Jetset statt Hippies

Ist Ibiza etwa uncool?

Glaubt man der Zeitschrift „Instyle“, dann sollte man um Ibiza derzeit einen großen Bogen machen. „Kommerz regiert die Insel“ schreibt das Modemagazin. Viele Stars wie Neymar, Kim Kardashian oder Paris Hilton zieht es zwar weiter nach Ibiza, doch offenbar haben sie aus dem einstigen Kult-Eiland eine Insel des Party-Massentourismus gemacht. Trash habe Hippie-Charme zerstört, so die These der „Instyle“. Ist das wirklich so?

Nirgendwo scheint die Promidichte derzeit so hoch wie auf Ibiza. 40 Prozent mehr Gäste hat der VIP-Bereich des Flughafens dieses Jahr im Vergleich zu 2013 abgefertigt. Und das obwohl die Baleareninsel mit gerade mal 573 Quadratkilometern doch viel kleiner ist als Hamburg (755 Quadratkilometer).

Aber klar ist: Mit den Promis kommen meist auch die Massen, zumindest wenn das Ziel aus Sicht der europäischen Urlauber so schön nah und der Flug günstig ist. Am Strand chillen, wo es auch den Jetset hinzieht – welcher „Normalo“ möchte das nicht einmal: sich ein bisschen wie Kate Moss oder Paris Hilton fühlen, „in“ sein, Teil der Ibiza-Partyszene?

Nun verhält es sich aber so, dass der Jetset vor allem aus Neureichen besteht und der mit ihm verbundene Mainstream meist nicht nur das Publikum eines Ortes verändert, sondern auch den Ort selbst. Doch muss man gleich so weit gehen wie die „Instyle“, die Ibiza in ihrer aktuellen Ausgabe als „uncool“ bezeichnet?

Die Baleareninsel habe die „Unschuld verloren“, von seelenlosen Beachclubs ist die Rede, und von Abzocke. Das sehen Mario Götze, Bastian Schweinsteiger oder Leonardo DiCaprio sicher anders. Sie alle besuchten die Baleareninsel erst diesen Sommer. Kann es wirklich sein, dass die Hollywood-Prominenz und unsere WM-Helden so uncool sind, wie „Instyle“ die Insel sieht?

22 Indizien für die Uncoolness

22 Indizien führt das Mode-Magazin auf, warum „Ibiza im Moment nicht geht“. So treffe man an Sa Trinxa, einem Strandabschnitt von Las Salinas, nicht mehr die „schönsten Titten und Ärsche der Welt“, sondern „ganz normale Familien mit Kindern“. Nun muss das nicht immer ein Übel sein, schließlich gelten Familien aus Sicht der Tourismus-Verbände als eine willkommene Zielgruppe. Aber gut, zum Faktor „Coolness“ tragen sie meist tatsächlich nicht bei.

Ein weiteres Indiz sei, so „Instyle“, dass es auf der Hafenpromenade in der Altstadt nicht mehr die liebevoll gestalteten Kifferutensilien gebe, sondern nur noch „Schrott made in China“. Nur ist das Problem kein Ibiza-spezifisches, schließlich wird die ganze Welt von solchem Schrott überschwemmt.

Selbst bei den Drogen bemerkt die „Instyle“ einen Wandel. Im Trend sei jetzt Ketamin, ein Bullenbetäubungsmittel, das Hirn und Herz taub mache, was letztlich eine Bestätigung dafür sei, dass die Insel nicht mehr gehe. Und auch wenn sich der Trend selbst nicht wirklich bestätigen lässt, so kann man eines allerdings mit Sicherheit sagen: Ecstasy und Kokain wird auf den Partys der Insel seit jeher konsumiert. Ob das wirklich besser ist?

Dann seien da die „teewurstfarbenen, deutschen Proleten“ am Salinas Beach. Aber die gibt es bekanntlich auch am Ballermann. Ist deswegen gleich ganz Mallorca schlecht? Und zum Glück gibt es auf Ibiza ja noch einige Buchten und Strände, die unentdeckt sind und ohne „Proleten”. Man muss sie eben nur suchen.

Ein bisschen widerspricht sich die „Instyle“ zuweilen auch selbst. Zum einen vermisst sie den Hippie-Charme, empört sich aber darüber, dass mancherorts nicht mehr Gucci und Bottega Veneta verkauft werde, sondern Mango-Accessoires, und die VIP-Area im „Amnesia“ plötzlich 4000 Euro koste statt 3000.

Und wenn wir schon beim Nachtleben sind: Manche Beachclubs mögen zwar „seelenlos“ wirken und einige Restaurants beschränken sich neuerdings tatsächlich darauf, vor allem Essen zu servieren (statt Club-Atmosphäre), aber trotzdem ist das Fazit der „Instyle“, es gebe auf Ibiza „nichts zu verpassen“ schlichtweg übertrieben. Vielleicht ist die richtige Party einfach nur weitergezogen – und die „Instyle“ hat's verpasst.

Hier finden Sie die bei Tripadvisor am besten bewerteten Hotels Ibizas

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Ist Ibiza noch cool?

  • Klar, Ibiza unterliegt keinen Trends! 15
  • Nein, die Insel hat sich gewandelt und ein Ort des Massentourismus geworden. 20

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