Neue Studie

So sicher ist das Fliegen wirklich

In einer großen Studie hat sich die Allianz Global Corporate & Specialty dem Thema Flugsicherheit gewidmet. Die gute Nachricht vorweg: Fliegen ist in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden. Doch es gibt auch neue Gefahren: etwa durch die zunehmende Abhängigkeit von automatisierten Abläufen und den Klimawandel. Wie sicher Flugreisen wirklich sind.

Laut der International Air Transport Association (IATA) wird die Zahl der Flugpassagiere in diesem Jahr 3,3 Milliarden erreichen. Im Vergleich: 1960 waren es nur 106 Millionen. Trotz der hohen Zahl an Passagieren sind Flugreisen in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Europa und den USA erheblich sicherer geworden, wie aus der „Global Aviation Safety Study“ der Allianz-Tochter Global Corporate & Speciality (AGCS) hervorgeht.

Was sich verbessert hat

Rein statistisch betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Fahrradunfall zu sterben 85-mal höher als bei einem Flugzeugunglück. Selbst ein Tod durch Blitzschlag ist 2,7-mal wahrscheinlicher. Insgesamt ist die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Flugkatastrophen in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken: Kamen in den 60er-Jahren noch 133 Todesfälle auf 100 Millionen Passagiere, so sind es seit 2001 weniger als zwei Tote.

„Die Sicherheit in der Luftfahrt hat sich wesentlich erhöht – durch neue Technologien und Navigationssysteme, Motorverbesserungen und Neuerungen im Design wie der ausfallsicheren Konstruktion von Bauteilen und der Fly-by-wire-Steuerung”, erklärt Joe Strickland, Global Head of Aviation Americas bei Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Bei der Fly-by-wire-Steuerung werden Steuerbefehle über Sensoren elektronisch übermittelt.

Wann es am gefährlichsten ist – und wie Flieger noch sicherer werden sollen

Während der Flugverkehr in Nordamerika und Europa mit der besten Sicherheitsbilanz punktet, rangiert Afrika an letzter Stelle. So wurden laut der Studie im Jahr 2012 88 Prozent der globalen Todesfälle im Luftverkehr in Afrika (45 Prozent) und Asien (43 Prozent) verzeichnet. Wesentliche Ursache: die älteren Flugzeugflotten sowie schlechtere Sicherheits- und Ausbildungsstandards.

Die Studie liefert auch Zahlen dazu, wann die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls am höchsten ist. Demnach ereignen sich die meisten Unglücke während des Sinkflugs und der Landung (57 Prozent); beim Aufstieg sind es 24 Prozent und nur neun Prozent während des Flugs auf Reiseflughöhe.

Hauptgrund für Flugzeugkatastrophen ist menschliches Versagen (70 Prozent). Hier entscheidend: müde Piloten. Dabei weist die AGCS darauf hin, dass „eine Reihe von Vorfällen“ darauf hindeute, dass sich Piloten „möglicherweise zu sehr auf die Automatisierung im Cockpit verlassen“. „Ein kontinuierliches Training der Piloten mit und ohne Automatisierungstechnik ist wichtig“, sagt Josef Schweighart, Head of Aviation Underwriting Deutschland bei AGCS. Piloten sollten häufiger ohne diese Automatisierungstechnik fliegen, um die Maschine auch beim Ausfall dieser Technologie steuern und vor einem Unglück bewahren zu können.

Die neuen Gefahren

Den Erfolgen im Sicherheitsmanagement stehen allerdings auch Gefahren gegenüber. „Aufgrund der weitverbreiteten Nutzung von Datennetzwerken, Computersystemen und Navigationssystemen an Bord ist die neue Flugzeuggeneration stark durch Cyberkriminalität bedroht. Datenschutzverstöße und Cyberattacken gelten als wachsende Risiken“, erklärt Ludovic Arnoux, Global Head of Aviation Risk Consulting bei AGCS.

Ein weiteres Problem für die Flugsicherheit ist der Klimawandel. So kann die Kombination aus Erderwärmung, warmen und kalten Wetterfronten, Stürmen und der Schadstoffausstoß von immer mehr Flugzeugen zu Turbulenzen und damit auch Schäden führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür könnte sich über dem Nordatlantik, wo täglich rund 600 Düsenflugzeuge unterwegs sind, in der Zukunft um bis zu 170 Prozent erhöhen.

Welcher Platz im Flieger ist am sichersten?

Die Studie widmet sich auch der beliebten Frage, welcher denn nun der sicherste Platz im Flieger sei? Die Antwort ist hier allerdings nicht eindeutig: So wird auf zwei Untersuchungen verwiesen, die zum Teil widersprüchliche Ergebnisse liefern. Eine Studie von Popular Mechanics bestätigt, was viele glauben: Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall zu überleben, in hinteren Teil des Fliegers mit 69 Prozent Überlebensrate höher als vorn in der First und Business Class, wo die Wahrscheinlichkeit zu überleben bei 49 Prozent liegt.

Eine Studie der Universität Greenwich kommt zu einem anderen Ergebnis. Auf Grundlage von mehr als 100 untersuchten Unfällen gilt der Sitz am Gang vorn neben dem Notausgang als sicherster Platz im Flieger. Hier beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit 65 Prozent. Im hinteren Teil sei die Rate geringer. Hier gilt: Je schneller man den Notausgang erreicht, desto wahrscheinlicher ist das Überleben.

Hier geht es zur kompletten Studie.

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