Irre Aktion

Schweizer Dorf verbietet Touristen, Fotos zu machen

Die Schweizer Gemeinde Bergün hat Touristen einige Tage lang verboten, Fotos von Ihrem Dorf zu machen und sogar ein entsprechendes Gesetz erlassen. Das Verbot wurde konsequent umgesetzt, und die Begründung dafür klingt recht skurril. Was hinter der Aktion steckt.

So steht es Schwarz auf Weiß auf der Tourismus-Webseite des Ortes.

In einer am 30. Mai veröffentlichten Mitteilung äußert sich auch Gemeindepräsident Peter Nicolay zu dem Thema: „Wir möchten die Menschen außerhalb der Gemeinde mit über Social Media geteilten Fotos ... nicht unglücklich machen und laden sie herzlich ein, Bergün selbst zu besuchen und zu erleben.“ Weiter heißt es in der Mitteilung: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass schöne Ferienfotos auf Social Media die Betrachter unglücklich machen, weil sie selbst gerade nicht vor Ort sein können. Das möchte die Gemeinde Bergün/Bravuogn verhindern, weil ihr das Glück aller Menschen am Herzen liegt.“

Die Reaktion im Netz ließ nicht lange auf sich warten, so schrieb unter anderem ein Nutzer auf der offiziellen Facebook-Seite der Gemeinde: „Wenn das mit diesem Fotografierverbot und den Bußen stimmt, dann ist das a) der schlechteste „Witz“, den ich je gehört habe, und b) für mich ein Grund, Bergün nie mehr zu besuchen.“ Ein anderer meinte: „Diesen Herbst haben wir mit unserem Fotoclub ein Wochenende in Bergün geplant. Den Workshop, respektive die Übernachtung (15-20 Personen) werden wir nun halt NICHT in Bergün abhalten.“

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Skurriler Marketing-Gag

So sehen die Verbotsschilder aus, die die Gemeinde jetzt wieder entfernen lässt

Bildquelle: http://www.berguen-filisur.ch/

Doch was so ernst klingt, war lediglich ein Marketing-Gag, wie Tourismusdirektor Marc-Andrea Barandun gegenüber TRAVELBOOK bestätigt: „Einfache Werbung reicht eben heutzutage nicht mehr. Es war aber nur eine Kampagne, das Fotoverbot ist mit dem heutigen Freitag, 1. Juni, wieder aufgehoben.“ Das absurde Gesetz hatte die Gemeindeversammlung von Bergün zuvor mit 46 zu zwei Stimmen tatsächlich erlassen, es war eine symbolische Strafe von 5 Schweizer Franken angedroht worden, die aber laut Barandun nicht umgesetzt wurde. Die sechs aufgestellten Fotoverbots-Schilder würden nun so schnell wie möglich wieder abgebaut.

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Das Fotoverbots-Gesetz müsse wieder rückgängig gemacht werden, auch die Social Media-Känale des Ortes, von denen zwischenzeitlich sämtliche Bilder gelöscht worden waren, würden wieder befüllt. Die Marketing-Idee hinter dem Verbot sei aber voll aufgegangen, wie Barandun sagt: „Ich habe heute noch einen Artikel darüber aus den USA bekommen. Zudem sagte der Chef vom 'Hotel Kurhaus‘ zu mir, er habe einen auffallenden Anstieg bei den Online-Buchungen gehabt.“ 

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Ob nach dem erfolgreichen Coup weitere verrückte Werbeaktionen geplant seien, wollte Barandun nicht konkret kommentieren, sagte nur: „Ich kann noch nichts verraten, aber da wird sicher etwas kommen.“

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