Madenkäse, Rote Ameisen mit Eiern, lebender Tintenfisch

9 lokale Spezialitäten, die nur Einheimische lieben können

Im Urlaub ist das Essen ja oft etwas gewöhnungsbedürftig. Um aber eine der lokalen Spezialitäten, die mancherorts auf den Tisch kommen, zu probieren, muss man schon ziemlich hartgesotten sein. TRAVELBOOK zeigt neun Speisen, für die man starke Nerven braucht – darunter auch eine deutsche.

Huitlacoche

Normalerweise würde man Lebensmittel, die von Pilzen befallen sind, entsorgen. Nicht so im Osten Mexikos, zumindest wenn es um Maiskolben geht. Die mit Pilzen befallenen Stellen, die hier Huitlacoche oder auch Cuitlacoche heißen, werden gebraten und zusammen mit anderen Zutaten in Tacos oder Quesadillas gefüllt. 

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Balut

Tierliebe Zeitgenossen, Vegetarier und Veganer sollten jetzt besser nicht weiterlesen. In Südostasien isst man gerne angebrütete Hühner- oder Enteneier, die vorzugsweise ab dem 14. Bruttag vermarktet werden. Heißt: Die Körper der Küken sind bereits ausgebildet. In Vietnam sollen Liebhaber des Balut, wie das Gericht heißt, sogar 19 Tage alte Eier bevorzugen, bei der die Körper bereits deutlich sichtbar sind, Federn und Schnabel inklusive. Auf den Philippinen bekommt man die Eier als Snack in Imbissbuden oder auf der Straße; gereicht werden sie zum sofortigen Verzehr mit einer Portion Salz.

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Ein von Julius Ceasar Albay (@jctalbay) gepostetes Foto am

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Milbenkäse

Auch in Deutschland, genauer in Sachsen-Anhalt, gibt es eine eher gewöhnungsbedürftige Tradition: Im Zeitzer Ortsteil Würchwitz wird Käse mit Milben hergestellt. Hunderttausende der kleinen Krabbeltierchen bzw. deren Enzyme sorgen dafür, dass der Käse reift und fermentiert. Damit die Milben den Käse nicht ganz auffressen, werden sie zusätzlich mit Roggenmehl gefüttert. Nach etwa einem Jahr hat sich der Käse schwarz verfärbt. Für viele sicher besonders eklig: Beim Verzehr leben die Tierchen noch und werden mitgegessen.

Helmut Pöschel verkauft den Milbenkäse in Würchwitz 

Foto: dpa Picture Alliance

Casu Marzu

Einen von kleinen Tierchen gemachten Käse haben auch die Italiener: Casu Marzu heißt die sardische Spezialität, zu Deutsch: verdorbener Käse. Dieser Schafskäse reift so lange, bis Fliegen angeschwirrt kommen, Eier legen und sich Maden bilden. Sie kriechen in den Käse und wandeln ihn durch Verdauung um, wodurch er eine cremige Konsistenz und ein kräftiges Aroma bekommt. Auch hier werden die lebendigen Maden mitgegessen, die wiederum den Verdauungstrakt angreifen können, da sie gegen Magensäure resistent sind.

Casu Marzu, der Madenkäse

Foto: mamoiada.org

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Sannakji

Lebende Maden oder Milben zu essen, ist zwar ziemlich eklig. Aber es geht noch schlimmer. Bei dem koreanischen Sannakji handelt es sich um lebenden Baby-Tintenfisch, der in Stücken um Stäbchen gewickelt wird und noch zappelt. Hintergrund: Die Nerven sind trotz des Zerlegens noch aktiv und lassen die Tentakel bewegen und die Noppen saugen. Vermeintliche Feinschmecker lassen dies dann den Rachen hinuntergleiten und laufen Gefahr, daran zu ersticken.

Auf diesem Teller bewegt sich so einiges

Foto: privat

Hákarl

Eins vorab: Der Gröndlandhai hat keinen Harntrakt. Doch gilt sein veredeltes Fleisch besonders in Island als Spezialität. Erst die Fermentierung macht ihn essbar, sonst wäre der Hai ungenießbar. Weil das Urin einfach im Blut bleibt, braucht es eine langwierige Prozedur, bis das dadurch entstandene Ammoniak entwichen ist und die später weißen Häppchen gegessen werden können. Die Isländer schreiben Hákarl – auch Gammelhai genannt – eine verdauungsförderne Wirkung zu.

Nicht jedermanns Sache: Hákarl

Foto: Getty Images

Frühjahrs-Giftlorchel

Eigentlich ist dieser Pilz, der im englischen Sprachraum auch false morel, also falscher Morchel, genannt wird, hochgiftig. Dennoch wird er in einigen Ländern Europas noch verzehrt, in Finnland sogar in großem Maße. Möglich wird dies überhaupt erst, in dem man ihn entsprechend vorbehandelt, also mindestens zweimal kocht und das Pilzfleisch abspült. Verarbeitet wird die Frühjahrs-Giftlorchel etwa in Risottos oder Pasta-Soßen. Immer wieder kommt es, vor allem in Osteuropa, zu Vergiftungen mit dem Pilz, dessen Handel in Deutschland verboten ist.

Die Frühjahrs-Giftlorchel darf niemals roh verzehrt werden

Foto: Getty Images

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Prärie-Austern

In den USA nennt man sie Rocky Mountain oysters und in Kanada prairie oysters – doch mit den delikaten Muscheln, die gerne zum Schampus gereicht werden, hat diese Spezialität rein gar nichts zu tun. Serviert werden sie vorzugsweise als Vorspeise, mit einer Cocktailsoße zum Dippen. Mancherorts kocht man sie auch im Ganzen und verspeist sie als Hauptgang.

Rocky mountain oysters and a Negroni (my favorite drink) at #bithousesaloon

Ein von Jack Donovan (@starttheworld) gepostetes Foto am

Chaprah

Chutneys sind ein fester Bestandteil der indischen Küche und es gibt sie in unzähligen Varianten, von süß-sauer bis pikant, von cremig bis stückig. Das Chutney aber, welches im ostindischen Bundesstaat Chhattisgarh als Spezialität gilt, ist garantiert anders als alles, was die meisten bisher an Chutneys kannten: Das sogenannte Chaprah wird aus roten Ameisen und ihren Eiern hergestellt. Beim Online-Wissensportal Quora erklärt ein User: „Die Ameisen werden getrocknet, Gewürze und Süßungsmittel hinzugefügt, und dann kann das Chutney mit jedem Gericht gegessen werden. Knuspriges Zeug.“

Wird Ihnen auch schlecht, wenn Sie daran denken, diese Tiere samt Eiern zu verzehren?

Foto: Getty Images

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