Zum Kinostart von „Im Weißen Rößl“

Welche Orte finden Sie romantisch, Diana Amft?

Das Timing ist perfekt: Mitten im trüben November kommt das Remake von „Im Weißen Rößl“ ins Kino und entführt uns an den österreichischen Wolfgangsee, wo offensichtlich immer die Sonne scheint und es, wenn überhaupt, dann Heiratsanträge regnet. Das ist natürlich alles viel zu schön, um wahr zu sein – ein Film wie eine nachkolorierte Kitschpostkarte. TRAVELBOOK fragte die Hauptdarstellerin Diana Amft, wie es denn nun wirklich ist, das Salzkammergut – und wo die Romantik wohnt.

Cornelia Tomerius Von Cornelia Tomerius

TRAVELBOOK: Frau Amft, „Im Weißen Rößl” scheint immer die Sonne und alle Menschen finden ihr Glück. Doch nicht genug: Sie singen auch noch ständig. Wie ist es denn wirklich am Wolfgangsee?
Diana Amft: Ganz genau so, wir haben nur die Kamera draufgehalten. (lacht) Nein. Aber es ist schon unglaublich idyllisch und schön dort, und die Menschen sind ausgesprochen warmherzig. Auch hat man das Gefühl, als würden die Uhren dort ein bisschen langsamer ticken. Alles wirkt so ausgeglichen und entspannt. Aber das ist vielleicht typisch für Österreich, wo ich schon oft gedreht habe und auch immer wieder gern hinkomme. So ist ja auch Wien zum Beispiel, die „große” Stadt, wahnsinnig gelassen.

Doch in der Realität gilt das Salzkammergut als die regenreichste Region in Österreich.
Wir hatten aber in der Tat fast nur Sonne. Zugegeben, einen Tag hat es mal geregnet. Aber das war es auch schon.

Im Film sieht man Sie auf dem Tretboot, auf Wasserski und sogar beim Fallschirmsprung...
Ja, der Fallschirmsprung hat ein bisschen Überwindung gekostet.

Sie sind tatsächlich gesprungen?
(lacht) Um Gottes willen! Ich habe Höhenangst, und es hat mich schon viel Überwindung gekostet, als wir für diese Aufnahmen an einem Kran hochgezogen wurden. Okay, wenn ich das erzähle, hört sich das dramatisch an, letztlich waren es vielleicht zwei Meter. Aber das war schon eine Herausforderung für mich.

Mit Höhenangst in den Bergen, das ist sicher nicht unproblematisch?
Sie sagen es! Gondeln sind schon mal ausgeschlossen. Auch die Zahnradbahn, mit der wir auf die Schafbergalm gefahren sind, war mir nicht geheuer. Natürlich ist die Bahn eine sichere Sache, aber es sind ja ohnehin eher die Gedanken, die einem Angst machen. Was ist, wenn plötzlich nichts mehr fasst und alles nur noch unkontrolliert nach unten rast? Und was, wenn man aus der Kurve fliegt und dahinter geht es einfach nur steil nach unten? Das sind so Gedanken, die man hat, statt einfach diesen wahnsinnig schönen Ausblick zu genießen.

Was hilft Ihnen gegen Höhenangst?
Zum einen hatte ich ja keine Wahl: Ich musste natürlich in diese Bahn steigen und auf die Alm hoch. Also habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mir schöne Gedanken gemacht. Auf der Fahrt habe ich mich dann letztlich auf die Crew und das Team konzentriert und mit dem Regisseur ein bisschen rumgealbert. Dann ging das schon irgendwie.

Abgesehen von Aktivitäten, die mit Höhe zu tun haben: Sind Sie privat der Typ, der im Urlaub aktiv sein will – oder sind Sie eher auf Entspannung aus?
Es kommt drauf an, wie stressig es vorher war. So ein, zwei Tage gar nichts zu machen, kann auch mal notwendig sein. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, länger Urlaub zu machen, dann will ich schon was erleben und entdecken. Und dann probiere ich auch gern mal was aus.

Zum Beispiel?
Ich habe tatsächlich mal Wasserski probiert. Aber nach dem 15. Versuch, bei dem ich immer noch nicht länger als vielleicht gerade mal 3 Sekunden stehen konnte, gab ich das auf. Für mich war es einfach kein großer Spaß, ständig aus dem Wasser gefischt und ins Boot gezogen zu werden, um es dann erneut zu versuchen. Im Film musste ich nicht selbst auf die Wasserski. Ich hatte ein wunderbares Double.

Es werden viele Heiratsanträge gemacht „Im Weißen Rößl“. Offenbar scheint das Hotel am Wolfgangsee der einzig wahre Ort für ein solches Vorhaben zu sein. Was ist für Sie ein romantischer Ort für einen Antrag?
Man sollte so etwas dort machen, wo man sich wohl fühlt. Und das ist natürlich eine Typfrage. Der eine liebt die Berge, der andere das Meer, der andere die Großstadt.

Und wo fände man für Sie so einen romantischen Ort?
Eher in der Natur. Aber dabei muss es gar nicht das tiefblaue Meer sein oder der fantastische Sandstrand. Das kann zum Beispiel auch eine Wasserquelle im Wald sein. Schöne Orte gibt es überall, wenn man nur aufmerksam schaut.

Der Film „Im Weißen Rößl” von Christian Theede läuft seit dem 7. November im Kino. Besetzung: Diana Amft, Tobias Licht, Fritz Karl, Edita Malovcic, Gregor Bloéb, Armin Rhode u.v.m.

Das Salzkammergut

DIE REGION: Das Salzkammergut liegt am Nordrand der Alpen und ist geprägt von insgesamt 76 größeren und kleineren Seen, den Salzkammergutbergen und den umliegenden Bergen (wie Dachstein, Traunstein, Osterhorngruppe). Schon Kaiser Franz Jospeh I. verlebte im Salzkammergut seine Sommerfrische – in der Kaiservilla in Bad Ischl – und den Maler Gustav Klimt zog es an den Attensee.

DIE BRÄUCHE: Berühmt ist die Region auch für ihre Bräuche und Traditionen, wie die Glöcklerläufe am 5. Januar und das Narzissenfest im Ausseerland. Der Traditionelle Salzkammergut-Vogelfang, wonach im Herbst einzelne heimische Vögel gefangen werden, um sie über den Winter in Volieren zu halten, wurde 2010 sogar als Immaterielles Welterbe der Unesco aufgenommen.

DER TOURISMUS: Sämtliche Informationen über das Salzkammergut und zahlreiche Tipps für den gelungenen Urlaub gibt es auf der Internetseite des Tourismusverbandes.

„Im Weißen Rößl“

DIE OPERETTE: Das Lustspiel „Im Weißen Rössl” wurde 1896 von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg in der Villa Blumenthal in der Nähe von Bad Ischl geschrieben, 1930 machte Ralph Benatzky daraus ein Singspiel, dem noch weitere Kompositionen anderer Autoren hinzugefügt wurden. Das Stück wurde ein großer Erfolg – erst in Berlin, später am Broadway.

DIE FILME: Die berühmteste Verfilmung ist die aus dem Jahr 1960 mit Peter Alexander. Fünfzig Jahre später kommt nun „Im Weißen Rößl – Wehe, du singst!” in die Kinos. Wie in der alten Version geht es um den Zusammenprall verschlissener Großstadtherzen mit alpinen Gefühlsbergen.

DAS HOTEL: Das „Weiße Rößl” gibt es tatsächlich. Hier wurden auch die Filme mit Peter Alexander und Johannes Heesters gedreht. Heute ist das Haus in St. Wolfgang ein voll funktionierender Hotel- und Restaurant-Betrieb. Die Neuverfilmung konnte hier nicht gedreht werden. Dafür in einer alten Pension in St. Gilgen am Wolfgangsee.

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Das Weiße Rössl

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