Knee Defender löste Streit zwischen Passagieren aus

Sicherheitslandung wegen dieser Rückenlehnen-Klemme

Knee Defender nennt sich ein Gadget, das im Flieger die Beinfreiheit garantieren soll, indem es die Rücklehne des Vordersitzes blockiert. Auf einem Flug von Newark nach Denver kam es deswegen nun zum Streit zwischen zwei Passagieren. Folge: Der Pilot der United-Airlines-Maschine entschloss sich zu einer unplanmäßigen Zwischenlandung.

Der eine Passagier wollte seine Beinfreiheit während des Flugs sicherstellen, der andere sah seine persönliche Freiheit in Gefahr.

Um zu verhindern, dass die Frau auf dem Vordersitz ihren Sitz zurücklehnt, setzte ein 48-jähriger Mann kürzlich auf dem rund vierstündigen United-Airlines-Flug 1462 von Newark (New Jersey) nach Denver in Reihe 12 der Maschine den sogenannten „Knee Defender“ (dt. Knie-Verteidiger) ein. Dabei handelt es sich um ein 21,95 Dollar teures Gadget, das die Kipp-Funktion des Vordersitzes blockiert. Da United Airlines ebenso wie andere US-Fluggesellschaften die Nutzung des Geräts explizit verbietet, wurde der Mann vom  Bordpersonal gebeten, den Knee Defender wieder zu entfernen, wie unter anderem „New York Daily News“ berichtet. Als sich der Mann weigerte, soll die Frau auf dem Vordersitz aufgestanden sein und dem Sitz-Blockierer ein Glas Wasser ins Gesicht geschüttet haben.

Der Streit eskalierte schließlich dermaßen, dass sich der Pilot zu einer Sicherheitslandung in Chicago entschloss, wie auch Ross Feinstein, Sprecher der US-Behörde für Transportsicherheit, der TSA, „New York Daily News“ bestätigte.

Mit einer Verspätung von 1:38 Stunden landete die Maschine schließlich in Denver – ohne die beiden Streithähne, die von den Behörden zum Verlassen des Fliegers aufgefordert worden waren. Zu einer Festnahme kam es allerdings nicht.

Es sei das erste Mal, das etwas in dieser Art durch den Einsatz des Knee Defenders passiert sei, erklärt der Erfinder des Gadgets, Ira Goldman, laut „USA Today“

So sieht der Knee Defender aus. Das Gadget kostet 21,95 Dollar

Foto: GadgetDuck.com

Die US-Luftfahrtbehörde FAA verbietet den Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht und überlässt die Regelung den Airlines. Einige Fluggesellschaften sind sogar dazu übergegangen, auf Kurz- und Mittelstrecken Sitze ohne Rücklehnfunktion einzusetzen.

Während United Airlined den Einsatz von Gadgets wie dem Knee Defender untersagt, gibt es bei der Lufthansa kein explizites Verbot. „Bislang ist unserem Kabinenpersonal ein solches Gerät noch nicht aufgefallen“, erklärt Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty auf TRAVELBOOK-Anfrage. Doch: „Selbst wenn es noch kein generelles Verbot dieser Erfindung gibt, raten wir von der Nutzung ab, da es die Freiheit des Fluggastes auf dem Vordersitz einschränkt.“

In einem Notfall sei sogar denkbar, dass es die Evakuierung behindere, da sich der eigene Tisch nicht mehr hochklappen lasse.

Und wenn ein Passagier doch einmal einen solchen Knee Defender einsetzt? Dann werde die Crew „den Gast freundlich bitten, das Gerät zu entfernen“, so Lamberty weiter.

Was das Thema Rückenlehne angeht, empfiehlt er dreierlei: 1. Wenn man sie zurücklehnen wolle, dann solle das nicht ruckartig, sondern sanft geschehen. 2. Idealerweise spreche man miteinander und frage, ob das Zurücklehnen als störend empfunden werde. Und sollte das alles nicht helfen, solle man das Kabinenpersonal um Vermittlung bitten.

Sie wollen sehen, wie der Einsatz eines solchen Knee Defenders im Flieger aussieht? Hier ein Demonstrations-Video:

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels beschrieben wir den Vorfall als Notlandung. Wie auch einige Leser bemerkten, handelte es sich aber um eine Sicherheitslandung bzw. eine außerplanmäßige Zwischenlandung.

Kennen Sie schon TRAVELBOOK Escapes? Kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Traumurlaub sparen.

Folgen Sie TRAVELBOOK auf: Facebook | Twitter | Google + | Instagram | Pinterest

Sollten Passagiere auf Kurz- und Mittelstrecken ihre Rückenlehnen zurückkippen?

  • Wenn es möglich ist, dann sollte man es auch dürfen. 109
  • Nein! Man sollte darauf verzichten. 249