Immer mehr Extras kosten extra

Die neuen Tarifklassen der Airlines

Die Ticketpreise sind extrem günstig, dafür kostet fast jeder Service zusätzlich – dieses Konzept verfolgen Billigflieger seit Jahren. Klassische Ferienflieger dagegen haben bislang in der Regel allen Passagieren die gleiche Leistung geboten. Doch das ändert sich: Auch hier gibt es mittlerweile fast überall verschiedene Tarifklassen. Und Reisende können Essen, Gepäckaufgabe oder ihren Sitzplatz häufiger optional buchen. TRAVELBOOK erklärt die neue Klassengesellschaft über den Wolken.

Fliegen à la Carte, „A-la-carte-Pricing“, nennt Christos Evangelinos von der Technischen Universität Dresden die Methode der Fluggesellschaften, immer mehr Leistungen, die früher selbstverständlich im Preis inbegriffen waren, als Extras zu deklarieren und dafür die Passagiere zur Kasse zu bitten. Die Fluggesellschaften wollten damit überall dort die Zahlungsbereitschaft für Zusatzleistungen abgreifen, wo sie vorhanden ist, erklärt der Experte für Internationale Verkehrspolitik.

Vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke wird die Flugreise zu einem spezialisierten Produkt – was hier aber noch am ehesten zu verschmerzen ist. Schließlich kommt man eine oder zwei Stunden auch schon mal ohne Essen aus, auch ein schlechter Sitzplatz ist leichter zu ertragen, wenn man nur kurz in der Luft ist. Doch komplexe Preissysteme haben auch einen Nachteil – bestehe doch hierbei die Gefahr, dass manche Kunden während des Buchens durcheinander kämen und Optionen wählten, die gar nicht beabsichtigt gewesen seien, sagt Luftfahrtexperte Evangelinos: „Denn viele Passagiere sind nicht gut informiert, sie fliegen nicht jeden Tag.“

Gut zu wissen also, wie die einzelnen Fluggesellschaften verfahren. Was gilt wo als Extra – und was gibt es noch umsonst? Ein Überblick.

Tuifly: Die Fluggesellschaft der Tui bietet erst seit kurzem ein gestaffeltes Tarifsystem an. „Pure“ heißt: Ein Gepäckstück zum Aufgeben und Verpflegung an Bord kosten extra. Beim „Perfect“-Ticket dagegen sind 20 Kilo Gepäck und Catering inklusive. Die Preisdifferenz zwischen den Tarifen liegt Tuifly zufolge bei rund 20 Euro pro Strecke. Wer noch einmal mindestens 50 bis 60 Euro mehr für die „Premium“-Kategorie ausgibt, bekommt einen freien Mittelsitz, 30 Kilo Gepäck und besseres Essen.

Air Berlin: Ein dreigliedriges Tarifsystem gibt es bei Deutschlands zweitgrößter Airline schon seit 2012. Die Ticketklassen heißen „FlyDeal“, „FlyClassic“ und „FlyFlex“. Letztere richtet sich vor allem an Vielflieger. Die Airline möchte sich aber bewusst von den Low-Cost-Anbietern abgrenzen. So sind das Aufgeben von Gepäck und ein Snack an Bord bei jedem Tarif inklusive.

Ein spezielles Menü für Kinder – bei Condor, zum Beispiel, kann man es kostenpflichtig dazu buchen

Foto: getty

Condor: Der Ferienflieger bietet in der Economy Class eine Reihe von Leistungen gegen Aufpreis an, etwa die Reservierung des Sitzplatzes, Kinder- und Sondermenüs oder einen Vorabend-Check-In des Gepäcks.

Germanwings: Als typische Billigfluggesellschaft setzt die Lufthansa-Tochter auf ein klar abgestuftes Preissystem. „Basic“ ist der Spartarif: Freigepäck, Essen an Bord und freie Platzwahl sind nicht dabei, sondern erst beim Standardtarif „Smart“. Wer den Komforttarif „Best“ bucht, bekommt unten anderem einen freien Nebensitz, zwei Gepäckstücke gratis und Essen à la carte.

Easyjet: Beim britischen Billigflieger sind Gepäckaufgabe, Essen und Trinken im Flugzeug und der Wunschplatz ebenfalls nicht inklusive. Für Geschäftsleute gibt es den „Flexi-Tarif“, bei dem der Passagier den Sitzplatz wählen, schnell boarden und vor allem den Reisezeitpunkt innerhalb von vier Wochen kostenlos verschieben kann.

Gepäck kostet: bei manchen Airlines erst ab einem bestimmten Gewicht, bei anderen zahlt man für jeden Koffer

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Ryanair: Der irische Billigflieger setzt auf günstige Ticketpreise und lässt sich Services wie Bordverpflegung, Gepäckaufgabe und Sitzplatzreservierung generell extra bezahlen. Der Wunschplatz und das Priority Boarding seien sowohl bei Familien als auch bei Geschäftsreisenden besonders beliebte Zusatzoptionen, heißt es aus der Firmenzentrale in Dublin.

Vueling: Der spanische Low-Cost-Carrier mit Sitz in Barcelona hat drei Tarife im Angebot: „Basic“ ist die schlichteste Variante, ein Gepäckstück kostet dann zwölf Euro extra und der Wunschsitzplatz vier Euro. Beim Tarif „Optima“ ist beides im Ticketpreis inbegriffen. Für mehr Komfort an Bord, volle Flexibilität beim Umbuchen und schnelles Boarding gibt es schließlich noch die „Excellence“-Kategorie.

Sun Express: „Sun Eco“, „Sun Classic“ und „Sun Premium“: Das sind die seit diesem Sommer geltenden Buchungsklassen von Sun Express. In der Sun-Eco-Klasse darf der Reisende 20 Kilogramm Gepäck mitnehmen. Essen, Sitzplatzreservierung oder Übergepäck müssen hinzugebucht werden. Im Sun-Classic-Tarif sind die Sitzplatzreservierung, ein Snack, zwei alkoholfreie Getränke und 25 Kilogramm Freigepäck eingeschlossen. Im Premium-Tarif gibt es einen Platz mit großem Sitzabstand, ein warmes Menü nach Wahl und 30 Kilogramm Freigepäck.

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