Kostendruck immer größer

Lohnt sich die First Class noch für die Airlines?

Viel Platz, wunderbares Essen und ein Rundum-Service vom Feinsten: Wer First Class fliegt, hat Luxus pur über den Wolken. Doch auch für Airlines wird der Kostendruck immer höher: Lohnt sich das Angebot überhaupt noch?

Von Beate Krause

In der First Class können sich Fluggäste auf Langstrecken wie im 7. Himmel fühlen – mit viel Platz, ergonomisch geformten Sitzen, die zum bequemen Bett werden, köstlichen Speisen und Getränken, Abholservice zum Flieger und Flugbegleitern, die ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Ein exklusiver Service, der seinen Preis hat: So kann ein Lufthansa-Flug in der 1. Ersten Klasse von Frankfurt nach New York durchaus zehn Mal mehr kosten als ein Economy-„Schnäppchen“. Doch nicht immer sind die Luxus-Bereiche in den Fliegern ausgebucht – und die teuren Plätze bleiben leer. Für die Fluggesellschaften, die ohnehin im harten Wettbewerb stehen, verschärft sich so der Kostendruck.

Großzügig, mit vieeeel Platz für jeden Passagier: Der First-Class-Bereich bei Cathay Pacific

Foto: PR/Cathay Pacific

Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg meldet, haben sich einige Airlines mittlerweile darauf eingestellt, ihr First-Class-Angebot zurückzuschrauben. So wie die deutsche Lufthansa. Sie plant, 30 von ihren rund 100 Langstreckenmaschinen von drei auf nur noch zwei Klassen (Economy und Business) umzubauen. Grund, so Pressesprecher Klaus Gorny im Gespräch mit TRAVELBOOK: „Auf einigen Strecken, wie zum Beispiel nach Indien, ist die Nachfrage bei den Kunden geringer. Deshalb werden wir den Service da nicht mehr anbieten.“ Der Umbau der betreffenden Flugzeuge – Boeing 747-400 oder Airbus 340 – soll bis Ende 2015 abgeschlossen sein, sagt Gorny.

Business Class wird komfortabler

Beschleunigt wurde die Entwicklung auch, weil so manche Fluggesellschaft in den vergangenen Jahren ihren Business-Class-Bereich deutlich „gepimpt“ hat. Laut Bloomberg investiert Lufthansa rund 1 Milliarde Euro in den Umbau und die Bequemlichkeit für die Passagiere. „Wir haben dort jetzt Sitze, die sich in ein komplett waagerechtes Bett verwandeln lassen“, sagt Klaus Gorny. „Und auch das Angebot beim Catering wurde erweitert.“ Kostenbewusste Manager verzichten deshalb schon mal auf Kaviar und Champagner der First Class und fliegen in der preisgünstigeren Business Class.

Erst ein Sitz, dann ein Bett: Blick in den First-Class-Bereich von British Airways

Foto: PR/British Airways

Turkish Airlines, so Bloomberg, hat sich inzwischen ganz gegen die Luxus-Klasse entschieden, ebenso wie Südamerikas größte Fluggesellschaft Latam Airlines Group S. A., die aus dem Zusammenschluss der chilenischen LAN Airlines und der brasilianischen TAM Linhas Aéreas entstand. Für Air France-KLM dagegen ist die First Class eine Prestige-Frage, wie SEO Alexandre de Juniac kürzlich in einem Interview betonte: „Airlines werden nicht mit der letzten Sitzreihe in ihren Maschinen Werbung machen.“

Auch die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten setzen weiterhin auf Luxus – wie Emirates, die laut Bloomberg über das weltweit größte First-Class- und Business-Angebot verfügt. Die Airline war die erste, die abgeschlossene Suiten einführte. Inzwischen verfügt jeder Airbus A380 über 14 solcher Suiten. Einzigartig: Der First-Class-Bereich bietet auch zwei Wellness-Duschkabinen im Marmordesign und speziell entwickelte Wellness-Duschen. Ein Unternehmenssprecher zu TRAVELBOOK: „Es gibt keinerlei Pläne, unser First-Class-Angebot einzuschränken, da wir weiterhin eine große Nachfrage feststellen."

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