Alles nur PR oder ein realistischer Plan?

Ryanair will USA-Flüge für 10 Euro anbieten

Markige Worte, das ist man Ryanair-Boss Michael O'Leary gewohnt. Jetzt kündigte er an, von Europa die USA anfliegen zu wollen und hält Preise ab 10 Euro für machbar. Ist das überhaupt realistisch?

Ryanair kämpft mit allen Mitteln. Der irische Konzern will sich seinen Titel als größte Fluggesellschaft Europas (gemessen an Passagierzahlen) auf keinen Fall abringen lassen, das ist in den letzten Monaten durch immer neue Offensiven mehr als deutlich geworden.

Zuerst im November die Ankündigung, dass Ryanair in Zukunft auch größere Flughäfen in Europa anfliegen wird. Dann im Dezember die große Serviceoffensive: reduzierte Gebühren für Bordkarte und Gepäckaufgabe, mehr erlaubtes Handgepäck, die Möglichkeit, einen Sitzplatz zu reservieren und vereinfachte Umbuchungsmöglichkeiten – die Airline will unbedingt weg vom Billigflieger-Image.

Dazu passt wiederum so gar nicht die jüngste Ankündigung von Ryanair-Chef Michael O'Leary – ein Medien-Coup ist sie trotzdem: Für nur 10 Euro sollen Passagiere bald von Europa in die USA fliegen können. Das ließ O'Leary am Mittwoch auf einer Konferenz des irischen Hotelier-Verbandes in Meath verlauten. Wie die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, sollen die Ryanair-Flüge über den großen Teich ab zwölf bis 14 europäischen Städten starten, zunächst nach New York und Boston.

PR-Gag oder realistischer Plan?

Ist es realistisch, dass ein Flugticket nach New York weniger kostet als eine Zugfahrt von Hamburg nach Bremen?

Klar ist, dass es sich bei den 10 Euro nur um den Grundpreis für ein Ticket handelt. Dazu kommen Steuern und Flughafengebühren, die je nach Abflug- und Zielflughafen variieren. Passagiere müssten zudem in jedem Fall mit Extra-Kosten für Gepäck, Essen und Trinken rechnen, erklärte O'Leary im irischen Meath. „Natürlich wird nicht jeder Sitzplatz 10 Euro kosten, es wird auch eine sehr große Zahl an Business- und Premium-Plätzen geben.“
Wie viel die kosten sollen, ließ der Ryanair-Boss offen.

Auf TRAVELBOOK-Nachfrage, wie Ryanair die günstigen USA-Flüge finanzieren will, erklärte eine Pressesprecherin lediglich: „Wir bestätigen, dass Michael in einem Interview über Flüge nach Amerika gesprochen hat, jedoch gibt es diesbezüglich noch keine weiteren Neuigkeiten.“

Der Bundesverband der Deutschen Luftfahrt (BDL) sieht die Dumping-Ticket-Preise von Ryanair kritisch. Zu den USA-Plänen wolle man sich aber nicht näher äußern, bevor es tatsächlich konkrete Angebote gebe, sagte eine BDL-Sprecherin zu TRAVELBOOK.

Ein PR-Coup war O'Learys Ankündigung jedenfalls schon jetzt. Mit seiner schon fast beiläufigen Erwähnung der Pläne macht er bereits jetzt von einer Sache reden, die noch in weiter Ferne liegt: Frühestens in fünf Jahren soll es die Flüge in die USA geben – so lange mindestens braucht die irische Airline, um ihre Flotte um Dutzende Langstreckenflieger aufzustocken.

Sie wollen nicht mehr fünf Jahre bis zur Ihrer nächsten USA-Reise warten? Hier geht's zum Reiseplaner von TRAVELBOOK!

Werden Sie Fan von TRAVELBOOK auf Facebook!

Travel-Tipps von

Die besten Hotels in New York