Nördlich von Rom

Der Monster-Wald, der Experten vor unlösbare Rätsel stellt

Skurril, schön, unheimlich: Versteckt in einem Tal nördlich von Rom gibt es einen Park mit bizarren, riesigen Skulpturen, aus rohem Stein gehauen und mit Moos bewachsen. Der „Heilige Wald der Ungeheuer” wurde im 16. Jahrhundert von einem Adeligen angelegt, geriet dann in Vergessenheit und wurde erst Jahrhunderte später von dem Künstler Salvador Dalí neu entdeckt.

Versteckt in einem Tal außerhalb des Ortes Bomarzo in Italien, etwa 80 Kilometer nördlich von Rom, liegt der „Sacro Bosco”, der „Heilige Wald”. Man nennt ihn auch „Den Park der Ungeheuer”, denn bizarre Steinfiguren versetzen den Besucher in ungläubiges Staunen. Eine  Auswahl der eindrucksvollsten Fotos zeigen wir oben in der Bildergalerie.

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Kämpfende Riesen, Götter und Sirenen

Orkus, der Gott der Unterwelt , lockt mit weit geöffnetem Mund Spaziergänger in seinen Rachen, zu dem eine Treppe führt. Innen steht ein Tisch, der zu einem Festmahl einlädt. Die rätselhafte InschriftOgni pensiero vola” steht über seinen Lippen: „Jeder Gedanke fliegt“.

Zwei Riesen kämpfen miteinander, eine mysteriöse Frauengestalt thront stehend auf einer überdimensionalen Schildkröte, eine Sirene blickt mit gespreizten Flossen-Beinen auf liegende Löwen. Zwischen griechischen Vasen trägt ein riesiger Elefant einen Turm auf seinem Rücken. Neptun ruht an einer Mauer. Ein Drache wird von Löwen angegriffen.

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Kämpfende Riesen im „Heiligen Wald”: Zwischen den alten Bäumen entfalten die gigantischen Skulpturen ihre Magie

Foto: Getty Images

Mystische Wesen und rätselhafte Inschriften

Zerberus, der dreiköpfige Höllenhund, das geflügelte Pferd Pegasus, griechische Göttinnen, Nymphen, Bären, Wale, riesige Früchte, wundersame Brunnen, verwirrende Inschriften – sie alle ziehen den Besucher in einen Bann der Fantasie. Und keiner weiß, was sie bedeuten.

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Die rätselhafte Elefantenskulptur wird oft mit Hanibals Überquerung der Alpen assoziiert

Foto: Getty Images

gewidmet seiner Ehefrau

Wundersam ist auch die Geschichte des skurrilen Parks unterhalb der Burg Castello Orsini. Angelegt wurde er bereits im 16. Jahrhundert: Vicino Orsini, der letzte Feudalherr von Bomarzo, erträumte den Figurenwald und widmete ihn seiner 1564 verstorbenen Frau Giulia Farnese.

Mehr als 30 Jahre seines Lebens ließ der Adelige mehrere Künstler riesige Figuren aus Vulkangestein hauen, ein schiefes Haus sowie weitere seltsame Gebäude errichten und mit Inschriften versehen, die Kunsthistoriker bis heute nicht verstehen.

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300 Jahre Dornröschenschlaf

Nach Orsinis Tod anno 1585 geriet der „Heilige Wald”, wie er ihn genannt hatte, in Vergessenheit. Rund 300 Jahre vergingen, bis die verwitterten, mit Moos und Ranken bewachsenen Skulpturen wieder entdeckt wurden – unter anderem durch den Künstler Salvador Dalí. Er war 1938 der erste prominente Besucher des Monster-Parks. In seinem berühmten Gemälde Die Versuchung des Heiligen Antonius” (1946) lassen sich einige Motive wiedererkennen.

In den 50er Jahren kaufte ein italienisches Ehepaar, Giancarlo und Tina Bettini, das Grundstück und richtete es mit viel Aufwand wieder her. Kunsthistoriker wurden auf den Park aufmerksam. Heute ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Paare, die staunend zwischen den riesigen Ungeheuern wandeln – lachend, mit einem angenehmen Schauer über dem Rücken, erfüllt von Freude und Bewunderung.

Klicken Sie sich durch die Monster-Fotos in der Bildergalerie oben am Anfang des Artikels.

(mgr)

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