Wie weit kommt man in Zürich ohne Zaster?

Ohne Geld in einer der teuersten Städte der Welt

Keine Frage, Zürich ist eine der teuersten Städte der Welt. Wer hier Urlaub macht, wird in nur wenigen Stunden ein halbes Vermögen los. Doch geht es vielleicht auch anders, besser: ganz ohne Geld? TRAVELBOOK hat ausprobiert, wie weit man ohne Geld kommt – und am Ende des Tages mehr erlebt, als erwartet.

Cornelia Tomerius Von Cornelia Tomerius

Wer nach Zürich fährt, sollte vor allem eines einstecken: Geld. Denn die Schweizer Metropole ist eine der teuersten Städte der Welt – in entsprechenden Rankings schafft sie es stets auf die obersten Plätze, wenn sie die Tabelle, wie etwa die des Economist vor zwei Jahren, nicht gar ganz anführt.

228 Euro kostet ein durchschnittliches Hotelzimmer in der Schweizer Metropole, Blick auf den schönen Zürichsee nicht inklusive. Für einen Teller Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti bezahlt man auf einem Ausflugsdampfer schon mal 30 Euro, die Rechnung im Restaurant kann sich schnell in den vierstelligen Bereich hochschrauben. Fast Food ist auch keine Lösung: 5,70 Euro kostet ein Hotdog, ein Espresso 3,70 Euro. Wer angesichts solcher Preise die Stadt am liebsten so schnell wie möglich verlassen möchte, sollte bloß nicht ins Taxi steigen: 56 Euro kostet nämlich die Fahrt zum Flughafen.

In Zürich mit wenig Geld auszukommen, klingt vor diesem Hintergrund schon unvorstellbar. Aber gar nichts auszugeben? Eine Mission Impossible! Doch, so zeigt der Selbstversuch, es ist durchaus möglich. Am Ende bekommt man sogar mehr für kein Geld, als erwartet.

Die bei Tripadvisor am besten bewerteten Hotels in Zürich

Sehen Sie hier, wie weit man in Zürich kommen kann, wenn die Taschen leer sind.

1. Freie Fahrräder für alle: „Züri rollt“ heißt das großzügige Angebot der Stadt, wonach sich jeder für umme ein Rad nehmen und damit die Stadt erkunden kann. Allerdings, ein bisschen Geld braucht man schon: 20 Franken muss der Radler als Pfand hinterlegen. Doch die bekommt er, wenn er das Rad am selben Tag zurückbringt, wieder ausgezahlt.

Stadterkundung mit Frei-Fahrrad

Foto: C. Tomerius

Verleih-Stationen sind unter anderem am Hauptbahnhof/Landesmuseum (Velostation Nord, geöffnet täglich von 8 bis 21.30 Uhr) oder am Hauptbahnhof/Provisorium Postbrücke (Velostation Süd, geöffnet Mo. bis Fr. von 8 bis 21.30 Uhr, Sa. und So. von 9 bis 21.30 Uhr).

2. Wasser gibt es am Brunnen: Wird man in Zürich durstig, braucht man kein Getränk im Supermarkt zu kaufen: Man kann sich einfach am nächsten Brunnen erfrischen. Und der ist garantiert nicht weit. Schließlich gibt es rund 1200 Trinkwasserbrunnen in der Stadt. Doch sie liefern nicht nur Wasser: Viele von ihnen sind kleine Kunstwerke, die spannende Geschichten bergen. Und manchmal gibt es zu dem Wasser auch ganz wunderbare Live-Musik, wie kürzlich in Zürich erlebt:

3. Luft schnappen: Ja, auch das ist gratis – und in der Schweiz bekanntlich ein ganz besonderes Vergnügen. Auch in Zürich ist das Klima gut, dafür sorgt allein schon der gewaltige See, der sich hier elegant in die Stadt schiebt und Durchlüftung schafft. Überhaupt der See: Für das Schönste, was Zürich zu bieten hat, braucht man keinen Franken. Der Zürichsee ist für alle da – und groß genug, dass hier jeder seine lauschige Ecke findet, als Flanierer, Fahrradfahrer oder im Sommer als Badegast (in vielen Freibädern wird überdies kein Eintritt verlangt). Und völlig kostenfrei Luft tanken können auch Fahrräder, etwa an dieser Pumpstation:

Auch die Luft ist gratis in Zürich, sogar für Fahrräder

Foto: C. Tomerius

4. Umsonst ins Museum: Zahlreiche Zürcher Museen öffnen ihre Türen, ohne dafür Eintritt zu verlangen, unter anderem – ausgerechnet! – das Money Museum. Auch das originale Arbeitszimmer von Thomas Mann kann man betreten, ohne dafür einen Franken auszugeben. Ebenso das Huldrych Zwingli im Reformationsmuseum im Kreuzgang des Grossmünsters.

Eine der größten Schweizer Sammlungen für Grafik, die Graphische Sammlung ETH Zürich, kostet keinen Eintritt

Foto: Graphische Sammlung ETH Zürich

Weitere Museen mit Gratiseintritt: Anthropologisches Museum, Architektur Forum, Graphische Sammlung der ETH, Helmhaus-Ausstellungen, Medizinhistorisches Museum, Money Museum, Moulagenmuseum, Paläontologisches Museum, Spielzeugmuseum, Stadtarchiv, Stadthaus-Ausstellungen und das Völkerkundemuseum. Und wer mittwochs in der Stadt ist, geht ins Kunsthaus Zürich und besucht eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Schweiz für 0 statt – wie an den anderen Tagen – für 15 Franken.

Die am besten bewerteten Sehenswürdigkeiten Zürichs

5. Im Café sitzen: Ein Café ohne Konsumzwang – wo gibt es denn so was? In Zürich, ausgerechnet! Das Café Jenseits im Bogen 11 an der Josefwiese ist ein gemütliches Wohnzimmer, in dem jeder willkommen ist – auch, wenn er nichts bestellt. Man kann sogar seine eigene Verpflegung mitbringen und in der hiesigen Mikrowelle aufwärmen. Doch nicht genug: Auch W-Lan gibt es. Gratis, versteht sich. Wer lieber draußen sitzt, geht an den See und setzt sich auf einen der Bänke am Ufer. Schöner sitzt man ohnehin in keinem Café.

Hier ist Platz für alle: am Zürichsee

Foto: C. Tomerius

6. Auf Toilette gehen: Wer muss, muss in der Regel blechen. Selbst bei öffentlichen Toiletten wird in Zürich zuweilen ein Franken verlangt. Das ärgert übrigens nicht nur den klammen Touristen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Léger Schweiz im Auftrag des Monatsmagazins „Reader’s Digest“ scheinen Gratis-WCs für viele Schweizer ein Grundrecht zu sein: 43 Prozent finden, ein Toilettenbesuch solle generell nichts kosten. Und eins der schönsten Toilettenhäuschen ist sogar frei zugänglich. Es steht direkt am Zürichsee und sieht so aus:

Eines der schönsten Toilettenhäuschen der Welt steht in Zürich – und kostet: nichts

Foto: C. Tomerius

7. Schaufensterbummel: Zürich, Stadt der Designerläden und Pralinenpaläste. Man betritt sie voller Ehrfurcht und verlässt sie in der Regel genau so, wie man gekommen ist: ohne prall gefüllte Tüten in den Händen und im Portemonnaie so viel oder wenig Geld wie zuvor. Denn Einkaufen ist in Zürich natürlich auch sehr teuer. Die Alternative: gleich ganz draußen bleiben. Und Schaufensterbummel machen 1.) Spaß, 2.) nicht dick und schonen 3.) das Portemonnaie. Außerdem kann man sich ganz ungestört über absurde Preise echauffieren, wie den des Heidi-Kleides (225 Franken) und das passende Täschli dazu (53 Franken). Bester Wochentag für Schaufensterbummel: Sonntag, natürlich.

Schaufensterbummel in Zürich

Foto: C. Tomerius

Die am besten bewerteten Shopping-Adressen in Zürich

8. Tanzen: Wer Tango tanzen kann, ist klar im Vorteil. Denn auf den wartet in Zürich ein ganz besonderes Vergnügen. „Tango am Bürkliplatz“ heißt das, und getanzt wird hier an einem Sonntagnachmittag im Monat von 15 bis 20 Uhr in einem hübschen Pavillon. Doch auch andernorts kann man umsonst tanzen. Man muss nur wissen, wo. Hier geht es zur Übersicht

Die besten Nightlife-Adressen in Zürich

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Wussten Sie, dass...

... gar nicht weit weg von Zürich der Rheinfall ist? Ein wunderschöner reißender Wasserfall, der größte Europas. Auf 150 Meter Breite bricht der Rhein aus 23 Metern Höhe über die Felsen. Naturgewaltig!


... im westlichen Teil der Stadt, im Kreis fünf, ein spannendes Trendviertel mit Bars, Cafés und Restaurants entstanden ist? In dem sogenannten Industriequartier gibt es im Viadukt außergewöhnliche Shops und eine schöne Markthalle mit leckerem Essen. Apropos: In der Nähe ist das Restaurant Les Halles, hier gibt es wahnsinnig gute Muscheln mit Fritten. Die Einrichtung ist ein bunter Stilmix, an der Decke hängt ein Fahrrad.


... dass man im Freitag-Shop aufs Dach steigen kann? Sieben übereinander gestapelte Container bilden diesen ungewöhnlichen Laden für Taschen aus recycelten Lkw-Planen. Vom Dach aus hat man einen guten Blick über Zürich. Hier: Geroldstrasse 17.


... man vom Uetliberg aus nicht nur einen wunderschönen Blick hat über die ganze Stadt und den wundeschönen Zürichsee, sondern sogar den Schwarzwald und die Vogesen in Frankreich sehen kann? Zum Gipfel des autofreien Uetlibergs kommt man mit der Sihltal Zürich Uetlibergbahn, zu Fuß  oder mit dem Rad. Oben gibt es noch einen Aussichtsturm, ein Hotel, Stände mit Essen und Trinken und Holzbänke zum Ausruhen.


... das Großmünster unbedingt ein Besuch wert ist? Setzen Sie sich auf eine Kirchenbank und betrachten Sie das originelle und schöne Westfenster aus dem 12. Jahrhundert. Die Basilika liegt übrigens hübsch am Ufer des Limmat in der Altstadt, die Sie sich natürlich auch anschauen sollten.


... es in der Bankenstadt auch geheime Clubs gibt? In der Langstraße 117 befindet sich die Schneiderei, eigentlich ein Dönerladen, aber eine Treppe führt hinauf in den zweiten Stock in einen hippen Club – es darf getanzt werden.

Was kostet was?

Einheimisches Bier im Restaurant (0,5 Liter): 7 CHF

Cola im Restaurant (0,33 Liter): 4,50 CHF

Mahlzeit für eine Person (günstiges Restaurant): 23 CHF

Mahlzeit für zwei Personen (drei Gänge, Restaurant mittlerer Preisklasse): 100 CHF

Packung Zigaretten: 7,70 CHF

Flasche Wasser (Supermarkt, 1,5 Liter): 1 CHF

Mietwagen (eine Woche): 430 CHF

Benzin (1 Liter): 1,30 CHF

Öffentliche Verkehrsmittel (Einzelticket): 2,90 CHF

Übernachtung Hotel pro Nacht (Doppelzimmer, zwei Personen, drei Sterne): 140 CHF

Deutsche Auslandsvertretung

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Willadingweg 83
3006 Bern
Tel: (+41) 31 359 41 11
Fax: (+41) 31 359 44 44
Zur Homepage

Wussten Sie, dass...

...Zürich mit gerade mal 393.000 Einwohnern für Tanz- und Flirtwütige mehr Clubfläche bietet als London und Paris zusammen? Und alles liegt so nah beieinander.


... Schweizer Kinder „Sackgeld“ bekommen? Denn wo der Deutsche in die Tasche greift, da langt der Schweizer in den Sack.


.... die Biervision in Davos Monstein die höchstgelegene Brauerei Europas ist? Sie liegt 1625 Meter über dem Meeresspiegel.

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