Die „Malle-Falle“

11 Gründe, warum wir immer wieder nach Mallorca kommen

Mallorca ist und bleibt die Ferieninsel Nummer 1 der Deutschen. Von den insgesamt etwa 14 Millionen Besuchern, die Malle jedes Jahr hat, kommen über 4 Millionen aus Deutschland – mehr als aus keiner anderen Nation der Welt. Viele davon sind Wiederholungstäter, reisen jedes Jahr wieder auf die Baleareninsel. Aber was macht sie eigentlich aus, die „Malle-Falle“, der sich kaum jemand entziehen kann? TRAVELBOOK kennt elf gute Gründe.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

„Und, wohin geht es dieses Jahr in den Urlaub?“ Diese unumgängliche Frage hört man dieser Tage besonders häufig, ob von Freunden oder am Arbeitsplatz. Das neue Jahr ist in vollem Gange, wir müssen unsere Urlaubstage beantragen und, idealerweise möglichst frühzeitig, Flüge, Hotels etc. buchen. Und während andere von ihren Reisen nach Bali, Vietnam, Kuba oder zu sonstigen exotischen Reisezielen schwärmen, gebe ich schon beinahe beschämt zu, dass ich meinen diesjährigen Sommerurlaub mal wieder am selben Ort verbringe: Ich habe Malle gebucht, drei Wochen im Juni, das vierte Jahr in Folge.

„Echt? Aha“, sagen die einen, mit einem fast schon mitleidigen Blick in den Augen. Das sind meist diejenigen, die noch nie auf Mallorca waren und die Insel allenfalls mit Ballermann, Schlagermusik und besoffen grölenden Proll-Touris am Strand verbinden. „Ein Traum!“, rufen die anderen, die echten Malle-Fans, so wie ich es bin. Letztere sind, so habe ich schnell festgestellt, dann doch deutlich in der Überzahl. Fast jeder, den ich kenne, hat schon mal Urlaub auf Malle gemacht, ob als Kurztrip oder für längere Urlaubsreisen, und tut dies noch immer regelmäßig.

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Malle ist nur Ballermann? Denkste!

Foto: Getty Images

Mallorca boomt, in diesem Jahr aufgrund der politischen Unwägbarkeiten in vielen anderen Urlaubsländern sogar noch mehr. Schon vermelden Hotel-, Ferienhaus- und Mietwagenanbieter Engpässe für den Sommer, der mallorquinische Tourismusminister forderte gar ein Limit für Urlauber in der warmen Jahreszeit. Aber, vom Interesse an politisch stabilen und sicheren Urlaubsregionen mal abgesehen: Was genau ist es eigentlich, das uns Deutsche immer wieder nach Malle zieht? Warum kommen die meisten immer wieder? Hier kommen elf ziemlich gute Gründe:

1. Die gute Erreichbarkeit

Von vielen deutschen Flughäfen gibt es Direktflüge nach Palma de Mallorca, und die maximale Flugzeit beträgt ab Hamburg nur 2 Stunden 45 Minuten. Das lohnt sich sogar für ein verlängertes Wochenende.

2. Das Wetter

Schon jetzt im Februar bewegen sich die Temperaturen auf Mallorca auf die 20-Grad-Marke zu, an den meisten Tagen ist es sonnig und trocken. Nicht umsonst heißt Mallorca mit durchschnittlich 300 Sonnentagen im Jahr die „Sonneninsel“. Im Oktober liegen die Durchschnittstemperaturen zwischen 22 und 25 Grad, und selbst im Winter wird es selten kälter als 16 Grad.

3. Jede Jahreszeit hat ihre Reize

Im Sommer ist Hochsaison auf Malle, und bei Temperaturen von 30 Grad oder mehr wollen die meisten vor allem eins: baden. Der Frühling und der Herbst eignen sich dagegen perfekt zum Radfahren und Wandern, zudem sind in dieser Zeit viel weniger Touristen da, sodass man einige Buchten komplett für sich alleine hat. Aber auch der Winter auf Malle ist durchaus reizvoll: So gut wie keine anderen Urlauber, immer noch vergleichsweise milde Temperaturen und unschlagbar günstige Preise für Flüge und Hotels machen einen Trip in dieser Jahreszeit lohnenswert. Und: Schon ab Mitte Januar beginnt auf Mallorca die Zeit der Mandelblüte.

Beeindruckendes Naturschauspiel: die Mandelblüte auf Mallorca

Foto: Getty Images

4. jeder findet das richtige

Pauschalurlaub im Hotel, All-inclusive im Strand-Resort, das süße kleine Boutique-Hotel in den Bergen, eine Stadtwohnung über Airbnb oder eine ganze Finca mit eigenem Pool: Auf Mallorca kann man seinen Urlaub auf viele verschiedene Arten verbringen, was die Insel für unterschiedliche Zielgruppen interessant macht, die sich wiederum auf der überschaubaren Quadratkilometerzahl nicht allzu sehr in die Quere kommen. Wer Party machen will, fährt an den Ballermann, wer Ruhe sucht in den Süden oder in die Berge.

Die am besten bewerteten Hotels auf Mallorca

Hunderte Fincas werden auf Mallorca als Ferienhäuser vermietet, von einfach bis luxuriös

Foto: Getty Images

5. Die Strände

Mallorca hat unzählige Strände und kleine Buchten, und auch hier ist wieder etwas für jeden Geschmack dabei: Kilometerlange Sandstrände wie an der Platja de Palma oder in der Bucht von Alcúdia, verträumte und abgeschirmte Buchten wie die Caló des Moro bei Santanyí, von steilen Klippen umgebene Kieselstrände wie die Platja des Coll Baix oder der fast karibisch anmutende Naturstrand Es Trenc im Südwesten der Insel – um sie alle zu erkunden, reicht ein Urlaub lange nicht aus.

Die schmale Bucht von Sa Calobra liegt an der Nordwestküste der Insel, in der Region Serra de Tramuntana

Foto: Getty Images

6. Die landschaftliche Vielfalt

Neben Stränden und dem türkisfarbenen Meer hat Mallorca landschaftlich noch so viel mehr zu bieten: Der Norden und Nordwesten mit dem parallel zur Küste verlaufenden Gebirge Serra de Tramuntana sind ein Dorado für Wanderer und Mountainbiker. Im Süden finden Naturliebhaber eine einzigartige Idylle mit einer flachen, stillen Landschaft, von der immer wieder kleine Stichwege zur Küste führen, an der sich Fischerdörfer mit verträumten Buchten abwechseln. Und in der Inselmitte erstreckt sich eine sanfte, hügelige Landschaft mit Olivenhainen und Orangenfeldern, alle paar Kilometer unterbrochen von mal schlichten, mal herrschaftlichen Fincas.

Das komplette Gegenteil von der Strandregion um La Palma ist die Nordwestküste Mallorcas wie hier bei Banyalbufar

Foto: Getty Images

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7. Die Gastfreundschaft

In der Hochsaison kann es schon mal vorkommen, dass man in überfüllten Restaurants oder Bars auf genervte Mitarbeiter trifft – wirklich übel nehmen kann ihnen das angesichts der Touristenmassen wohl keiner. Ansonsten sind die Mallorquiner sehr (gast-)freundliche und fröhliche Menschen, die immer einen kleinen Scherz parat haben. Wer mal eine Ferienwohnung oder eine Finca neben Einheimischen gebucht hat, wird das schnell gemerkt haben.

8. Das Gefühl, verstanden zu werden

Fast jeder Mallorquiner spricht ein paar Brocken Deutsch oder versteht zumindest ansatzweise, wenn man ihn nach etwas fragt. Zudem sind die meisten Hinweisschilder sowie Speisekarten auf Mallorca auch in deutscher Sprache vorhanden, wodurch die Orientierung auch ohne Spanischkenntnisse sehr leicht fällt.

9. Die Straßen

Autofahren auf Mallorca ist angenehm und einfach: Gut ausgebaute Autobahnen und Landstraßen, eindeutige Beschilderungen, und wenn man sich doch mal verfährt, kommt nach ein paar Hundert Metern garantiert der nächste Kreisverkehr. Allenfalls auf den Serpentinenstraßen in der Tramuntana kann es manchmal knifflig werden, vor allem wenn ein Fahrzeug entgegenkommt. Deshalb sollte man, wenn man in dieser Gegend unterwegs sein will, keinen allzu großen Mietwagen wählen. Das Schönste aber an den vielen Straßen auf Mallorca ist die Aussicht, wahlweise aufs Meer oder die traumhaft schöne Landschaft mit Weinbergen, Olivenhainen und Orangenfeldern. Da wird der Weg zum Ziel – zumindest für den Beifahrer.

Auch für Radfahrer ein Genuss: traumhafte Küstenstraße bei S'Illot an der Ostküste

Foto: Getty Images

10. Das Essen

Viel Fisch, viel Gemüse, viel Knoblauch: Die mallorquinische Küche ist abwechslungsreich und schmackhaft. Außerdem bekommt man natürlich überall auf Mallorca leckere Tapas. Tipp: Im vergangenen Jahr hat in Palma ein neuer Streetfood-Markt eröffnet, auf dem man sich bei einem Gläschen Sangria oder Inselwein durch kulinarische Köstlichkeiten aller Art probieren kann. Und wer die spanische Küche mal über hat oder von Heimweh geplagt wird, muss auf Malle natürlich trotzdem nicht auf sein geliebtes Schnitzel oder die Currywurst verzichten.

Blick in den „Mercado Gastronómico San Juan“, Mallorcas neuen Streetfood-Markt. Mehr darüber erfahren Sie hier

Foto: Friederike König

11. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken

Egal wie oft man schon auf Mallorca war – es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Die Inselhauptstadt Palma zum Beispiel ist reich an Museen und Kunstgalerien. In vielen Städtchen finden wechselnde Märkte statt, ständig eröffnen neue Restaurants und Bars, dazu gibt es jede Menge Klöster, Kirchen, Tropfsteinhöhlen und spektakuläre Aussichtspunkte zu entdecken. Oder wie wäre es mal mit einem Ausflug nach Cabrera Gran, Mallorcas kleiner Inselschwester im Süden? Wenn Sie trotzdem meinen, schon alles gesehen zu haben, hätten wir hier noch sechs Mallorca-Tipps für Fortgeschrittene. Garantiert ist etwas dabei, was Sie noch nicht kennen.   

Besonders viel Abwechslung bietet die Inselhauptstadt La Palma

Foto: Getty Images

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