Mit Salz und Zitrone?

Darum haben wir Tequila bisher immer falsch getrunken

Erst das Salz vom Handrücken schlecken, dann den Tequila herunterkippen und schließlich in ein Stück Zitrone beißen: Während diesem Ritual hierzulande eigentlich jeder folgt, macht man genau das in Mexiko nicht. Wie man das mexikanische Nationalgetränk wirklich trinkt, haben uns Tequila-Experten für unsere Food-Kolumne „Friederikes Weltspeisen“ verraten.

Friederike Koenig Von Friederike Koenig

Rund 29.000 Einwohner hat Tequila, die Kleinstadt im mexikanischen Bundesstaat Jalisco, die vor allem – na, klar – für das Nationalgetränk Tequila berühmt ist. Der Brand besteht zu 100 Prozent aus Agave und wird hierzulande meist in langen Partynächten getrunken – bei denen man manchmal nicht auf die Qualität der Spirituose schaut.

Foto: Travelbook/ Getty Images

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Doch es geht auch anders: So gibt es beispielsweise Tequila, der in Holzfässern gelagert wird und herrlich süß nach Honig oder würzig nach verschiedenen Kräutern schmeckt. Bei so einem edlen Tropfen wäre es ein Unding ihn mit Zitrone und Salz zu „panschen“. Moment mal, macht man das nicht eigentlich immer? So viel sei verraten: nicht in Mexiko.

Wir haben bei Experten nachgefragt, wie man Tequila wirklich trinkt:

1. Tequila trinkt man nicht mit Salz und Zitrone!

Während man hierzulande in fast jeder Bar und in jedem Club zu einem Gläschen Tequila Salz und Zitrone gereicht bekommt, „gibt es diese Ritual in Mexiko tatsächlich nicht“, sagt Mike Meinke, Tequila-Experte und Markenbotschafter beim Hersteller Diageo. Besonders bei teureren und edleren Sorten, die ähnlich wie Whisky in Holzfässern gelagert werden, sollte man darauf verzichten, um den Geschmack nicht zu verfälschen. Wer es also immer schon befremdlich fand, erst Salz von der Hand zu schlecken und nach dem Trinken in ein Stück Zitrone zu beißen, kann es beim nächsten Mal getrost weglassen.

2. Man kippt ihn nicht bloß herunter

... sondern genießt ihn. Profis, wie Mezcal-Experte Giancarlo Martello, empfehlen, das erste Schlückchen für zehn Sekunden im Mund zu behalten und zu bewegen. Das mag zwar am Anfang etwas brennen, doch ab dem zweiten Schluck schmeckt der Tequila fast mild. So kann man die Feinheiten erschmecken, ohne den Tequila einfach nur herunterzukippen. Die Aromen von gelagertem Tequila kommen am besten in kleinen Schlückchen zur Geltung.

Aus der Agave tequilana wird das mexikanische Nationalgetränk gemacht

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3. Cognac-Schwenker statt Schnapsgläschen

Caballitos, so nennt man die schlanken, normalerweise 4-5 cl fassenden Gläser, aus denen man in Mexiko Tequila trinkt. Bei besonders guten Tropfen verzichtet man aber auf die Mini-Gläser und nimmt stattdessen einen Cognacschwenker oder ein höheres Stielglas – so kommen die Aromen und Geschmacksnuancen besser zur Geltung. Das Glas sollte dem Tequila angemessen sein, sagen Kenner.

Übrigens: Der offizielle Regulierungsrat für Tequila kürte das „Vinum“-Glas des österreichischen Unternehmens Riedel zum offiziellen Tequila-Glas. Größe und Form des Kelches sollen die Aromen hervorheben, die Alkoholdämpfe reduziert wahrgenommen werden.

4. Tequila eisgekühlt? Nicht in Mexiko!

Weder stellt man die Gläschen vorab ins Kühlfach, noch lagert man den Tequila selbst im Kühlschrank oder füllt ihn mit Eiswürfeln auf. Das mexikanische Nationalgetränk trinkt man bei Zimmertemperatur.

Tipp

Wer Nationalspeisen aus Mexiko probieren möchte, hat noch bis zum 3. September im Berliner KaDeWe die Gelegenheit dazu. In der Feinschmecker-Etage werden original mexikanische Produkte angeboten – neben Schokolade, Salsas und Moles gibt es natürlich auch: Tequila (darunter auch der „Don Julio“-Tequila von Diageo).

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