Pilotenstreik bei der Lufthansa

Die wichtigsten Kontaktadressen für Passagiere

Seit Mittwoch wird im Luftverkehr wieder gestreikt. Dieses Mal haben die Lufthansa-Piloten ihre Arbeit niedergelegt. Der Streik geht noch bis Freitag, 23.59 Uhr. Insgesamt musste das Unternehmen rund 3800 Verbindungen streichen. Fast eine halbe Million Passagiere sind betroffen. TRAVELBOOK listet die wichtigsten Kontaktadressen auf, wo sich Fluggäste informieren können, und weitere nützliche Informationen

In dem Tarifkonflikt um höhere Gehälter und die Zukunft der Übergangsrenten habe es trotz mehrerer Treffen keine Annäherung mit der Lufthansa gegeben, hatte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Freitag in Frankfurt erklärt. In einer Urabstimmung hatten die Piloten mit sehr großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt. Die rund 5400 Piloten der Lufthansa-Passagiersparte kämpfen für höhere Gehälter und insbesondere für den Fortbestand ihrer bisherigen Übergangsrenten.

Die Streikankündigung trifft den Zeitraum der Osterferien in Niedersachsen und Bremen. Ursprünglich hatte die VC angekündigt, in den Osterferien nicht streiken zu wollen.

Ist Ihr Flug vom Streik betroffen?

Die Lufthansa hat auf ihrer Website alle Flüge aufgelistet, die aufgrund des Streiks ausfallen müssen.

+++ ALLE GESTRICHENEN VERBINDUNGEN FINDEN SIE HIER +++

Betroffen von den Streiks sind folgende Gesellschaften:

  • Lufthansa
  • Lufthansa Cargo
  • Germanwings

Von den Arbeitsniederlungen ausgenommen sind: die Lufthansa Group Fluggesellschaften, Eurowings, Air Dolomiti, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines.

Wichtige Kontaktadressen für Reisende

Flughäfen

Airlines

  • Lufthansa, Tel.: 069 – 86 79 97 99; Internet: www.lufthansa.com
  • Germanwings, Tel.: 0180 – 632 03 20 (0,20 Cent pro Anruf aus dt. Festnetz); Internet: www.germanwings.de

Reiseveranstalter

Fragen und Antworten im Überblick

Worauf müssen sich Fluggäste einstellen?
Allein rund 200 Interkontinentalverbindungen hat Lufthansa von Mittwoch bis Freitag gestrichen. Dazu kommen noch zahlreiche Kurz- und Mittelstreckenverbindungen. Mit Flugausfällen müssen Passagiere teilweise auch noch am Samstag rechnen.

Wie sollten sich betroffene Fluggäste verhalten?
Lufthansa rät allen Passagieren, sich vor Antritt ihrer Reise im Internet über den Status ihres Flugs zu informieren. Bei innerdeutschen Flügen, die aufgrund des Streiks ausfallen, dürfen Passagiere die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür müssen sie ihr Ticket im Internet oder an einem Check-in-Automaten der Lufthansa in eine Fahrkarte umwandeln. Bei allen anderen Flügen gilt: Wer sein Ticket online unter Lufthansa.com gekauft hat, kann den Flug kostenfrei stornieren. Wer ein Ticket für einen Flug im Zeitraum 2. bis 4. April besitzt, der nicht ausfällt, kann dieses einmalig kostenlos umbuchen. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann das Service-Center der Lufthansa anrufen: 0800/850 60 70.

Was passiert, wenn mich der Streik bei einer Zwischenlandung trifft?
Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotzdem an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?
Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen. Bei einem kürzeren Streik von nur wenigen Stunden kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Dauert der Ausstand länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen und von dort aus zum gewünschten Ziel.

Habe ich Anspruch auf eine Geld-Entschädigung?
Normalerweile steht Reisenden bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen laut der EU-Fluggastrechteverordnung eine Ausgleichszahlung zu. Das gilt jedoch nach derzeitiger Rechtsprechung nicht, wenn höhere Gewalt vorliegt. Das ist laut Bundesgerichtshof bei Streiks der Fall. Eine Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe, warum dagegen verstoßen wird, spielen keine Rolle. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Weitere Infos auf der entsprechenden Info-Seite von Lufthansa.

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Streik! Wie man seine Rechte durchsetzt

„Wer länger als zwei Stunden warten muss, hat ein Anrecht auf Erfrischungen und einen Imbiss“, sagt Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Nach fünf Stunden darf er kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten und muss den vollen Preis erstattet bekommen“.


Doch nicht immer ist die Fluggesellschaft einsichtig: Häufiger Grund für eine Auseinandersetzung sei die Ersatzbeförderung. „Wer auf eigene Faust auf die Bahn umgestiegen ist, wird es später schwer haben, die Kosten erstattet zu bekommen.“


Anders liegt der Fall, wenn die Airline sich nicht um Verpflegung oder Ersatzbeförderung gekümmert hat. „Für die Rückerstattung der Kosten sollten sie sich zunächst schriftlich an die Airline wenden, bevor sie über eine Klage nachdenken“, empfiehlt Richter.

Je detaillierter die Forderung, desto höher die Erfolgsaussichten, so Richter: Der Name des Airline-Mitarbeiters, bei dem man Verpflegung oder Ersatzbeförderung verlangt und der sie verweigert hat, gehören ebenso in das Protokoll, wie Datum, Uhrzeit, Flugnummer sowie eine Kopie des Flugscheins. Zeugenaussagen von Mitreisenden sind ebenfalls empfehlenswert.

„Weigert sich die Airline auch dann noch, die Ansprüche des Passagiers anzuerkennen, kommt eine Klage infrage“, sagt Verbraucherschützerin Richter. Doch Vorsicht: Ohne konkrete Belege für die Versäumnisse der Airline ist der oft geringe Streitwert das Prozessrisiko nicht wert.