Am Donnerstag zwischen 12 Uhr und Mitternacht

Neuer Piloten-Streik bei Germanwings

Reisende erwischt es diese Woche wieder gleich doppelt hart: Erst legen die Lokführer den Bahnverkehr weitgehend lahm, dann folgt direkt im Anschluss ein neuer Pilotenstreik. Dieses Mal trifft es erneut Passagiere der Lufthansa-Tochter Germanwings.

Kurz nach den Lokführern wollen am Donnerstag die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings die Arbeit niederlegen. Reisende müssen sich auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Im Streit um die Übergangsrente wollen die Piloten am Donnerstag ab 12.00 Uhr bis Mitternacht deutschlandweit streiken. Das kündigte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch (15. Oktober) in Frankfurt an.

Bedauerlicherweise habe Lufthansa alle Kompromissvorschläge der VC nicht aufgegriffen und mauere weiter, erklärte die Gewerkschaft: „Deswegen müssen sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen“. Zuletzt hatten die Piloten bei Germanwings Ende August für sechs Stunden gestreikt. 116 Flüge fielen aus.

Insgesamt hat Cockpit seit April in sechs Streikwellen mehr als 4300 Flüge mit rund 500 000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Im Tarifstreit geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Zudem soll das durchschnittlich zu erreichende Austrittsalter von 58 auf 61 Jahre angehoben werden. Dazu wurden komplexe Übergangsregeln angeboten.

Zuletzt hatten die Piloten die Frachttochter Lufthansa Cargo bestreikt. Der zweitägige Ausstand vergangene Woche hatte nach Angaben der Lufthansa aber nur minimale Auswirkungen. Die Pilotengewerkschaft hatte daraufhin angekündigt „ein deutlicheres Zeichen setzen“ zu wollen.

Deutlich härter als der Ausstand bei Cargo trafen die größte europäische Fluggesellschaft, die Arbeitsniederlegungen davor. Allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April hatte die Lufthansa von einem Verlust in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet.

Worauf müssen sich Fluggäste am Dienstag einstellen?
Während des Streikzeitraums werde es „im gesamten Germanwings Streckennetz zu erheblichen Unregelmäßigkeiten und Verspätungen kommen, heißt auf der Seite der Airline. Es werde ein Ersatzflugplan ausgearbeitet. Fluggäste, die am Donnerstag fliegen, sollten sich vor Reiseantritt über den Status ihres Flugs informieren.

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?
Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft müssen gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?
Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Verschiebt sich der Flug durch den Streik nur um wenige Stunden, kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert es länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zum gewünschten Ziel bringen, sofern das möglich ist.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?
Normalerweise steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen verschwendeter Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

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