Überleben auf Reisen

5 Tipps für das Kochen im Hostel

Ein Stück getrocknete Wassermelone balanciert gekonnt auf der liegenden, stetig tropfenden Milchpackung, deren Inhalt sich langsam den Weg von der obersten Etage bis ganz nach unten zur Packung Tee bahnt. Über allem liegt der unverkennbare Geruch von Fisch. Willkommen im Hostel-Kühlschrank! Nina und Jan, die zurzeit als Backpacker auf Weltreise sind, haben fünf erprobte Tipps, wie man das Grauen in Hostelküchen überlebt.

Von J. Heumann und N. Kluge

Als Backpacker mit schmalem Budget ist man mehr oder weniger auf die Hostelküche angewiesen und arrangiert sich mit den gegebenen Umständen. Aber hin und wieder stellen sich einem dann doch die Nackenhaare auf. Nachdem in den letzten Wochen sowohl unser lieber Käse wie auch unsere Milch auf magische Weise aus dem Kühlschrank verschwunden sind und wir einiges sehen mussten, was wir lieber nicht gesehen hätten, dachten wir uns, es wird Zeit für einen Überlebensratgeber. Wir verraten fünf Tipps, damit euer nächster Hostelküchenbesuch reibungsloser verläuft.

1. NAMEN DRAUF. AUF ALLES!

Jedes Hostel handhabt es anders. In vielen Unterkünften gibt es einen Marker direkt am Kühlschrank, mit dem du optimalerweise deinen Namen und dein Abreisedatum auf deiner Tüte oder deinen Lebensmitteln vermerken solltest. Der Kühlschrank wird regelmäßig geputzt, ausgeräumt – und alles, was über dem vermerkten Datum liegt, fliegt raus. Wann und wie gereinigt wird, ist jedoch nicht immer klar. In so manchem Hostel scheint das leider nicht so häufig der Fall zu sein.

In unserem aktuellen Hostel hieß es auf die Frage nach einem Marker: „Das nützt doch eh nichts und hält niemanden davon ab, deine Sachen zu nehmen!“ Ääähm, ja gut. Wird dieser Kühlschrank jemals ausgeräumt? Ich bezweifle es. Wir besorgen uns einen eigenen Marker, packen aber trotzdem nur das Nötigste gut verpackt in den Kühlschrank.

2. NUR REIN, WAS WIRKLICH REIN MUSS

Aktuelle „Highlights“ in unserem Kühlschrank waren: eine Packung Tee, Cornflakes und Toast. Was bitteschön hat das im Kühlschrank zu suchen? Das Hostel hat über 50 Betten und nur einen Kühlschrank. Und ihr könnt euch sicher vorstellen, wie der aussieht. Auch wenn es verlockend ist, einfach mal die komplette Einkaufstüte reinzustopfen: Schaut einfach, was wirklich nötig ist – und nehmt den Rest mit auf euer Zimmer (dort ist es ohnehin sicherer).

3. HINTERLASSe DIE KÜCHE SO, WIE DU SIE GERN VORFINDEN WÜRDEST

Dieser Tipp sollte eigentlich selbstverständlich sein: Bitte einmal nach dem Kochen über die Arbeitsplatte putzen und das eigene Geschirr abspülen. Leider gibt es immer Leute, die die Küche wie einen Saustall hinterlassen. Nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. Sorry, aber das muss nun wirklich nicht sein!

Sein benutztes Geschirr auch wieder abzuwaschen, sollte eigentlich selbstverständlich sein

Foto: www.weitweitweg.in

4. BRING DEIN EIGENES „WERKZEUG“ MIT

In vielen Hostelküchen gibt es kein Salz, keinen Pfeffer, kein Öl und auch keine guten Messer. Wir haben uns inzwischen ein kleines Set zusammengestellt und nehmen Salz, Pfeffer, Öl und ein kleines Schälmesser überall hin mit. Das Messer war wirklich eine super Investition. Okay, für 1,25 Dollar inklusive Sparschäler hätten wir auch nicht viel falsch machen können.

Unser wichtigster Küchenhelfer: Das Messer. Natürlich mit Namen drauf

Foto: www.weitweitweg.in

5. KOCHE EINFACH!

Durchschnittlich hat so eine Hostelküche vier Kochplatten, und gefühlt wollen zu den Stoßzeiten mindestens zehn Leute gleichzeitig kochen. Es ist klar, dass man sich hier keine Freunde macht, wenn man die komplette Küche blockiert. Unser Tipp: Kocht strukturiert und simpel, vereinfacht eure Rezepte und versucht nach Möglichkeit, so wenig Raum wie nötig zu nutzen.

Wenn man darauf bedacht ist, anderen Backpackern beim Kochen bzw. Zubereiten von Essen nicht zu sehr in die Quere zu kommen, lasst euch gesagt sein: Keiner nutzt den Ofen! Wir haben uns also alle Zutaten für ein schönes Vollkornbrot besorgt und dann in einer Woche gleich zweimal frisches Brot und Brötchen gebacken – ein Fest! Das Rezept dazu findet ihr rechts.

Wenn wir auf auf Reisen kochen, versuchen wir, uns erst mal an den lokalen Angeboten zu orientieren. In Zentralamerika stehen da zum Beispiel Eier, Tomaten, Avocados und jede Menge tropischer Früchte auf dem Programm. Ein paar einfache, aber leckere Kochrezepte für die Hostelküche stehen rechts im Kasten.

Und wenn ihr unbedingt etwas Größeres anstellen möchtet, legt die Kochzeit einfach nicht auf ausgerechnet 18 Uhr, wenn alle in die Küche möchten!

Selbst Brot backen geht einfach und schnell

Foto: www.weitweitweg.in

Jan Heumann und Nina Kluge waren 444 Tage auf Weltreise. Zusammen betreiben Jan und Nina den Reiseblog „Weitweitweg“, auf dem sie ihre Route und die Erlebnisse an den einzelnen Stationen der Weltreise beschreiben. Außerdem sind sie Mitglied im Blogger-Netzwerk TRAVELBOOK BlogStars.

Lesen Sie in unserer Kolumne „Friederikes Weltspeisen“ auch:

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Rezept für Guacamole

Zu Beginn unserer Reise in Mexiko stand bei uns fast jeden Abend Guacamole auf dem Tisch. Und die ist mal so richtig fix zubereitet. Da die Avocados hier eine schön feste Schale haben, bereiten wir sie auch direkt in dieser zu, und der einzige Abwasch, der entsteht, sind ein Messer und ein Löffel – super! Für die einfache Variante benötigt man nur:

  • 1 reife (weiche) Avocado
  • 1 bis 2 Limetten (je nach Größe der Avocado)
  • Salz und Pfeffer

Halbiere die Avocado und entferne den Kern, anschließend schabst du mit dem Löffel das Fruchtfleisch ausgehend von dem Loch bis zur Schale ab und rührst es zu einem Mus. Mixe den Saft der Limette unter und schmecke die Creme mit Salz und Pfeffer ab – that‘s it! Unglaublich lecker und innerhalb von 3 Minuten fertig. Verfeinern kannst du die Guacamole je nach Zeit und Geschmack noch mit Zwiebeln und kleinen Tomatenwürfel.

Rezept für Shakshuka

Auch immer wieder lecker und sehr einfach ist Shakshuka, eine orientalische Gemüsepfanne mit Ei. Die Mengenangaben können hier super nach Lust und Laune variiert werden und sind nur Circa-Angaben, die bei uns gut für 2 Personen reichen:

  • 1 Dose gehackte Tomaten (oder einfache Tomatensoße)
  • 4 große Tomaten
  • 1 große Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 Eier
  • Salz und Pfeffer
  • Kreuzkümmel und Chili (falls vorhanden)
  • Öl zum Anbraten

Zunächst müssen die Tomaten, Zwiebeln und der Knoblauch klein geschnitten werden. Anschließend geht es für die Zwiebeln und den Knoblauch zum Anbraten mit etwas Öl in die Pfanne. Sobald die Zwiebeln schön glasig sind, kommen auch die Tomaten und Gewürze hinzu, und die Soße kann für etwa 15 Minuten köcheln. Zum Schluss werden die vier Eier gleichmäßig in der Pfanne auf der Tomatenmasse aufgeschlagen und das Eiweiß mit einer Gabel etwas gelockert. Nach etwa 2 bis 3 Minuten sind die Eier gestockt und das Shakshuka ist fertig. Dazu essen wir gern ein Baguette.

Rezept für Vollkornbrot

Hier kommt ein easy-peasy-Rezept, das auch Abweichungen mangels Küchenwaage verzeiht. Ihr braucht:

  • 500 Gramm Mehl (250 g Vollkorn-, 250 g Weißmehl)
  • 1 großes Glas warmes Wasser (etwa 300 ml)
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Salz
  • 2 EL Öl

Alle Zutaten in einer Schüssel gut verkneten, abdecken und erst mal warten, bis der Teig auf etwa die doppelte Größe aufgegangen ist (an einem warmen Ort geht es schneller). Nun nochmals durchkneten, in die gewünschte Form bringen und nochmals 20 Minuten gehen lassen. Anschließend geht es bei 220 Grad für etwa 45 Minuten in den Ofen. Das Warten ist bei diesem Rezept das Schwierigste ;-)