Irrflug einer 84-Jährigen im Rollstuhl

Easyjet fliegt Seniorin ans falsche Ziel

Sie sprach kein Englisch und sollte eigentlich von Manchester nach Athen fliegen, am Ende wurde es für die 84-jährige Griechin Argyro Aretaki zu einer Odyssee. Sie landete im falschen Flieger – und 880 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Wie die Geschichte endete und was Easyjet dazu sagt.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Dass Flugreisende an einem völlig anderen Ziel landen als geplant, kommt ja immer mal wieder vor. Mal liegt es daran, dass sie im Reisebüro den Namen ihres Wunschziels falsch oder undeutlich aussprechen (wie etwa die Sächsin, die am Stuttgarter Flughafen einen Flug nach Porto buchen wollte und stattdessen ein Ticket ins französische Bordeaux bekam), oder dass es einige Orte mehrfach auf der Welt gibt, nur auf unterschiedlichen Kontinenten (zum Beispiel die australische Metropole Sydney in Australien und die kleine Stadt Sydney in Kanada).

Bei dem Easyjet-Flug ab Manchester, den der Grieche Dimitri Aretaki für seine 84-jährige Mutter Argyro gebucht hat, war weder das eine noch das andere der Fall. Auf ihrem Ticket statt ganz klar Athen – gelandet ist die Seniorin aber schließlich in Malta. Wie konnte das nur passieren?

Wie die britische Zeitung „The Independent“ berichtet, brachte Dimitri Aretakis seine gehbehinderte Mutter am 18. Mai zum Terminal 1 am Manchester Airport, wo er eine spezielle Betreuung für sie organisierte. „Man ließ sie dann im Rollstuhl am Gate stehen. Als sie merkte, dass niemand sie zum Flugzeug bringen würde, stand sie auf und folgte den anderen Passagieren“, sagte der Sohn dem „Independent“.

In einem Abstand von 10 Minuten sollten zwei Easyjet-Maschinen von benachbarten Gates abfliegen, eine nach Malta, die andere nach Athen. Unglücklicherweise hatten beide Flüge fast dieselbe Flugnummer: 1997 und 1947. Argyro Aretaki stellte sich ausgerechnet an der falschen Schlange an. Bis hierhin hätte man vielleicht noch von einem unglücklichen Zufall und der Verwirrung einer alten Dame sprechen können – doch was dann passierte, machte den Irrflug ins falsche Land überhaupt erst möglich: Das Bodenpersonal ließ die Seniorin an Bord des Fliegers nach Malta, obwohl sie ihren Bordausweis vorzeigte, auf dem eindeutig Athen stand.

Im Flugzeug dann war der auf dem Ticket ausgewiesene Sitzplatz bereits belegt. Doch auch hier bemerkte offenbar niemand, dass die alte Dame in die völlig falschen Maschine gestiegen war. „Sie zeigte dem Kabinenpersonal ihren Boarding-Pass und man wies ihr einfach einen anderen Platz zu“, sagt ihr Sohn. Im Flugzeug nach Athen bemerkte indes niemand das Fehlen der Passagierin mit dem Namen Argyro Aretaki. Die Maschine hob – entgegen der Sicherheitsbestimmungen – mit ihrem Gepäck an Bord in Richtung Griechenland ab.

Der Irrflug der 84-Jährigen führte von Manchester nach Malta – dabei wollte sie ins 880 Kilometer entfernte Athen

Foto: Getty Images

Argyro Aretaki landete schließlich mehr als 800 Kilometer von ihrem eigentlichen Ziel entfernt auf Malta. Dass etwas nicht stimmte, merkte die 84-Jährige erst, als niemand sie am Flughafen abholen kam. Ein Flughafenmitarbeiter klärte die völlig aufgelöste Frau schließlich auf und kontaktierte ihren Sohn. Erst zwei Tage später als geplant – nach einem weiteren Zwischenstopp in Manchester – kam Argyro Aretaki schließlich in Athen an.

„Leider wurden während des Boardingprozesses die Vorschriften zur Betreuung von Fluggästen mit eingeschränkter Mobilität nicht befolgt“, äußerte sich Easyjet-Sprecher Andy Cockburn auf Nachfrage von TRAVELBOOK zu dem Vorfall. Man habe die Angelegenheit vollständig untersucht und, obwohl es sich um einen Einzelfall handele, Korrekturmaßnahmen ergriffen, damit so etwas nicht noch einmal passiere.

„Sobald der Fehler erkannt wurde, wurde für Mrs. Aretaki der nächste Flug nach Manchester und vor dort nach Athen organisiert. Sie wurde die ganze Zeit über betreut und mit Erfrischungen versorgt, und wir haben ihre Familie die ganze Zeit auf dem Laufenden gehalten“, sagt der Sprecher weiter. Man habe Frau Aretaki die Kosten für den Flug erstattet und ihr für den entstandenen Stress eine Entschädigung gezahlt. Der Sprecher ergänzt: „Wir möchten uns aufrichtig für die entstandenen Umstände entschuldigen.“

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