Nach dem Dreh von „Skyfall”

Wie 007 den Großen Basar in Istanbul rettete

Als im Jahr 2012 Hollywood nach Istanbul kam, um hier den James-Bond-Film „Skyfall” zu drehen, waren nicht alle begeistert. Ganze Teile der Stadt wurden gesperrt, auf den Straßen – ohnehin ständig verstopft – hörte der Stau gar nicht mehr auf und der Große Basar, Istanbuls Touristenattraktion, wurde stark beschädigt. Doch zumindest für den Basar gibt es jetzt, verspätet, wohl eine Art Happy-End.

Wenn James Bond (Credo: „Geschüttelt, nicht gerührt”) in einer Stadt Station macht, muss man davon ausgehen, dass da kein Stein auf dem anderen bleibt. Oder zumindest: dass an der Substanz anständig gerüttelt wird. Als der Film Skyfall im Jahr 2012 in Istanbul gedreht wurde, krachte denn auch erst mal ein Stuntman mitten in ein 330 Jahre altes Geschäft auf dem Großen Basar, dem Kapalı Çarşı.

Und als sich wenig später auf dem Dach des historischen Gebäudes drei Motorradfahrer jagten, gingen dabei zahlreiche Dachziegel zu Bruch. „Als ob ein riesiger Lastwagen über das Dach gefahren wäre und dabei den größten Teil seiner Struktur zerstört hätte,” beschrieb Istanbuls Bürgermeister später den Schaden.

Zugegeben, eine Rettung sieht anders aus.

Dennoch haben diese Vorfälle dem Basar am Ende offenbar sogar gut getan. Denn die schon lange geplante Sanierung des Kapalı Çarşı, einer der Hauptattraktionen für Istanbul-Touristen – wurde dadurch beschleunigt, wie DTN berichtet. 200 Millionen Lira, umgerechnet 66 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Auch das Dach wird renoviert.

Und dieses – erbaut im Jahr 1785 – ist wirklich einzigartig. Aus der Luft betrachtet sieht es aus wie ein Karton mit Christbaumschmuck: Als hätte man fünfzehn Kugeln ordentlich im Karree einsortiert – jeweils fünf in insgesamt drei Reihen. Nur fehlt der Glanz, stumpf ist die Oberfläche der steinernen Kuppeln.

Gefunkel und Geglitzer gibt es dafür unter dem Dach zur Genüge. Verführerisch strahlt Hochkarätiges aus den Schaufenstern der Juweliere. Geheimnisvoll schimmern die Stoffe der Tuchhändler. Glamourös prangen die gefälschten Lettern französischer und italienischer Luxusmarken auf den Lederwaren der Täschner. Kein Wunder, dass flanierende Touristen hier zuweilen ein Leuchten in den Augen haben, wie es Kinder bekommen beim Anblick eines glitzernden Weihnachtsbaums und in Erwartung großartiger Gaben.

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3600 Geschäfte gehören zu dem Großen Basar und 38 Gaststätten. Im Winter 1455/56, kurz nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel, hatte Sultan Mehmet II. das Gebäude erbauen lassen. Denn für die internationale Handelstadt ziemte es sich nicht mehr, dass die Händler ihre Waren auf dem bloßen Boden ausbreiteten. Auch liebten die Haremsdamen bald ihre regelmäßige Einkaufstour. Und so entstand der Kapalı Çarşı, das erste Shopping-Center der Welt.

Zwischen 250.000 und 400.000 Besucher kommen täglich her. Doch die Jahre hinterließen ihre Spuren an dem alten Gemäuer. Man ging nicht wirklich pfleglich mit der alten Substanz um. Zuletzt gab es Probleme mit der Klimaanlage, dem Infrastruktur-System, dem Dach sowieso. Die Renovierung war mehr als überfällig. Und nach den Vorfällen während der Dreharbeiten und dem Istanbul-Hype, der zusätzlich Touristen an den Bosporus lockte, erst recht.

Mittlerweile ist der erste Teil der Renovierungsarbeiten fast abgeschlossen. Noch in diesem Jahr sollen die Innenarbeiten beginnen.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie vom Großen Basar in Istanbul und den Dreharbeiten zum James-Bond-Film „Skyfall”!

Der Film „James Bond – Skyfall“ ist der 23. Film der originalen James-Bond-Reihe. Er erschien zum 50. Jubiläum der Bond-Filmreihe und wurde am 23. Oktober 2012 in London uraufgeführt. Regie führte erstmals Sam Mendes, James Bond wurde – bereits zum dritten Mal – von Daniel Craig gespielt. Der Film ist als Blu-ray (Hollywood Collection, FOX) erhältlich.


Wussten Sie, dass...

... der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk im Istanbuler Stadtteil Cihangir ein Museum eröffnet hat, so wie der Held in seinem Roman „Das Museum der Unschuld“? Durch die gesammelten Gegenstände gibt das Haus einen ungewöhnlichen Einblick in die Geschichte und Kultur Istanbuls – und es erzählt von der Liebe des Autors zu seiner Stadt.


... das Maskottchen vom Fußballklub Fenerbahce ein Kanarienvogel ist? Dass Besiktas der älteste Klub ist und als Verein der Arbeiterklasse gilt? Dass Galatasaray von den Absolventen der gleichnamigen Eliteschule gegründet wurde, an der man beim Bummel durch die Innenstadt unweigerlich vorbeikommt? Fußball ist ein beliebtes Smalltalk-Thema. Ein bisschen sollte man sich also auskennen.


... die Hagia Sophia wegen ihrer immensen, nahezu schwerelos über dem freien Hauptraum schwebenden Kuppel in der Spätantike und im Mittelalter als achtes Weltwunder galt?


... sich am Bosporus eine aufregende Designer-Szene etabliert hat und sich Istanbul mit der eigenen Fashion-Week gar zur fünften Top-Modemetropole aufschwingt – neben Paris, Mailand, New York und London?


... Istanbul die heimliche Hauptstadt der Dachterrassen ist? Seit einigen Jahren boomen die Bars auf den Dächern, und wer einmal in einer der hippen Panoramabars – wie etwa dem Lebiderya – den Ausblick genossen hat, vergisst ihn so schnell nicht.

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