Dieses Mal sind Langstreckenflüge ab Frankfurt betroffen

Schon wieder Streik bei der Lufthansa!

Die Piloten der Lufthansa haben für Dienstag einen weiteren Ausstand am Frankfurter Flughafen angekündigt. Diesmal sind Langstreckenflüge vom Streik betroffen. Seit Montag streiken auch die Piloten von Air France.

Die Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag von 9.00 bis 17.00 Uhr am Frankfurter Flughafen streiken. Dann sollen keine Langstreckenflüge vom größten deutschen Airport starten, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Montagmorgen mitteilte. Hintergrund des festgefahrenen Tarifkonflikts, bei dem die Piloten zuletzt einige Male die Arbeit niedergelegt hatten, ist die Übergangsversorgung für die Lufthansa-Piloten.

Den Angaben zufolge sollen Piloten am Dienstag Flüge mit den Flugzeugtypen Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 und Airbus A340 bestreiken. Zuletzt waren am vergangenen Mittwoch Tausende Passagiere in München betroffen.

Das Management der Airline habe nach wie vor kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt. Daher sehe sich Cockpit zu diesen Maßnahmen gezwungen. Die Pilotengewerkschaft erklärte zugleich, dass sie jederzeit einigungsbereit sei, um weitere Streiks abzuwenden.

Bei Air France hat die Pilotengewerkschaft SNPL gleich eine ganze Streikwoche angesetzt. Etwa 60 Prozent der Piloten wollen sich laut Medienberichten anschließen. Grund für den Arbeitskampf sind die Pläne der Fluggesellschaft, die Kurz- und Mittelstreckenverbindungen durch die Low-Cost-Gesellschaft Transavia durchführen zu lassen.

Anzeigetafel am Flughafen Paris-Charles de Gaulle: Rund die Hälfte aller Air-France-Flüge muss am Montag wegen des Streiks ausfallen

Foto: Getty Images

Worauf müssen sich Fluggäste am Dienstag einstellen?
„Für den Streikzeitraum ist mit Beeinträchtigungen auf Lufthansa-Langstreckenflügen von Frankfurt zu rechnen“, heißt es auf der Lufthansa-Homepage. Verbindungen ab dem Airport München seien vom Streik nicht betroffen.

Auch bei Air France wird es aufgrund des ganzwöchigen Pilotenstreiks zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen. Am Montag etwa fallen voraussichtlich 52 Prozent aller Flüge aus, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit.

Sowohl Lufthansa- als auch Air-France-Passagiere werden gebeten, sich online oder telefonisch über den Status ihres Flugs zu informieren.

Welche Möglichkeiten haben betroffene Fluggäste?
Wie die Lufthansa mitteilte, können „Passagiere, die im Besitz eines Lufthansa-/SWISS-/Austrian-Airlines- oder Brussels-Airlines-Tickets für Flüge am 16.9.2014 von/nach/via Frankfurt sind“, einmalig kostenlos umbuchen. Auch Fluggäste der Air France haben die Möglichkeit einer Umbuchung.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?
Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft müssen gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?
Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zum gewünschten Ziel bringen, sofern das möglich ist.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?
Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen verschwendeter Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

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