in etwa so viele unterschiedliche „Downton-Abbey“-Touren gelistet, wie die Serie inzwischen Folgen hat. Vom mühsamen Abklappern sämtlicher Drehorte bis zum Allround-Luxus-Paket, inklusive sämtlicher Service-Leistungen, die dafür sorgen sollen, dass sich der Reisende wie ein Aristokrat Anfang des 20. Jahrhunderts fühlt.

Doch zum Übernachten mussten sich die „Downton-Abbey“-Touristen immer von den Drehorten zurückziehen. Schlafen durfte man bisher dort, wo sich auch Graf und Gräfin Grantham „Gute Nacht“ sagten, nicht. Dabei wäre allein im Schloss eigentlich reichlich Platz. Rund 300 Zimmer gibt es hier. Manchmal kommt sogar noch eines dazu. Wie letztens, als man eine Geheimtür zu einem bis dahin unbekannten Treppenhaus entdeckte.

Nicht im Schloss, aber immerhin noch auf dem Gelände des Anwesens wird nun ein Hotel eröffnet. London Lodge wird es heißen, auch wenn der Name etwas in die Irre führt, liegt die Stadt doch gut 110 Kilometer weg ist. Nicht ganz so weit dürfte es hingegen zu Highclere Castle sein, auch wenn es vermutlich nicht unbedingt ein Katzensprung ist.

Außenansicht der London Lodge

Foto: London Lodge

Die beiden Gebäude, in denen das Hotel liegt, wurden etwa 1840 gebaut und liegen direkt in einem malerischen Steintor zum Anwesen, welches wiederum aus dem Jahr 1793 ist. Die Zimmer seien einfach, aber elegant, heißt es seitens der Hoteliers. Mit Verlaub: Nach „Downton Abbey“, wo es entweder sehr luxuriös oder mehr als einfach zugeht, klingt das nicht. Die Bilder vom Standard-Zimmer, auf dem zwei Teddybären ein wenig Aufsehen erregendes Doppelbett bewachen, erinnern uns denn auch eher an einen anderen Filmhelden: an Paddington, den Bären. Der wurde schließlich auch ganz in der Nähe gedreht, in London.

Standard-Zimmer in der London Lodge

Foto: London Lodge Hotel


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Die Countess Of Carnavon widmet sich in ihrem Buch „Lady Catherine and the Real Downton Abbey“ (320 Seiten, Hodder & Stoughton, auf Englisch) der Geschichte des Schlosses, speziell den 1920er-Jahren.

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