Pläne für stillgelegte U-Bahn-Tunnel

Londons Radler sollen bald in der Unterwelt fahren!

Es klingt so einfach wie genial: In London gibt es Pläne, stillgelegte U-Bahn-Tunnel zu Radwegen umzufunktionieren. Die Radfahrer wären nicht nur sicherer und schneller als auf den überfüllten Straßen unterwegs – sie könnten auch unabhängig vom Wetter von A nach B kommen.

Im November 2013 ging ein Aufschrei durch die britische Presse: Sechs Radfahrer waren innerhalb von nur zwei Wochen auf Londons Straßen ums Leben gekommen. Damit hatte sich der Zahl der im gesamten Jahr 2013 getöteten Radfahrer in der britischen Hauptstadt schlagartig auf 14 erhöht. Dazu kamen insgesamt 475 Schwerverletzte, 2012 waren das sogar 657.

Lost in traffic: Londons Radfahrer leben gefährlich. Die meisten Unfälle passieren, wenn Busse oder Lkw abbiegen und dabei die Radfahrer übersehen

Foto: Getty Images

Seitdem überschlagen sich die Pläne, wie man Londons Straßen für Radfahrer endlich sicherer machen kann. Nach dem Entwurf „Skycycle“ von Stararchitekt Norman Foster, der Anfang 2014 ein System aus mehr als 220 Kilometer schwebenden Radwegen entlang bestehender Eisenbahngleise vorschlug, folgte im Oktober des selben Jahres die nächste Vision eines radfreundlichen Architekten: der „Thames Deckway“, ein schwimmender Radweg auf der Themse. Beide Vorhaben würden jedoch Unmengen an Geldern verschlingen und erscheinen daher wenig realistisch.

Nun sorgt ein weiterer Plan für Furore, der womöglich nur einen Bruchteil kosten würde: der Umbau von Londons stillgelegten U-Bahn-Tunneln zu Radwegen und deren Integration ins bestehende Radwegenetz. „London Underline“ heißt der Entwurf des Architekturbüros Gensler, der Anfang Februar den Preis als „Best Conceptual Project“ der diesjährigen London Planning Awards gewonnen hat.

Nicht nur Flächen zum Fahrradfahren sollen in den brachliegenden Schächten und Bahnhöfen in Zukunft zu finden sein: „Diese Orte könnten zu einem Netzwerk aus Fußgänger- und Radwegen werden, mit integrierten Kultur- und Freizeiteinrichtungen“, teilen die Macher auf ihrer Website mit. Die Tunnel könnten von Cafés und Galerien gesäumt sein und die Mauern mit Kunst bemalt. Außerdem stellen sich die Architekten ein Bodenmaterial vor, auf dem durch Belastung Strom erzeugt wird.

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Auch Fußgänger sollen in den Tunneln Platz haben. Cafés und Kunst sollen die Szenerie beleben

Foto: Gensler

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Radfahrer wären in den Tunneln nicht nur geschützt vor den Gefahren des Straßenverkehrs, sie könnten dank fehlender Ampeln auch viel schneller von A nach B kommen, und das sogar bei Regen, Schnee und Kälte. Viele Londoner haben bereits ihre Begeisterung für das Projekt geäußert – allerdings nur, so wurde in Umfragen immer wieder deutlich, wenn die Tunnel auch wirklich sicher wären.

Als erste mögliche Strecke für die „London Underline“ sind die zwei Kilometer zwischen Greenpark und Holborn im Gespräch, die unter dem belebten Covent Garden entlangführen. Vor allem zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr ist auf den Straßen über dem Tunnelsystem die Hölle los. Noch ist nicht bekannt, ob und wann die Pläne für die Wiederbelebung der alten U-Bahn-Schächte wirklich umgesetzt werden.

Im folgenden Video sehen Sie, wie das Architekturbüro Genser sich die „London Underline“ vorstellt:

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