Passagiere sollen im Winter in der Nordsee sonnenbaden

Der ungewöhnliche Plan der Aida Prima für Kreuzfahrten ab Hamburg

Im Winter verziehen sich die Kreuzfahrtschiffe größtenteils in die wärmeren Gefilde, schließlich wollen die meisten Passagiere angenehme Temperaturen und Sonnenschein statt Winterwetter. Die neue Aida Prima will nun möglichem Regenwetter zum Trotz genau das Gegenteil anbieten: Winter-Kreuzfahrten in der Nordsee. Eine UV-durchlässige Folie soll es möglich machen, in Badeklamotten auf dem „Freideck“ zu liegen und sich zu bräunen.

Im Winter dort hinfahren, wo die Sonne scheint: Ein Konzept, das vor allem Reedereien verfolgen und darum ihre Kreuzfahrtschiffe zu Beginn der kalten Monate in Europa an wärmere Orte überführen. Passagiere, die dem deutschen Winter samt Schnee, Regen und Eiseskälte entkommen wollen, können so zum Beispiel mit deutschen Schiffen auf Karibik-Kreuzfahrt gehen.

Dass aber auch die Nordsee im Winter ein begehrtes Ziel für Schiffspassagiere sein kann, will nun Aida Cruises beweisen. Die Aida Prima, das neueste Schiff in der Flotte, wurde gerade erst in Hamburg getauft und soll ab jetzt die Nordsee befahren – und das zu jeder Jahreszeit, auch im Winter. Ein mutiger Plan, ist die Nordseeregion zwar für ihre Schönheit, ganz und gar nicht aber für ihr Schönwetter bekannt. Doch genau das ist es, was die Aida Prima verspricht. Auf der Webseite heißt es: „mit Schönwettergarantie“, oder: „365 Tage Sommer“.

Die Aida Prima wurde erst kürzlich in Hamburg getauft

Foto: dpa Picture-Alliance

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Sommergefühl unter Foliendach

Wie das gehen soll? Mit einem überdachten Pool-Bereich zum Beispiel. So ist der an Bord befindliche „Beach Club“ und das Aktivitäten-Deck „Four Elements“ mit einer Spezialfolie überspannt, die laut Angaben von Aida Cruises „ganzjährig für schönstes Urlaubswetter sorgt“, und unter dem sommerliche Temperaturen herrschen. Während Passagiere im Herbst und Winter mit dem 300 Meter langen Schiff faktisch durch die Nordsee schippern, können sie unter der Folie dennoch mit Badekleidung umherlaufen, was einem schwimmenden Spaßbad nahe kommen dürfte.

So sieht das ein- und ausfahrbare Sonnendach auf der Aida Prima aus

Foto: Aida Cruises

„Wir sind überzeugt, dass unser Konzept funktioniert“, sagte Aida-Chef Felix Eichhorn kürzlich gegenüber der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Um auch die bis zu 4000 Passagiere von der siebentägigen Reise von Hamburg nach London/Southampton, Paris/Le Havre, Brüssel/Zeebrügge und Rotterdam zu überzeugen, versucht ihnen das Unternehmen mit Sitz in Rostock also die Vorteile zu bieten, die sie von einer Kreuzfahrt in wärmeren Gefilden hätten. Vor allem geht es dabei um die Sonnenbräune, die man dank des Foliendachs, welches UV-Licht-durchlässig ist, trotzdem bekommt – aber auch dafür muss die Sonne scheinen.

Zu weiteren Details hinsichtlich der Funktionsweise der Folie wollte sich Aida Cruises auf Nachfrage von TRAVELBOOK aber nicht äußern.

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Vor- und Nachteile der WinterFahrt

Genau 20 Jahre, nachdem das erste Schiff unter der Flagge von Aida Cruise ablegte und in die Branche mit dem Club-Urlaubskonzept auf dem Meer vom rustikalen Image befreite, kommt das Unternehmen also mit einer weiteren Neuerung daher, die man durchaus als Wagnis beschreiben kann. Denn eine Kreuzfahrt, die ganzjährig Kurs auf ein eigentlich reines Sommerziel nimmt, hat es so noch nicht gegeben.

Klettern, Rutschen, Schwimmen: All das geht unter einem Foliendach

Foto: dpa Picture-Alliance

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Doch der Vorteil liegt auf der Hand: Gäste müssen keine weiten Strecken mit dem Flugzeug zum Starthafen zurücklegen, sparen damit Zeit und Geld – und müssen dank der Folie dennoch nicht aufs Sommergefühl verzichten. Ein möglicher Nachteil könnte aber das fehlende Kreuzfahrt-Gefühl und stattdessen die Atmosphäre eines herkömmlichen Spaßbades sein, wenn man unter einer Folie am Pool liegt: der Wind, der einem um die Nase weht, der Geruch des Meeres und die Sonne auf der Haut fehlen in dem Moment, in dem das Dach schließt. So schön das Versprechen der Schönwetter-Garantie auch klingt, die gibt es wohl fast nirgendwo – und schon gar nicht in der Nordsee.

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