Baleareninsel Cabrera Gran hat nur 1 Herberge und 20 Einwohner

Kennen Sie schon Malles kleine Schwester?

Sie trägt den Beinamen „gran“, also „groß“ – dabei ist Cabrera Gran alles andere als das. Zumindest wenn man sie flächenmäßig mit den anderen Baleareninseln vergleicht. In Sachen Schönheit steht das nur 15,69 Quadratkilometer kleine Inselchen seiner großen Schwester Mallorca dafür in nichts nach. Jetzt dürfen sogar erstmals Touristen auf Cabrera Gran übernachten – allerdings nur, wenn sie sich anständig benehmen.

Mallorca-Fans, die gleichzeitig auch Stammgäste am Ballermann sind, brauchen an dieser Stelle gar nicht erst weiterzulesen. Denn Party, Saufgelage und lautes Gegröle sind auf Cabrera Gran unerwünscht.

Ohnehin darf nicht jeder einfach so einen Fuß auf die Insel setzen, geschweige denn mit dem Boot in der azurblauen Bucht ankern. Nur an speziellen Bojen im Hafen dürfen Schiffe festmachen – und auch das nicht ohne staatliche Sondergenehmigung, die rechtzeitig beantragt werden muss. Der Grund: Cabrera Gran ist Teil eines Nationalparks, der Besuch der Insel und der umgebenden Gewässer streng reglementiert.

Nur etwa 20 Menschen leben dauerhaft auf Cabrera. Wer als Tourist hier über Nacht bleiben möchte, dem blieb bislang nur eine Möglichkeit: auf dem Meer, im eigenen Boot – natürlich nicht ohne die entsprechende behördliche Erlaubnis und in der Hochsaison auch nur maximal eine Nacht. Doch seit wenigen Monaten können auch Besucher ohne Boot auf Cabrera übernachten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet: Mitte April hat die erste Herberge der Insel ihre Pforten geöffnet, die Albergue de Cabrera. Das Umweltministerium von Mallorca hatte veranlasst, dass einige ehemals vom Militär genutzte Baracken zu zwölf Doppelzimmern umgebaut werden. Allerdings ist auch hier der Aufenthalt für Gäste zwischen Juni und September auf eine Nacht begrenzt.

STRIKTE Regeln für den Kurzbesuch

Maximal 50 Touristen erhalten pro Tag die Genehmigung, in den Nationalpark einzufahren und mit dem Boot im Hafen von Cabrera festzumachen. Außerdem kommen mehrmals täglich Ausflugsschiffe aus aus Colònia de Sant Jordi und Porto Petro hierher. Weil die Tier- und Pflanzenwelt im Parc Nacional Maritimoterrestre de l’Arxipèlag de Cabrera, Mallorcas einzigem Nationalpark, unter besonderem Schutz steht, dürfen Besucher die ausgewiesenen Pfade auf der Insel nicht verlassen. Außerdem müssen sie ihren Müll wieder mit aufs Boot nehmen.

„Die Große“ heißt Cabrera übrigens, weil sie die größte von insgesamt 18 Inseln des Cabrera-Archipels ist. Verwaltet werden die Inseln von Palma. Und auch geologisch gehört Cabrera zu Mallorca: Vor etwa 15.000 Jahren wurde es von der Hauptinsel abgetrennt.

Das Cabrera-Archipel liegt etwa 14 Kilometer vor der Südspitze Mallorcas

Foto: Google Maps

von Piraten und Gefangenen

So wenig los wie heute war auf Cabrera einst nicht. Denn trotz – oder gerade wegen–  ihres abgelegenen Standorts blickt die Insel auf eine ziemlich bewegte Geschichte zurück. Davon zeugt etwa noch heute das Kastell, das hoch über dem Hafen thront. Es wurde im 14. Jahrhundert von den Herrschern von Aragon erbaut, um Piratenangriffe abzuwehren.

Etwa fünf Jahrhunderte später, während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges, erlangte die Festung traurige Berühmtheit: Zwar blieben die Balearen von den Kämpfen selbst weitgehend unberührt. Doch nach Cabrera wurde ab 1809 ein großer Teil der französischen Kriegsgefangenen gebracht, etwa 12.000 Menschen. Weil es auf der Insel nicht genug Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung gab, starben zwischen 3500 und 5000 der Gefangenen. Noch heute erinnert ein Denkmal in der Mitte der Insel an diese tragische Zeit.

Was gibt es sonst noch zu sehen?

Die Überreste des Festungsturms können heute noch besichtigt werden. Von dort oben bietet sich ein schöner Ausblick auf den Hafen und die Bucht. Auch ein Aufstieg zum Leuchtturm auf dem Punta de Anciola wird mit einer beeindruckenden Aussicht auf die Inseln belohnt.  Ansonsten ist das Highlight von Cabrera die weitgehend unberührte Natur. Taucher finden im kristallklaren Wasser eine Vielzahl an Meerestieren und Unterwasserpflanzen.

Am Ausgang der Cala Gandulf befindet sich die Cova Blava, die „blaue Grotte“, die nur vom Meer aus zugänglich ist. In der 160 Meter langen und 50 Meter breiten Höhle schimmert das Wasser dank Lichtreflexionen noch blauer als sonst schon rund um die Cabrera-Inseln. 

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