11 Prozent weniger Touristen

Warum bleiben in Antalya die Urlauber weg?

Lange Sandstrände, malerische Buchten, historische Stätten, traumhaftes Wetter – Antalya liegt nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt und ist vor allem: supergünstig. Doch ausgerechnet diese beliebte Ferienregion beklagt derzeit einen massiven Urlauberschwund, dabei ist der Service so gut wie immer und die Preise liegen oft sogar noch unter denen vom Vorjahr. Woran liegt es also? Die Antwort ist recht naheliegend.

Nein, die Russen gehören wahrlich nicht zu den beliebtesten Urlaubern in Europa – eine Meinung, die sich durch den Ukraine-Konflikt noch verstärkt hat. Erst im vergangenen Jahr gaben bei einer Umfrage unter 8100 Deutschen 65,1 Prozent an, dass sie bereits negative Erfahrungen mit russischen Touristen gemacht haben, wobei „zu betrunken“ und „zu laut“ zu den am häufigsten genannten Gründen zählten.

In den vergangenen Jahren häuften sich die Begegnungen mit russischen Urlaubern, auch weil diese nicht nur ihre Reiselust, sondern auch die Ziele entdeckten, die auch bei Deutschen beliebt sind: Mallorca, Ägypten – und eben die Türkei. Rund 4,6 Millionen Russen besuchten 2014 das Land, und dort vor allem die Region um Antalya. Nur aus Deutschland kamen noch mehr Touristen in die Türkei, circa 5,2 Millionen.

Hotelverband rechnet 2015 mit 1 Million weniger Russen

Doch in diesem Jahr rechnet der Vorsitzende des Hotelierverbands der Türkischen Riviera (AKTOB), Yusuf Hacısüleyman, laut der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ mit einem massiven Rückgang der russischen Touristen. Bis Ende des Jahres könnten im Vergleich zu 2014 rund 1 Million weniger kommen. So manchen Deutschen wird das zwar freuen – heißt dies doch auch, dass sie weniger auf „zu laute“ und „zu betrunkene“ Russen treffen werden –, für die vom Tourismus stark abhängige Region hat der Urlauberschwund gravierende Folgen. Hotelpleiten wären mittelfristig die Folge, und letztlich eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. 

Die Region Antalya zählt zu den beliebtesten Ferienzielen der Deutschen. Im Foto: Kaleköy an der lykischen Küste

Foto: Getty Images

Insgesamt seien im Zeitraum von Januar bis Mitte Mai dieses Jahres im Vergleich zu 2014 rund 255.000 Urlauber weniger nach Antalya gekommen, was einem Minus von elf Prozent entspricht, wobei rund 80 Prozent „auf den dramatischen Rückgang der Zahl der russischen Besucher zurückzuführen sind“, wie die englischsprachige Ausgabe der „Hürriyet“ ATSO-Präsident Davut Çetin zitiert. Sollte sich der Trend fortsetzen, würde dies laut Çetin bis Jahresende Umsatzeinbußen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (ca. 1,34 Mrd. Euro) bedeuten.

Die Briten zieht es lieber nach Spanien

Neben dem Wegbleiben der Touristen aus Russland sind laut AKTOB auch die Urlauberzahlen aus Österreich, Schweden, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Belgien, Israel und Großbritannien rückläufig, bei den Briten betrage das Minus 6 Prozent – gleichzeitig verzeichne Spanien bei den Urlaubern von der Insel eine Zunahme um 10 Prozent.

Während für die mangelnde Reisebereitschaft der Russen vor allem die anhaltende Wirtschaftskrise im Land und der Verfall des Rubels verantwortlich sind, spielt bei den vor allem aus Mitteleuropa stammenden Touristen aufgrund der Nähe der Türkei zu aktuellen Krisenherden im Nahen Osten die Angst vor Anschlägen eine Rolle, Spanien gilt bei vielen als sicheres Reiseziel.

Und als wäre die aktuelle Tourismuskrise nicht genug, wurde von der türkischen Aufsichtsbehörde für Alkohol und Tabak angekündigt, die Preise für Alkohollizenzen in Hotels massiv zu erhöhen. Weniger Urlauber, höhere Kosten – schwierige Zeiten für Hoteliers in der Türkei.

In der Hoffnung, den Rückgang der Urlauber aus Russland etwas entgegenzuwirken, hat die türkische Regierung übrigens im Februar angekündigt, zwei Monate lang jeden russischen Ferienflieger mit rund 5300 Euro fürs Kerosin zu unterstützen. Zudem soll die Einreise erleichtert werden.

Für die Deutschen hat die Urlauber-Krise an der Türkischen Riviera eher positive Folgen: „In der Türkei wird es dieses Jahr häufiger Schnäppchen geben, weil der russische Markt nicht so stark sein wird“, sagt Benjamin Weiss, der sich beim Reiseveranstalter Tui um die Flug- und Hotelkapazitäten kümmert. Das sorge dafür, dass deutsche Kunden stärker umworben würden, „die Preise gehen entsprechend runter“.

Der Küstenort Alanya, etwa 138 Kilometer von Antalya entfernt

Foto: Getty Images

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