Partnerschaft wird gelockert

Lufthansa & Turkish Airlines fliegen in Zukunft getrennt

Beide sind Mitglieder der Star Alliance und haben Anteile an der gemeinsamen Tochter Sun Express. Nun rüttelt der Wettbewerb an der engen Partnerschaft: Ab 1. Januar bekommen Lufthansa-Kunden auf Flügen von Turkish Airlines nur noch 25 Prozent der Statusmeilen. TRAVELBOOK hat bei Lufthansa nachgefragt, was zu dieser Entscheidung führte.

Die „Süddeutsche Zeitung“ spricht von einer „Scheidung auf türkisch“, was die Zusammenarbeit von Lufthansa und Turkish Airlines angeht. Hintergrund: Die Lufthansa hat zu Ende März 2014 die Code-Sharing-Partnerschaft gekündigt, die bislang beiden Airlines ermöglicht hat, Gemeinschaftsflüge anzubieten.

„Das wurde nicht mehr ausreichend genutzt“, erklärt ein Lufthansa-Sprecher auf TRAVELBOOK-Anfrage. Ein Grund dafür sei, dass Turkish Airlines zunehmend Flüge ins Programm aufnimmt, die bislang nur Lufthansa angeboten hat. Entsprechend machte der Code-Sharing-Vertrag keinen Sinn mehr. „Rechtlich gesehen sind wir Wettbewerber“, sagt der Sprecher weiter. Und das bedeutet: Für Lufthansa macht es keinen Sinn, Turkish Airlines, die zunehmend Marktanteile gewinnen, zu stärken.

Ein Ende der Partnerschaft sei das jedoch nicht, so der Lufthansa-Sprecher. Allerdings müsse man Kooperationen regelmäßig auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen. Im Fall von Turkish Airlines habe dies dazu geführt, dass neben dem gekündigten Code-Sharing-Vertrag auch das Meilenprogramm gelockert wurde.

Ab dem 1. Januar erhalten Lufthansa-Kunden bei Turkish-Airlines-Flügen nur noch 25 Prozent der Statusmeilen. Bedeutet: Wer mit der türkischen Fluglinie unterwegs ist, kann seinen mit vielen Privilegien verbundenen Vielflieger-Status (etwa Frequent Traveller oder Senator) nicht mehr so einfach aufrechterhalten. Turkish Airlines wird dadurch für viele Geschäftsreisende weniger attraktiv. Bei den Prämienmeilen bleibe es aber weiterhin bei 100 Prozent, erklärt der Sprecher.