Kuriose Fakten

11 Dinge, die Sie garantiert nicht über Malle wissen

Wer schon häufiger auf Mallorca war, glaubt, alles über die Insel zu wissen. Dabei gibt es so einige spannende und kuriose Fakten über die größte der Baleareninsel, die garantiert nicht jeder kennt. TRAVELBOOK nennt 11 davon.

1. Der erste Tourist war ein Österreicher: Was niemanden mehr überraschen dürfte: Die mit Abstand meisten ausländischen Touristen auf Mallorca kommen aus Deutschland. Knapp 3,7 Millionen waren es im Jahr 2013, gefolgt von den Briten (2,1 Millionen) und den Schweizern (312.000). Der erste Mensch, der einst als Tourist nach Mallorca reiste, kam jedoch aus Österreich: Im Jahre 1867 besuchte der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator die Insel und ließ sich drei Jahre später ganz dort nieder. Er eröffnete auch die erste Pension Mallorcas, in der Besucher umsonst übernachten konnten, wenn sie ihre Verpflegung selbst mitbrachten.

2. In S'Arenal stand vor 150 Jahren kein einziges Haus: Dort, wo sich heute ein Hotel an das andere und eine Strandbar an die nächste reihen, stand noch vor 150 Jahren kein einziges Haus. 1872 baute ein Mann aus dem Inselinneren dort ein erstes Ferienhäuschen, nach und nach entstand eine kleine Fischerhütten- und Ferienhaussiedlung, die 1881 erstmals in den spanischen Urkunden erwähnt wird. Als auf Mallorca eine Eisenbahnlinie von Palma nach Llucmajor gebaut wurde, zogen immer mehr Arbeiter in den Ort, der schließlich S'Arenal, „die Sandige“, getauft wurde. 1930 gibt es drei Bars, aber immer noch kein Hotel und kein Restaurant. Der richtige Tourismus-Boom setzte erst 1960 mit der Eröffnung des internationalen Flughafens in Palma ein. Dutzende Hotels wurden gebaut, allein in S'Arenal 70 an der Zahl. Im gesamten Feriengebiet Platja de Palma gibt es heute fast 33.000 Gästebetten, so viele wie an keinem anderen Ort der Insel.

3. Mallorcas Sand ist nur geklaut: Eben jene Platja de Palma, Heimat der Ballermänner und der meistbesuchte Strand der Insel, war einst viel schmaler als heute. Erst in den 1990er-Jahren verbreiterte man ihn durch künstliche Aufschüttungen auf mehr als 500 Meter. Und als ein schwerer Sturm im Herbst 2001 mehrere große Strände an der Ost- und Nordostküste, unter anderem in Can Picafort und Cala Millor, bis auf einen schmalen Sandstreifen abtrug, wurden auf Geheiss des spanischen Umweltministeriums Tausende Tonnen Sand aus dem tieferen Meeresboden vor Mallorca gebaggert und an den zerstörten Stränden wieder aufgeschüttet. Weil dadurch das Ökosystem am Meeresgrund zum Großteil zerstört wurde, verdonnerte der Europäische Gerichtshof die Balearen zu einer Millionenstrafe. Natürlich gibt es auf Malle auch Strände, die natürlich entstanden sind, wie etwa der traumhafte Naturstrand Es Trenc im Süden.

Der Sand an einigen von Mallorcas Stränden war nicht immer da – jedenfalls nicht in solchen Massen. Und mancherorts wurde der Sand quasi illegal beschafft.

Foto: Getty Images

4. Mallorca hat keinen Fluss: Wasser fast überall, wohin man sieht, aber kein einziger Fluss und auch kein See: Natürliche Süßwasserquellen sucht man auf Mallorca vergebens. Was man dagegen häufig findet, sind ausgetrocknete Flussbäche, torrentes genannt, die nur nach heftigen Regenfällen Wasser führen und sich dann mitunter in regelrechte Sturzbäche verwandeln. Weil sie dem Hochwasserschutz dienen, werden sie aufwendig gepflegt und in Stand gehalten. Die zwei Seen Cúber und Gorg Blau im Tramuntana-Gebirge sind künstlich gestaut und dienen als Trinkwasserreservoire.

5. Mallorca hat elf Eintausender: Mallorca ist nicht nur beliebt bei Bade- und Partyurlaubern, sondern auch bei Wanderern und Mountainbikern. Schließlich verfügt die Insel im Nordwesten über ein richtiges Gebirge. Die Serra de Tramuntana verläuft 90 Kilometer an der Küste entlang, von Andratx bis Pollença, und hat elf Berge, die höher als 1000 Meter sind. Der höchste ist der Puig Major, der sich fast in der Mitte des Gebirgszuges 1445 Meter in den Himmel schraubt. Die Serra de Tramuntana ist übrigens mit dafür verantwortlich, dass auf Mallorca so gutes Wetter herrscht: Die Berge halten einen Großteil der Regenwolken fern und verschonen die Insel vor dem kühlen Nordwind.

Der Puig Major ist Mallorcas höchster Berg

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6. Mallorca hat die teuerste Tunnel-Maut Spaniens: Anwohner und Touristen ärgern sich darüber schon seit Jahren: Wer mit dem Auto schnell von Palma nach Sóller im Nordwesten der Insel fahren will, muss durch einen drei Kilometer langen Tunnel. Und für den wird ordentlich abkassiert: 5,05 Euro kostet die Durchfahrt derzeit – pro Strecke. Wer also hin- und zurückfährt, muss mehr als 10 Euro an das private Unternehmen abdrücken, das den Tunnel 1997 gebaut hat. Damit ist die Gebühr für den Túnel de Sóller die höchste in ganz Spanien. Wer die teure Maut umgehen will, hat nur eine Alternative: Die Fahrt über den Gebirgspass Coll de Sóller mit seinen 60 Kurven und einer 20 Minuten längeren Fahrzeit.

1,65 Euro pro Kilometer kostet die Durchfahrt durch den Túnel de Sóller, was ihn zum teuersten Tunnel Spaniens macht.

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7. Einige Tiere gibt es nur auf Mallorca: Vor allem die Gebirgsregion der Insel ist ein geschützter Rückzugsort für viele Tiere und vor allem Vögel. Einige Arten gibt es sogar ausschließlich auf Mallorca, so etwa den Mönchsgeier, der inzwischen auch auf dem spanischen Festland und in Frankreich angesiedelt wurde, oder die Mallorca-Geburtshelferkröte, von der man bis Anfang der 1980er-Jahre glaubte, sie sei längst ausgestorben. Der winzige Froschlurch, der maximal 38 Millimeter groß wird, fällt durch seine hervortretenden Augen auf.

Die Mallorca-Geburtshelferkröte galt als ausgestorben. Bis man 1978 ein lebendes Exemplar auf der Insel fand.

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8. Der König von Mallorca ist nicht Jürgen Drews: Auch wenn manch einer davon überzeugt sein mag – der König von Mallorca heißt nicht Jürgen Drews. Zwar erklärte Thomas Gottschalk den Schlagersänger während einer „Wetten, dass...?“-Sendung im Jahr 1999 auf Mallorca zu ebendiesem und Drews besang sich ein Jahr später selbst mit dem gleichnamigen Hit, doch regieren tut die Insel in Wahrheit natürlich ein anderer: Felipe Juan Pablo Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia, kurz Felipe IV., der König von Spanien.

Jürgen Drews landete 2000 mit „König von Mallorca“ einen Hit. Den Namen gab ihm einst kein Geringerer als Thomas Gottschalk.

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9. Die Deutschen Urlauber sind die sparsamsten: Obwohl die mit Abstand meisten Urlauber auf Mallorca aus Deutschland stammen, bescheren sie der Insel im Vergleich zu anderen Nationen die geringsten Einnahmen im Tourismus. Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Die Deutschen sind besonders sparsam, geben pro Urlaubstag weniger aus als Besucher aus anderen Ländern. Das hat das spanische Verkehrsministerium anhand von Zahlen aus dem Jahr 2013 berechnet. So geben deutsche Urlauber pro Person und Tag im Schnitt 102 Euro aus, während es bei Schweizern und Skandinaviern 140 Euro sind. Die Briten geben immerhin nur zwei Euro mehr pro Tag aus (ein Bier oder Sangria?), die spanische Touristen lassen pro Tag im Schnitt 112 Euro auf der Insel.

Es braucht nicht viel zum Glücklichsein: Deutsche Urlauber auf Mallorca

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10. Mallorca hat zwei Exportschlager: Lange Zeit waren Schuhe Mallorcas Exportschlager Nummer Eins, und das seit Anfang des 20. Jahrhunderts. 2013 wurden Schuhe im Wert von 100 Millionen Euro ins Ausland geliefert, vor allem nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Das Zentrum der Schuhproduktion liegt in Inca in Mallorcas Inselmitte. Hier wurde 1975 auch die bekannteste aller mallorquinischen Schuhmarken gegründet: Camper (Aussprache übrigens nicht Cämper sondern wie geschrieben Camper, es handelt sich um das mallorquinische Wort für Bauer). Im letzten Jahr ist der Schuhexport von Mallorca allerdings um 50 Prozent gesunken. Dafür hat ein anderes Inselgut beim Export enorm zulegt: Meersalz. Der Verkauf des balearischen Meersalzes ins Ausland ist seit 2014 um mehr als 500 Prozent gestiegen.

11. Mallorcas Import-Schlager ist ziemlich schmutzig: Man könnte meinen, dass gerade auf einer vom Massentourismus geprägten Insel, die zugleich als Naturparadies gilt, das Thema Abfall nicht ganz einfach zu handeln ist. Nicht so auf Mallorca: In Son Reus nördlich von Palma steht eine hochmoderne Müllverbrennungsanlage, die den tonnenweise anfallenden Müll von Einwohnern und Urlaubern (insgesamt 800 Kilo pro Kopf pro Jahr!) verbrennt. Und weil die Anlage vor allem in der Nebensaison nicht ausgelastet ist, beschloss die Inselregierung, Müll aus anderen Ländern zu importieren – ein lukratives Geschäft. So wird etwa regelmäßig Müll vom spanischen Festland, aus Italien und aus Irland nach Mallorca transportiert und dort verbrannt. Natürlich nicht ohne massive Proteste von Anwohnern und Umweltschützern. Wie die Mallorca Zeitung schreibt, hat der designierte neue Inselratspräsident Miquel Ensenyat kürzlich jedoch angekündigt, die umstrittenen Müllimporte stoppen zu wollen.

Mehr spannende und kuriose Fakten über Mallorca finden Sie im Buch Mallorca für die Hosentasche – Was Reiseführer verschweigen von Jürgen Mayer, erschienen 2015 bei Fischer Taschenbuch, 256 Seiten, 10 Euro.

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Foto: www.fischerverlage.de

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